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Berichtssaison USA

3M bekommt die Coronakrise im Q2 zu spüren. Vor allem im Geschäftsbereich Transport und Elektronik musste der Konzern einen Absatzrückgang von ganzen 20,9 % verbuchen. Insgesamt fiel der Umsatz mit 7,18
Mrd. $ gut 12 % geringer aus. Netto erzielte das Unternehmen dennoch u.a. dank einer beschleunigten Nachfrage nach Schutzmasken mit 1,29 (1,13) Mrd. $ einen höheren Gewinn. Angesichts der noch immer ansteigenden COVID-19-Fallzahlen weltweit sieht sich 3M auch weiter nicht in der Lage, eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr auszugeben.

3m bleibt zunächst weiter unter Beobachtung; (B). 

Ausgangssperren und geschlossene Läden haben McDonald‘s im Q2 die Bilanz verhagelt. Neben einem um gut 30 % auf 3,8 Mrd. $ verringerten Umsatz brach der Gewinn nach Steuern sogar um ganze 68 % auf 484 Mio. $ ein. Konzernchef Chris Kempczinski betonte jedoch, dass sich die Lage im Verlauf des Quartals kontinuierlich verbessert habe. McDonald‘s sei gut aufgestellt, um erfolgreich und letztendlich gestärkt durch die Krise zu kommen. Ende Juni seien fast alle der rund 39.000 Filialen weltweit wieder geöffnet gewesen, allerdings bleibt der Geschäftsbetrieb in vielen der Schnellrestaurants begrenzt und dreht sich weiterhin vor allem um Drive-thru, Take-away und Essenslieferungen.

McDonald‘s dürfte bald wieder den Anlegergeschmack treffen; (A–).

Der Online-Boom in der Coronakrise hat der Handelsplattform Ebay im 2. Quartal nochmals Schub verliehen. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 18 % auf 2,9 Mrd. $ zu. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen der Plattform kletterte dabei um 26 % auf 27,1 Mrd. $. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 740 Mio. $ sogar ganze 85 % mehr! Für 2020 visiert Ebay einen Umsatz von 10,56–10,75 Mrd. $ an. Das entspricht einem Plus von 12–14 %. Das EPS wird zwischen 2,85 und 3,00 (2,10) $ angepeilt.

Ebay überzeugt; (B+).

Die sinkende Ausgabenbereitschaft während der Pandemie hat auch dem Kreditkartengiganten Visa zu schaffen gemacht. Die Umsatzerlöse gingen in den 3 Monaten bis Ende Juni um 17 % auf 4,8 Mrd. $ zurück. Nach Steuern fiel der Gewinn mit 2,4 Mrd. $ um 23 % geringer aus. Angesichts der anhaltend unsicheren Lage gibt auch Visa weiter keine Prognose für 2020 aus.

Visa dürfte langfristig jedoch vom coronabedingten Trend zum bargeldlosen Bezahlen profitieren; (A–).

Die Pandemie-Belastungen haben Starbucks zwischen April und Juni in die roten Zahlen gedrückt. U.a. Filialschließungen und Verkaufseinbußen sorgten im Q3 für einen Nettoverlust von –678,4 Mio. $. Im Vorjahr hatte Starbucks hier noch einen Gewinn von 1,37 Mrd. $ eingefahren. Die Erlöse sanken um 38 % auf 4,22 Mrd. $. Vorstandschef Kevin Johnson betonte indes, dass sich das Geschäft kontinuierlich erhole und die meisten Filialen rund um den Globus inzwischen wieder geöffnet seien. Dennoch geht die Kaffeehaus-Kette im lfd. Jahr von massiven Belastungen durch das Coronavirus aus.

Starbucks gibt man dennoch nicht vorschnell aus der Hand; (B+).

Höhere Verkäufe bei seinen PC-Chips der Marke Ryzen sowie den Epyc-Prozessoren für Rechenzentren haben dem Chipkonzern AMD ein mehr als gutes Quartal beschert. Zwischen April und Juni verbesserten sich die Umsätze demnach um 26 % auf 1,93 Mrd. $. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen mit einem Ergebnis von 157 Mio. $ sogar gut 35 % mehr.

Bei AMD sollten einmal erste Gewinne abgesichert werden; (B+).

