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Deutschland kompakt

Basler Halbjahr deutlich besser als erwartet; (A–): In den ersten 6 Monaten übertraf der weltweit führende Hersteller von Industrie-Kameras nach vorläufigen Zahlen seine eigenen Erwartungen. Der Umsatz verbesserte sich in diesem Zeitraum auf 88,9 (81,7) Mio. € und lag damit leicht über der prognostizierten Spanne von 86–88 Mio. €. Auch das Ergebnis vor Steuern kletterte von 7,2 auf 12,8 Mio. €. Hier sorgte vor allem die gestiegene Nachfrage in den Bereichen Halbleiter, Medizintechnik und Logistik für die positiven Ergebnisse. Im Rahmen der Veröffentlichung der endgültigen Halbjahreszahlen am 6. August will der Konzern eine Prognose für das Gesamtjahr ausgeben.

Lufthansa weitere Einsparungen beschlossen; (B): Die Fluggesellschaft will die Anzahl der Führungspositionen um 20 % reduzieren. Dies soll unter anderem durch eine Verkleinerung der Leitungsgremien der Tochterunternehmen geschehen. Zudem sollen 1.000 Stellen in der Verwaltung gestrichen werden. Die angekündigte Flottenverkleinerung, werde umgesetzt, indem bis 2023 maximal 80 neue Flugzeuge abgenommen werden. Damit wird das Investitionsvolumen für Neuanschaffungen halbiert. Im Rahmen der geplanten Kosteneinsparungen soll auch die Kernmarke Lufthansa eine eigenständige Gesellschaft werden.

VW tauscht Manager aus; (B+): Der Autokonzern wechselt mitten im Umbau der krisengebeutelten Nutzfahrzeugtochter Traton die Manager aus. Sowohl Spartenchef Andreas Reuschler als auch MAN-Chef Joachim Drees mussten ihren Hut nehmen. Genaue Gründe nannten die Wolfsburger nicht. Bei MAN stehen momentan 6.000 der insgesamt 36.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Auch Traton leidet momentan unter den durch die Coronakrise ausgelösten Investitionsstopps und den wachsenden Kosten für die Digitalisierung.

Infineon geringere Strafe; (A–): Die von der EU-Kommission verhängte Kartellbuße gegen den Chiphersteller wurde vom EU-Gericht zwar weitgehend bestätigt, aber um knapp 6 Mio. € reduziert. Die EU-Kommission hatte 2014 gegen insgesamt 4 Chiphersteller wegen illegaler Absprachen eine Strafe in Höhe von 138 Mio. € verhängt, wobei Infineon mit rund 82,8 Mio. € den größten Anteil zahlen sollte. Das EU-Gericht entschied nun, dass Infineon knapp 76,9 Mio. € berappen muss. Gegen den Beschluss kann der Halbleiterhersteller vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) noch vorgehen.

Hypoport vorl. deutliche Steigerung im 1. Halbjahr; (B+): Der IT-Plattformdienstleister verbesserte sein gesamtes Transaktionsvolumen auf der Plattform Europace, dem größten B2B-Kreditmarktplatz für Immobilienfinanzierung, Bausparprodukten und Ratenkredite, um mehr 31 % im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten 6 Monaten steigerte sich der Bereich Immobilienfinanzierung auf 33,8 (25,0) Mrd. €. Auch das zweitgrößte Segment Bausparen legte um 21 % auf 6,3 Mrd. € zu. Im Bereich Ratenkredit verbesserte sich das Transaktionsvolumen von 1,7 auf 1,8 Mrd. €. Damit lagen die Steigerungsraten aller drei Bereiche über dem jeweiligen Marktumfeld.

Indus Holding erfasst Wertminderungen; (B): Die Beteiligungsgesellschaft verzeichnet in ihrem Halbjahresbericht eine nicht-zahlungswirksame Wertminderung auf Firmenwerte (Goodwill) in Höhe von 31,6 Mio. €. Diese ergeben sich aus verschlechterten Zukunftsaussichten in den Segmenten Fahrzeugtechnik und Metalltechnik. Die Wertberichtigungen werden allerdings Einfluss auf das Ebit, das Ergebnis nach Steuern und die Eigenkapitalquote haben, teilte das Unternehmen mit. Den vollständigen Halbjahresbericht veröffentlicht Indus am 6. August.

Heidelberg Pharma weitet Verlust aus; (B): Im 1. Halbjahr sorgten vor allem verschobene Aufträge und Meilensteinzahlungen in die 2. Jahreshälfte für einen niedrigeren Umsatz. Die Erlöse fielen auf 3,1
Mio. € nach noch 3,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Ebit-Verlust verschlechterte sich auf –9,4 (–4,3) Mio. €, und auch der Periodenfehlbetrag weitete sich von –4,3 auf –9,4 Mio. € aus. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern weiterhin einen Umsatz zwischen 8,0 und 10,0 (2019: 8,0) Mio. € und ein Ebit zwischen –11,0 und –15,0 (–10,1) Mio. € an.

creditshelf Verkauf treibt Wachstum; (B): Der Mittelstandsfinanzierer konnte dank des Verkaufsabschlusses des creditshelf Loan Funds noch nicht ausgezahlte Kredite bis Ende Juni aus dem 1. Quartal erfolgreich tilgen. Das Volumen arrangierter Kredite lag mit 34,0 Mio. € rund 80 % über dem Vorjahreswert. Das Volumen angefragter Kredite verbesserte sich ebenfalls um 42 % auf 860,1 Mio. €. Die durchschnittliche Kreditlaufzeit hat sich in diesem Zeitraum mit 24,5 (26,8) Monaten leicht verringert.

