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Jetzt wird´s spannend!

Stoxx Europe 600 steht vor Investmentkaufsignal

Unter verschiedenen Europa-Indizes bietet der Stoxx Europe 600 (ISIN EU0009658202) die breiteste Streuung. Der Aktienindex umfasst 600 Aktien aus 18 europäischen Ländern und ist nicht an einzelne Branchen gebunden. Welche Aktien es in den Index schaffen, richtet sich nur nach der Marktkapitalisierung, wobei ausschließlich der Streubesitz an der Börse gewertet wird. Es gibt jedoch eine Deckelung von 10 %.

Im Vergleich zu diversen anderen europäischen Aktienindizes ist der Stoxx Europe 600 nicht auf die Eurozone begrenzt, sondern enthält ebenso Aktien aus anderen Ländern, wie z.B. der Schweiz, Großbritannien, Tschechien und den skandinavischen Ländern. Daher ist er im Gegensatz zu allen anderen europäischen Indizes als Referenzindex  für Europa zu sehen.

Und gerade wegen dieser Marktbreite liefert er Investoren auch besondere charttechnische Hinweise für die künftigen Entwicklungen am Aktienmarkt. Doch seit nunmehr 20 Jahren bewegten sich die europäischen Blue Chips in einer Schiebezone zwischen 160 Punkten und gut 400 Punkten, wo dann aber regelmäßig Schluss war. Dort verließ die Marktteilnehmer immer wieder der Mut, sodass sich seit Beginn des Jahrtausends hier ein ultimativer charttechnischer Deckel etabliert hat. Als obere Begrenzung diente dabei stets das Allzeithoch aus April 2015 bei 415 Punkten. Dieses konnte nun erstmals im November 2019 überwunden werden. Da dieses und das nachfolgende im Dezember jeweils über der Marke von 410 lagen, wurde zugleich die horizontale Schlüsselmarke nochmals bestätigt. Mit dem Anstieg auf 419,74 Punkte hatte der Stoxx Europe 600 am 27.12.2019 schließlich ein weiteres neues All-Time-High erreicht und damit seinen Top-Kurs von Heiligabend  bereits wieder eingestellt. Trotz Krise im Nahen Osten ging die Rallye im neuen Jahr weiter und erreichte am 9. Januar erneut einen Rekordstand und charttechnisch eine äußerst spannende Konstellation (s. Chart unten):

Kann sich der Index dauerhaft in dieser luftigen Höhe etablieren, ist dies gleichbedeutend mit einer Auflösung der langjährigen  Schiebezone, was charttechnisch einem Paukenschlag gleichkäme. Denn wenn dieser breite Marktindex aus seinem zwanzigjährigen Kurskorsett nach oben ausbricht, dann wäre dies ein Befreiungsschlag im ganz großen Stil mit überdurchschnittlichem Kurspotenzial.

Betrachtet man die gesamte Kursaktivität seit dem damaligen Rekordstand aus dem Jahr 2015 als klassische Dreiecksformation,  ließe sich daraus sogar ein kalkulatorisches Anschlusspotential dieser trendbestätigenden Chartformation von 50 % ableiten. Denn ein solcher Ausbruch aus einer Dreiecksformation ist eine absolute Steilvorlage für einen neuen langfristigen Trend mit viel Kurspower. Um die Ausbruchschance nicht zu vergeben, sollte der Stoxx Europe 600 allerdings künftig nicht mehr unter die 38-Monats-Linie (akt. bei 379 Punkten) zurückfallen. Denn ein Rückschlag könnte ähnlich heftig ausfallen.

Doch die Chancen stehen gut, dass der Index den Deckel dieses Mal lüften könnte, da die allgemeine Marktlage gut ist und bereits andere Aktienindizes ihren Ausbruch aus langjährigen Schiebezonen geschafft haben.

Ein prominentes Beispiel ist der amerikanische S&P 500, der im Jahr 2013 aus einer großen rd. 13-jährigen Seitwärtsbewegung ausgebrochen ist und sich seit diesem Investmentkaufsignal fast verdoppelt hat.