Der Biotechkonzern Amgen hat nach einem überraschend guten Quartal seine Jahresprognose angehoben. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll demnach bei 15,10 bis 15,75 $ liegen. Bislang hatte das Unternehmen 14,85–15,60 $ angepeilt. Beim Umsatz werden weiter 25–25,6 Mrd. $ erwartet. Im jüngst abgelaufenen Q2 konnten sich die Erlöse trotz Coronapandemie um 6 % auf 6,2 Mrd. $ verbessern. U.a. Akquisitionskosten drückten jedoch das Ergebnis nach Steuern um 17 % auf 1,8 Mrd. $.    

Amgen bleibt mindestens eine gute Halteposition; (B+).

 

Höhere Steuern in Schweden haben dem Musikstreamingdienst Spotify im abgelaufenen Quartal einen Verlust eingebrockt. Insgesamt stand in den drei Monaten bis Ende Juni nach Steuern ein Fehlbetrag von –356
Mio. € in der Bilanz. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1 Mio. € erzielt. Die Erlöse verbesserten sich indes um 13 % auf 1,89 Mrd. €. Auch die Zahl der Abo-Kunden stieg von April bis Juni von 130 auf 138 Mio. User.    

Spotify lässt man einfach weiterlaufen; (B+).      

Absatzeinbußen und Produktionsausfälle haben den größten US-Autobauer General Motors zwischen April und Juni in die Verlustzone gedrückt. Im 2. Quartal fiel demnach unterm Strich ein Verlust von –806
Mio. $ an. Im Vorjahr hatte GM noch 2,4 Mrd. $ verdient. Die Erlöse gingen um 53 % auf 16,8 Mrd. $ zurück. Der Konzern betonte jedoch, dass ausreichend Kapital vorhanden sei, um sicher durch die Krise zu kommen. Zum Quartalsende hätten die Liquiditätsreserven im Automobilgeschäft bei 30,6 Mrd. $ gelegen. Dennoch hat sich auch der Autobauer ein striktes Sparprogramm auferlegt.   

Der GM-Kurs stottert; (B). 

Für den strauchelnden Flugzeugbauer Boeing wird die Coronapandemie zur zusätzlichen Dauerbelastung. Im 2. Quartal sanken die Umsätze um gut ein Viertel auf 11,8 Mrd. $. Nach Steuern stand mit –2,4 (–2,9) Mrd. $ zwar ein leicht „verringerter“ Verlust. Allerdings hatten im Vorjahr hohe Sonderkosten aus dem 737 MAX-Desaster auf dem Ergebnis gelastet. „Bedauerlicherweise bedeuten die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die zu weiteren Produktionskürzungen und sinkender Nachfrage nach Flugzeugen führen, dass wir die Anzahl unserer Mitarbeiter überdenken müssen“, so Boeing-Chef Dave Calhoun. Der US-Luftfahrtkonzern hatte im April angekündigt, die Mitarbeiterzahl um rund 10 % zu reduzieren, was gut 16.000 Stellen entsprechen würde. Einen Prognose auf das Gesamtjahr gab der Konzern erwartungsgemäß nicht aus.   

Der Sinkflug von Boeing ist noch lange nicht ausgestanden; (B–). 

U.a. der Werbeboykott von Großkunden hat das Wachstum bei Facebook im vergangenen Quartal abgeschwächt. Der Umsatz wuchs im Q2 zwar um 11 % auf 18,8 Mrd. $. Zuvor legte der Konzern jedoch um gut 20 % zu. Bei den Nutzerzahlen konnte Facebook indes erneut 100 Mio. aktive monatliche User mehr verzeichnen. Der Gewinn nach Steuern fiel mit fast 5,2 Mrd. $ sogar gut doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Hier wurde das Ergebnis allerdings u.a. von einer Zahlung von 2 Mrd. $ nach Ermittlungen der Verbraucherschutzbehörde FTC belastet. Einen Ausblick auf das Gesamtjahr gab Facebook indes nicht.

MD-Wert Facebook schlägt sich trotz Krise derzeit jedoch mehr als gut. Den Wert gibt man daher keineswegs aus den Händen; (B+).

Die massiv angestiegene Nachfrage nach Onlineangeboten hat dem Zahlungsdienstleister PayPal in die Karten gespielt. Im Q2 schoss der Nettogewinn um 86 % auf 1,5 Mrd. $ nach oben. Der Umsatz erhöhte sich um 22 % auf 5,3 Mrd. $. Auch für das lfd. Quartal zeigte sich PayPal relativ zuversichtlich und stellte ein Umsatzwachstum von 23 % in Aussicht. Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 rechnet das Unternehmen ebenfalls mit gut 20 % höheren Erlösen.   

