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Aktuelles aus Frankreich

Der Supermarktkonzern Carrefour hat im 3. Quartal von der hohen Zahl an Menschen im Homeoffice im Zuge der Coronakrise und der anziehenden Nachfrage nach Lebensmitteln profitiert. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Umsätze konzernweit um 8,4 % auf rund 19,7 Mrd. €. Das sei das bisher beste Quartal seit 20 Jahren, so der Konzern. Vor allem das Onlinegeschäft erzielte erneut die höchsten Zuwachsraten.

Bei Carrefour bleibt man auf Abstand; (B).

Zwar musste der Recyclingexperte Suez auch im Q3 einen leichten Umsatzrückgang von 1,7 % auf 4,39 Mrd. € verzeichnen. Bereinigt und auf organischer Basis erzielten die Franzosen jedoch ein Mini-Plus von 0,4 %. Das Ebitda belief sich derweil auf 795 (809) Mio. €.

Suez behält man angesichts des Übernahmekampfes um Veolia weiter im Auge; (B+). 

Der Telekomkonzern Orange hat sich im Q3 besser geschlagen als erwartet. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Umsätze um 0,8 % auf 10,6 Mrd. €. Dabei konnte Orange vor allem im Heimatmarkt Frankreich, Afrika und dem Nahen Osten punkten. Als kleines Schmankerl hat der Konzern seine Zwischendividende zudem auf 0,40 € angehoben.

Orange hat dennoch einen weiten Weg aus dem Coronatief vor sich; (B). 

Geschlossene Schulen und Kantinen haben dem Cateringkonzern Sodexo im jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 die Bilanz verhagelt. Die Umsätze gingen dabei um 12 % auf 19,32 Mrd. € zurück. Nach Steuern rutschte der Konzern mit –315 Mio. € sogar in die Verlustzone, nachdem im Vorjahr hier noch ein Gewinn von 665 Mio. € angefallen war. Vor diesem Hintergrund plant Sodexo, gut 2.083 Stellen abzubauen. Um trotz Lockdown Erlöse zu generieren, hat sich der Konzern zudem ein neues Angebot ausgedacht. Die sogenannten „Heut Koch Ich“-Tüten, die in Deutschland angeboten werden,  enthalten ein Rezept sowie frische, ungekochte Lebensmittel, wie Reis, Kartoffeln und Gemüse,  Gewürze und Soßen, die man für die Zubereitung braucht. Die Kochtüten werden direkt in den beteiligten Betriebsrestaurants verpackt. Gäste und Besucher können sie dort erwerben und die Gerichte daheim zubereiten.

Sodexo gehört zu den Branchevertretern, die besonders hart von der Pandemie betroffen sind. Hier dürfte eine Erholung erst nach Corona wieder Fahrt aufnehmen; (B). 

Der Triebwerks- und Technologiekonzern Safran hat zwischen Juli und September wieder etwas an Boden gewonnen. Dennoch fiel der Umsatz im Q3 mit 3,38 Mrd. € gut 42 % niedriger aus. Allerdings wurde hier mit einem noch höheren Erlöseschwund gerechnet. Sein im Frühjahr eingeleitetes Sparprogramm will der Konzern derweil fortführen.

Bei Safran bleibt man erst einmal am Seitenrand; (B). 

Innerhalb der Coronakrise sind es vor allem die Fluggesellschaften, die die Auswirkungen besonders hart zu spüren bekommen. So auch Air France-KLM. So beförderte die Airline im sonst so wichtigen Sommerquartal bis Ende September fast 70 % weniger Passagiere. Der Umsatz sackte um zwei Drittel auf 2,5 Mrd. € nach unten. Abfindungen für tausende Piloten, Flugbegleiter und Bodenmitarbeiter, die wegen der Branchenkrise ihre Jobs verlieren, zogen das Nettoergebnis zusätzlich in den Keller. Insgesamt stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von –1,7 Mrd. €.

Air France-KLM bietet aktuell keine Kaufreize; (B). 

Der Brillenspezialist EssilorLuxottica profitierte im jüngst abgelaufenen Quartal von der allmählich wieder anziehenden Nachfrage. Zwar blieben die Umsatzerlöse mit gut 4,1 Mrd. € noch immer gut 5,2 % hinter den Vorjahresergebnissen. Im Vergleich zum 2. Quartal konnten sich die Franzosen jedoch massiv verbessern. Hier hatte noch ein Umsatzminus von ganzen 46 % in der Bilanz gestanden. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich EssilorLuxottica auch weiterhin nicht zu. Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Anleger gibt es dennoch: Das Unternehmen hat angekündigt, noch im Dezember eine etwaige Dividendenausschüttung zu diskutieren.

EssilorLuxottica dürfte bald wieder in höhere Kurse zurückkehren; (A–).

U.a. das gute Handelsgeschäft hat die Großbank BNP Paribas im Sommerquartal gestützt. Insgesamt verdiente das Institut im Q3 gut 1,9 Mrd. € und damit 2,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Die Erträge konnte BNP indes mit rd. 10,9 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums halten. Das Management sieht die Bank trotz Pandemiesorgen gerüstet, für das laufende Jahr eine Dividende zu zahlen. Dies hängt jedoch davon ab, ob die europäischen Bankenaufseher den Dividendenstopp aufgrund der Coronaauswirkungen aufheben.

Bei BNP Paribas bleibt man vorerst weiter an der Seitenlinie; (B). 

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