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Konsolidierungswelle in der Gaming-Branche

Erst in der vergangenen Woche ist die größte Gaming-Messe, die Gamescom, zu Ende gegangen. Spieleentwickler rund um den Globus haben in Köln gezeigt, was in den kommenden Monaten auf Computern und Konsolen trendet. Dabei befindet sich die Branche selbst derzeit in einer Konsolidierungsphase, die sich nachhaltig auf die Gaming-Landschaft auswirken dürfte. Denn nicht nur kleine Publisher und Studios stehen aktuell auf dem Kaufzettel – ganz im Gegenteil.

So hat der chinesische Spiele-Gigant NetEase kürzlich angekündigt, das französische Videospielestudio Quantic Dream zu übernehmen. Beinahe parallel gab zudem der ebenfalls chinesische Technikgigant Tencent bekannt, einen Anteil von 16,25 % am japanischen Spiele-Entwickler FromSoftware erworben zu haben. Die Investitionen von Tencent und dem japanischen Elektronikriesen Sony, der ebenfalls eine Beteiligung an FromSoftware übernimmt, beliefen sich auf insgesamt 36,4 Mrd. Yen (umgerechnet knapp 260 Mio. €). Dies ist jedoch nicht der erste Zukauf von Tencent in Europa. Erst in den vergangenen Monaten sicherten sich die Chinesen Anteile an PlatinumGames, Marvelous Inc. und der französischen Videospielegruppe Ubisoft mit Titeln wie „Assassin‘s Creed“ (s.S.27). Chinesische Spielegiganten wenden sich zunehmend dem internationalen Markt zu, da das Wachstum im Inland an Schwung verliert. Im 1. Halbjahr 2022 ging der Umsatz des chinesischen Videospielesektors zum ersten Mal in der Geschichte zurück.

Doch auch westliche Konzerne sind auf Shopping-Tour im Gaming-Sektor. Zu ihnen gehört etwa Microsoft, die jedoch kürzlich einen ersten Rückschlag vernehmen mussten: Die britische Marktaufsichtsbehörde, die Competition and Markets Authority (CMA), hat vor Kurzem das Ergebnis ihrer Untersuchung zur geplanten Übernahme von Activision Blizzard mitgeteilt (s. ES 35/22). Darin äußert die Behörde ihre Sorge über mögliche Auswirkungen auf den freien Wettbewerb im britischen Videospielemarkt. Die CMA empfiehlt eine weiterführende Untersuchung, falls Microsoft nicht in der Zwischenzeit von sich aus „glaubhafte Schritte unternimmt, um diese Bedenken in Bezug auf den Wettbewerb auszuräumen“.

Demnach besteht die Gefahr, dass Microsoft die Inhalte von Activision Blizzard anderen Anbietern von Konsolen oder Abonnements vollständig vorenthält oder sie nur in verwässerter Form freigibt. Außerdem sieht die CMA kritisch, dass Microsoft dank des Portfolios von Activision Blizzard im Bereich der Cloud-Gaming-Dienste einen zu großen Vorsprung vor seinen Rivalen haben und Neueinsteiger vergraulen könnte.

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