PayPal gehört ganz klar zu den Coronaprofiteuren; (B+).

General Electric bekam die Folgen der Coronakrise mit voller Wucht zu spüren. Besonders schwer betroffen ist die Triebwerkssparte, die lange für stabile Erträge gesorgt hatte. Insgesamt brach der Auftragseingang daher um 56 % ein. Das Unternehmen hatte hier bereits die Streichung von gut 25.000 Stellen angekündigt. Die Konzernerlöse gingen im Q2 um 24 % auf 17,7 Mrd. $ zurück. Netto stand ein Verlust von –2,18 Mrd. $ in der Bilanz. Im Vorjahr belief sich der Fehlbetrag noch auf –61 Mio. $. Um den Schuldenberg abzubauen, will GE nun auch seine restliche Beteiligung am Öl- und Gas-Ausrüster Baker Hughes veräußern.

Bei GE geht man auf Abstand; (B). 

Der Paketboom innerhalb der Pandemiezeit hat UPS einen deutlichen Umsatzschub beschert. Der Umsatz legte demnach im Q2 um 13 % auf 20,5 Mrd. $ zu. Der Nettogewinn wuchs um 5% auf knapp 1,8 Mrd. $. Eine Prognose für Umsatz und Gewinn im lfd. Jahr wollte das Management dennoch nicht abgeben. Es sei noch zu unsicher vorauszusagen, wann und wie schnell sich die Wirtschaft von der Coronakrise erhole, so UPS.

UPS liefert weiter ins Depot; (B+). 

Procter & Gamble hat im abgelaufenen Jahr u.a. von der höheren Nachfrage nach Reinigungs- und Gesundheitsmitteln profitiert. Insgesamt legten die Umsätze im Geschäftsjahr 2019/20 um 5 % auf 70,95 Mrd. $ zu. Nach Steuern schoss der Gewinn von 3,89 Mrd. $ im Vorjahr auf 13,03 Mrd. $. Allerdings musste P&G im Vj. rd. 8 Mrd. $ auf sein Geschäfte mit Rasierern und Co. abschreiben. Für das neue Geschäftsjahr 2020/21 erwartet der Konzern weiteres Wachstum. So soll der Umsatz aus eigener Kraft um 2 bis 4 % zulegen, das bereinigte Ergebnis je Aktie um 3–7 %. 2019/20 belief sich das bereinigte Ergebnis je Aktie auf
5,12 $.

P&G bleibt ein Depottitel; (B+).

 

Zum ersten Mal in der 22-jährigen Konzerngeschichte musste die Google-Mutter Alphabet im Anzeigengeschäft einen Umsatzrückgang von 8 % verbuchen. Insgesamt fielen die Erlöse des Konzerns im Q2 um 2 % auf 38,3 Mrd. $. Vor allem höhere Kosten und sinkende Werbeeinnahmen sorgten für den Rückgang. Und auch unter dem Strich erzielte Alphabet mit 6,96 (9,95) Mrd. $ ein geringeres Ergebnis. Einen Ausblick auf 2020 traut sich der Konzern indes weiterhin nicht zu.   

Alphabet lässt man dennoch ganz entspannt weiterlaufen; (B+). 

Ford hat das Q2 trotz Belastungen aufgrund der Coronakrise mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Grund war jedoch eine 3,5 Mrd. $ schwere Aufwertung der Beteiligung an der Roboterauto-Firma Argo AI. Demnach stand netto ein Gewinn von 1,1 (0,1) Mrd. $ in der Bilanz. Allerdings sorgten u.a. Werksschließungen für einen um ganze 50 % reduzierten Umsatz von 19,4 Mrd. $. Einen konkreten Ausblick auf 2020 gab der Autobauer indes nicht aus.

Bei Ford bleibt man zunächst am Seitenrand geparkt; (B). 

Wenn jemand von der Coronakrise profitiert hat, dann ist es wohl Amazon! Im Q2 schoss der Umsatz um ganze 40 % auf 88,9 Mrd. $. Der Gewinn nach Steuern betrug 5,2 Mrd. $ und konnte sich damit in etwa verdoppeln. Für das lfd. Q3 stellt der Onlinegigant einen Umsatz zwischen 87–93 Mrd. $ in Aussicht, was einem Plus von 24–33 % entspricht.

Wer sich frühzeitig Amazon-Stücke schnappen konnte, lehnt sich aktuell einfach zurück und genießt; (B+). 