EnviTec Biogas erhöht Prognose; (B+): Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 konnte der Biogasanlagenbetreiber seine Position als Weltmarktführer ausbauen. Auch für 2020 ist der Konzern trotz der Coronapandemie zuversichtlich, sich als führender integrierter Biogas-Allrounder zu behaupten. Vor allem die Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) haben EnviTec veranlasst, den Ausblick für das Gesamtjahr anzuheben. Für das laufende Jahr geht der Vorstand nun von einem Anstieg der Gesamtleistung (2019: 203 Mio. €) und einem Ebt von mindestens 12,5 (10,3) Mio. € aus.

Steinhoff verkauft Möbelkette; (D): Der kriselnde Handelskonzern trennt sich von seiner französichen Möbelhandelskette Conforama. Im Zuge dessen werden auch die dazugehörigen Immobilien für rund 70
Mio. € verkauft. Die Transaktion soll im September dieses Jahres abgeschlossen werden. Einen genauen Verkaufspreis nannte der Konzern nicht.

Fraport Passagierzahlen eingebrochen; (B): Im Juni brach die Zahl der Fluggäste an Deutschlands größtem Airport Frankfurt aufgrund der Reisebeschränkungen um beinahe 91 % auf 599.314 ein. In den ersten 6 Monaten lag das Minus damit bei insgesamt 63,8 %.

Linde zu Bußgeld verdonnert; (A–): Wegen des Verstoßes von Veröffentlichungspflichten hat die BaFin dem Gasekonzern ein Bußgeld in Höhe von 1,28 Mio. € aufgebrummt. Linde habe Insiderinformationen nicht unverzüglich bekannt gemacht, hieß es in der Begründung.

mwb 1. Halbjahr zufriedenstellend; (B): Nach noch vorläufigen Zahlen verbesserte sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit dank der Kursturbulenzen im Zuge der Coronapandemie auf 13,7 Mio. (932 T) €.
Nach Abzug von Rückstellungen und aufwandswirksamer Fondszuführungen erwirtschaftete das die Wertpapierhandelsbank einen Jahresüberschuss von 9,3 Mio. (770 T) €. Aufgrund der Coronakrise wagt der Vorstand keine Prognose für das Gesamtjahr.

Daimler rechnet mit Verlusten; (B): Nachdem der Absatz in den ersten 6 Monaten coronabedingt deutlich unter dem Vorjahreswert lag, konnte der Autobauer seit Anfang Juni vor allem in China wieder höhere Auslieferungen verzeichnen. Insgesamt wurden 870.000 Pkw (–19 %) und 150.000 Lkw (–38 %) seit Jahresbeginn ausgeliefert. Aufgrund der Pandemie rechnet der Konzern im Q2 mit deutlichen Umsatzrückgängen und sogar einem negativen Konzernergebnis. Mit einem scharfen Sparkurs (u.a. der Verkauf des Smart-Werks im französischen Hambach) will Daimler die Verluste eindämmen. Außerdem plant der Autobauer, im Personalbereich mehr als die anberaumten 1,4 Mrd. € einsparen zu wollen. Die bislang im Raum stehende Streichung von 10.000–15.000 Arbeitsplätzen dürfte deutlich höher ausfallen, erklärte Personalvorstand Wilfried Porth.

Continental verzichtet weiter auf einen Ausblick; (B+): „Wir rechnen jetzt mit einem sehr schwierigen dritten Quartal“, so Vorstandschef Elmar Degenhart. Zwar stiegen die Bauzahlen für Autos wieder, dennoch kündigte der Autozulieferer für das Q2 einen Verlust an. Für das Gesamtjahr bleibt der Vorstand daher vorerst vorsichtig und verzichtet weiterhin auf eine konkrete Prognose.

Evonik trotzt der Krise; (A–): Das 2. Quartal lief nach ersten Einschätzungen besser als noch im Mai erwartet. Vor allem im Bereich Zusatzstoffe für Tierfutter und für Desinfektionsmittel sei die Nachfrage deutlich gestiegen. Der laufende Konzernumbau zahle sich aus. Deshalb werde es kein weiteres Sparprogramm geben, teilte Unternehmenschef Christian Kullmann mit. Für das laufende Jahr peilt der Spezialchemiekonzern einen Umsatz zwischen 11,5 und 13,0 (13,1) Mrd. € an. Das Ebitda wird zwischen 1,7 und 2,1 (2,2) Mrd. € erwartet.

Grammer fährt Verlust ein; (B+): Vor allem der Produktionsstopp aufgrund der Coronapandemie habe dem Autozulieferer nach vorläufigen Zahlen einen Verlust eingebrockt. Das Ebit rutschte mit –50 (26,2)
Mio. € in die roten Zahlen, und auch der Umsatz verschlechterte sich um 46 % auf 281
Mio. €. Neben der massiven Beeinträchtigung der Produktion belasteten auch Abschreibungen und Abwertungen von Projektbeständen das Ergebnis. Den vollständigen Bericht veröffentlicht Grammer am 13. August.

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