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Aktuelles aus Frankreich

Die Coronakrise und das Flugverbot für den 737 MAX haben dem französischen Triebwerksbauer und Technologiekonzern Safran einen herben Umsatzrückgang eingebracht. So sind die um Zu- und Verkäufe bereinigten Erlöse im 1. Quartal um 8,8 % auf 5,38 Mrd. € gesunken. Unter dem Strich lag der Umsatzrückgang bei 6,9 %. Wegen des 737-Desasters hatte Safran mit einem Umsatzrückgang von bis zu 5 % gerechnet. Jetzt berichtet das Unternehmen von zusätzlichem Gegenwind durch den Coronavirus seit März. Im 2. Quartal dürften die Umsätze deutlich zurückgehen. Safran will dennoch im Gesamtjahr einen positiven Barmittelzufluss erreichen.    

Safran gibt man dennoch nicht vorschnell aus der Hand; (B+).

Der Handelskonzern Carrefour hat in der Coronakrise seinen Umsatz in die Höhe geschraubt. Auf vergleichbarer Basis habe der Konzern in den ersten 3 Monaten 7,8 % mehr erlöst als ein Jahr zuvor. Der Grund seien „Hamsterkäufe“ im März im Zuge der Coronapandemie gewesen. Allein die Online-Käufe von Nahrungsmitteln seien um
45 % angestiegen. Seine Ziele bis 2022 bekräftigte der Konzern dennoch. So will Carrefour den Absatz über das Internet und die Verkäufe organischer Produkte steigern.

Carrefour bleibt uninteressant; (B).

Air France-KLM kann in der Coronakrise mit 7 Mrd. € in Form von Kreditgarantien rechnen. Die EU-Kommission billigte die Liquiditätshilfen u.a. mit dem Hinweis, dass ohne staatliche Unterstützung die Insolvenz der Airline drohen könnte. Frankreich habe nachgewiesen, dass alle anderen Möglichkeiten, Geld an den Finanzmärkten aufzunehmen, geprüft und ausgeschöpft worden seien. Genehmigt wurde zum einen eine staatliche Garantie von bis zu 90 % für Darlehen von bis zu 4 Mrd. €. Der nachrangige Kredit des französischen Staats als Anteilseigner sei nach den Regeln des EU-Vertrags gebilligt worden. Demnach ist Staatshilfe möglich, wenn sonst eine ernste Störung der gesamten Wirtschaft eines Mitgliedsstaats zu befürchten wäre, erklärte die EU-Kommission.

Abwarten; (B). 

Michelin hat die Coronapandemie bereits im 1. Quartal deutlich zu spüren bekommen. Der Umsatz fiel währungsbereinigt um 8 % auf 5,33 Mrd. €. Der Absatz fiel zudem  um 12 %, wobei der Rückgang im März bei  ganzen 21 % lag. Der Reifenhersteller hatte bereits Mitte März bei der Bekanntgabe der Schließung eines Teils seiner Werke die Prognose gestrichen.

Michelin bleibt am Seitenrand geparkt; (B). 

Societe Generale ist im 1. Quartal wegen der Folgen der COVID-19-Ausbreitung in die roten Zahlen gerutscht. Dies geht auf einen Einbruch des Geschäfts und einer deutlich erhöhten Risikovorsorge zurück. Unter dem Strich stand in den ersten drei Monaten ein Verlust von –326 Mio. € in den Büchern. Vor einem Jahr hatte die SocGen noch 686 Mio. € verdient. Die Erträge seien um fast 17 % auf 5,17 Mrd. € eingebrochen. Zudem musste die Risikovorsorge wegen möglicher Kreditausfälle mehr als verdreifacht werden. Die Bank stellte dafür 820 Mio. € zurück. Bankchef Fréderic Oudéa kündigte wegen der Coronakrise weitere Sparmaßnahmen an.

SocGen ist eher uninteressant; (B). 

Der Telekommunikationskonzern Orange will wegen der Coronapandemie die Dividende kürzen. Statt 0,70 € je Aktie soll es nun nur noch 0,50 € geben. Die Hauptversammlung soll am 19. Mai stattfinden. Dank u.a. eines guten Afrika-Geschäfts konnte das Unternehmen seinen Umsatz im 1. Quartal leicht auf 10,39 (10,29) Mrd. € steigern.

Hier bleibt man vorerst in der Leitung; (B+).

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