Der iPhone-Konzern Apple schüttelt die Coronakrise mit einem Rekordquartal ab. Im 3. Quartal legten die Umsätze um 11 % auf 59,7 Mrd. $ zu. Das lag u.a. an der höheren Nachfrage nach Homeoffice-Zubehör. Entsprechend kletterte auch der Gewinn nach Steuern um 12 % auf 11,25 Mrd. $. Apple kündigte zugleich einen Aktiensplit im Verhältnis 4:1 an, um das Papier erschwinglicher zu machen. Bei dem Split werden Anteilseigner für jede ihrer Aktien vier neue Papiere bekommen. Einen Ausblick auf das lfd. Jahr gab das Unternehmen jedoch zunächst nicht. Derweil sieht sich Apple einem milliardenschweren Patentstreit gegenüber. Das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen Shanghai Zhizhen Network Technology fordert von den Kaliforniern Schadensersatz in Höhe von rund 10 Mrd.  Yuan (1,2 Mrd. €). Die chinesische Firma wirft Apple vor, eines ihrer Patente für einen digitalen Assistenten verletzt zu haben, dessen Architektur der des Apple-Assistenten Siri ähnlich sei. Apple selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Apple wird angesichts des am 28. August angesetzten Aktiensplits wieder auf die Kaufliste gesetzt; (A–).

Zwar drückten geringere Bestellungen den Umsatz des Pharmakonzerns Eli Lilly zwischen April und Juni um 2 % auf rd. 5,5 Mrd. $. U.a. geringere Kosten ließen den Nettogewinn indes mit gut 1,4 Mrd. $ um 6 % ansteigen. Die Pandemie lastet auch weiterhin auf den Gesundheitssystemen in aller Welt, so Konzernchef David Ricks. Er gehe jedoch davon aus, dass im Laufe des H2 wichtige Produkte des Konzerns wieder häufiger verschrieben werden. Trotz dessen hat Eli Lilly sich in diesem Jahr bisher zunehmend optimistischer geäußert. Das Management plant demnach für 2020 mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 7,20–7,40 (6,04) $.

Eli Lilly dürfte bald wieder anziehen; (A–).

Zwar milderte das höhere E-Commerce-Aufkommen die sinkenden Konsumausgaben etwas ab. Dennoch bekam der Kreditkartenkonzern Mastercard in den
3 Monaten bis Ende Juni die Coronakrise zu spüren. Insgesamt gingen die Erlöse um 19 % auf 3,3 Mrd. $ zurück. Nach Steuern erzielte das Unternehmen mit einem Ergebnis von 1,4 Mrd. $ gut 31 % weniger. Dennoch geht das Management langfristig von einem anziehenden Aufkommen der Kartenzahlungen weltweit aus, auch durch Corona.   

Mastercard hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Performance abgelegt. Daher sieht man über den akt. Kursknick vorerst hinweg; (B+). 

Merck & Co hat wegen der Auswirkungen der Coronapandemie im 2. Quartal weniger umgesetzt, die Gewinne aber trotzdem gesteigert. Der Umsatz sank demnach um 8 % auf knapp 10,9 Mrd. $. Hier machten sich niedrigere Medikamentenverkäufe im Zuge der Pandemie bemerkbar. Unter dem Strich verdiente Merck & Co mit 3 Mrd. $ allerdings 12 % mehr. Für das Gesamtjahr zeigte sich das Unternehmen daher wieder zuversichtlicher und erhöhte seine Prognosen. So erwartet das Management nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,63–5,78 $ sowie einen Umsatz von 47,2–48,7 Mrd. $.   

Auch Merck gehört zu den COVID-19-Mittel-Forschern. Bei Erfolg verbirgt sich hier einiges an Aufholpotenzial; (A–).

In den ersten 6 Monaten stagnierten die Erlöse des Konsumgüterkonzerns Mondelez bei 12,62 (12,6) Mrd. $. Das lag vor allem an den Auswirkungen der Coronakrise und dem damit verändertem Einkaufsverhalten der Kunden. Unter dem Strich wies das Unternehmen einen Gewinn von 1,28 (1,77) Mrd. $ aus. Im Gesamtjahr geht das Unternehmen von einem negativen Einfluss auf den Gewinn je Aktie aus. Im Vj. erzielte der Konzern ein EPS in Höhe von 2,65 $.      

Mondelez lagert man im Depot ein; (B+).    

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