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Neues aus den USA

Der Getränkeriese Coca-Cola muss aufgrund der Coronakrise einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen. Allein seit Anfang April ging die verkaufte Menge um gut
25 % zurück. Hier machte sich vor allem die Schließung von Gastronomiebetrieben und Unternehmen bemerkbar, denn gut die Hälfte seiner Umsätze macht Coca-Cola mit Betrieben. Im gesamten 1. Quartal fielen die Erlöse indes nur leicht um 1 % auf 8,6 Mrd. $. Unter dem Strich konnte sich der Gewinn sogar auf 2,78 (1,68) Mrd. $ verbessern.

Coca-Cola legt man sich dennoch zu den akt. Kursen in den Einkaufswagen; (A–).

Die Coronapandemie und Serienhits wie „Tiger King“ hatten dem Online-Videodienst Netflix zu seinem bislang stärksten Quartal verholfen. In den drei Monaten bis Ende März schoss die Anzahl der Bezahlabos weltweit um 15,8 Mio. in die Höhe. Es war das Vierteljahr mit dem größten Kundenandrang und übertraf sowohl die eigene Prognose als auch die Erwartungen der Analysten. Insgesamt schoss der Umsatz im 1. Quartal auf 5,77 (4,52) Mrd. $. Und auch nach Steuern konnte sich das Ergebnis mit 709 (344) Mio. $ deutlich beschleunigen. Für das lfd. 2. Quartal gibt sich Netflix optimistisch und erwartet neben einem Umsatz von 6,05 Mrd. $ einen Gewinn nach Steuern von 820 Mio. $.

Netflix ist zwar kein Schnäppchen mehr. Wer sich jedoch schon Stücke gestreamt hat, schaltet hier auf keinen Fall ab; (B+).

Der Chipkonzern Texas Instruments hat im 1. Quartal überraschend viel verkauft. Weil Kunden vor dem Hintergrund der Coronapandemie aus Sorge um die Verfügbarkeit benötigter Produkte besonders viel orderten, ging der Umsatz nur um 7 % auf 3,33 Mrd. $ zurück. Analysten hatten hingegen mit einem Abrutschen auf 3,14 Mrd. $ gerechnet. Der Gewinn fiel unter dem Strich von 1,22 Mrd. $ im Vorjahr auf 1,17 Mrd. $. Im 2. Quartal rechnet TI mit einem weiteren Umsatz- und Gewinnrückgang. Bei den Erlösen werden 2,61 bis 3,19 Mrd. $ erwartet. Das US-Unternehmen produziert vor allem Chips für die Autoindustrie und war hier bereits vor der Coronakrise ins Schlingern geraten.

Bei TI bleibt der Restbestand vorerst weiter im Depot; (B+). 

Angesichts der schwierigen Marktlage aufgrund der Coronaausbreitung streicht AT&T seine Prognose für das lfd. Jahr. Zuvor hatte der Konzern noch ein Umsatzwachstum zwischen 1 und 2 % angepeilt. Der Umsatz verringerte sich in den ersten drei Monaten um gut 5 % auf 42,8 Mrd. $. Das lag vor allem an starken Vergleichszahlen beim 2018 übernommenen Medienkonzern Time Warner, der dann in WarnerMedia umbenannt wurde. Der Gewinn unter dem Strich belief sich auf 4,6 Mrd. $, das sind fast 13 % mehr als ein Jahr zuvor. Hoffnungen setzt AT&T ins noch recht junge Streaming-Geschäft, das aktuell wieder Zuwächse verzeichnen kann.

AT&T wandert auf die Watchlist; (B+). 

Der Pharmakonzern Biogen verschiebt angesichts der aktuellen Lage seinen Zulassungsantrag für das potenzielle Alzheimermedikament Aducanumab. Eigentlich sollte der Antrag bereits im Frühjahr 2020 bei der FDA eingereicht werden. Nun plant Biogen, diesen erst im 3. Quartal einzureichen. In den ersten 3 Monaten konnte das Unternehmen den Umsatz zwar nur um 1% auf 3,53 Mrd. $ steigern. Das lag jedoch u.a. an hohen Sondererlösen im Vorjahr. Nach Steuern legte der Gewinn um 15 % auf knapp 1,6
Mrd. $ zu. Einen Ausblick auf das lfd. Jahr gab das Unternehmen dennoch zunächst nicht bekannt.

Biogen ist und bleibt aussichtsreich; (B+).

Der Cloud-Anbieter IBM bekommt die ersten Auswirkungen der COVID-19-Ausbreitung zu spüren. Aufgrund der wirtschaftlichen Einschränkungen und etwaiger Sparmaßnahmen wurden bereits Aufträge bei IBM storniert oder verschoben. In den drei Monaten bis Ende März fielen die Erlöse um 3,4 % auf 17,6 Mrd. $. Der Gewinn nach Steuern sackte um gut ein Viertel auf 1,2 Mrd. $ ab. Das Unternehmen hat bereits seit Längerem mit dem schwachen Hardware-Geschäft zu kämpfen. Dennoch setzt der Konzern langfristig auf eine höhere Nachfrage nach Cloud-Diensten im Zuge der Homeoffice-Offensive.

Bei IBM bleibt man am Seitenrand; (B). 

Wer Zuhause ist, muss sich beschäftigen. Das merkt auch der Foto-App-Betreiber Snap. In den ersten 3 Monaten zogen die Erlöse um 44 % auf 462 Mio. $ an. Die Zahl der täglichen Nutzer wuchs von 218 auf 229 Mio. User. Unter dem Strich blieb der Verlust mit –306 (–310) Mio. € in etwa auf Vj.-Niveau. Einen Ausblick auf den Jahresverlauf gab der Konzern vorerst nicht.

Dennoch ist Snap angesichts des massiven Verlusts nur etwas für den risikofreudigen Anleger; (B). 

Die Nachfrage nach Technik für Rechenzentren und Laptops für Heimarbeit bescherte Intel in den drei Monaten bis Ende März deutlich angezogene Ergebnisse. Insgesamt stieg der Umsatz im 1. Quartal um 23 % auf 19,8 Mrd. $. Beim Nettogewinn gab es sogar ein Plus von 42 % auf 5,7 Mrd. $. Intel wagt auch weiterhin keine Prognose für das lfd. Gesamtjahr.

Intel bleibt unter Beobachtung; (B+). 

Der Kreditkartenanbieter American Express hat aufgrund der Coronapandemie einen Gewinneinbruch erlitten. Im 1. Quartal brach das Nettoergebnis um 76 % auf
367 Mio. $ ein. Die Erlöse gingen um 1 % auf 10,3 Mrd. $ zurück. American Express erhöht zudem die Krisenvorsorge für Kreditausfälle von 809 Mio. auf 2,6 Mrd. $. „Wir befinden uns jetzt in einer anderen Welt“, sagte Vorstandschef Stephen Squeri.

Amex dürfte sich jedoch schnell wieder erholen; (A–).

Gute Geschäfte mit dem Diabetesmittel Trulicity und dem Vorratskauf bei Erkältungs- und Grippemedikamenten haben dem Pharamkonzern Eli Lilly im vergangenen Quartal einen Umsatzsprung von 15 % auf 5,86 Mrd. $ beschert. Netto fiel der Gewinn im 1. Quartal zwar von 4,24 Mrd auf 1,46 Mrd. $ zurück. Allerdings brachte der Verkauf des Tiermedizingeschäfts Eli Lilly im Vorjahr ein Umsatzplus von 3,86 Mrd. $.

Eli Lilly bleibt eine mehr als gute Halteposition; (B+).

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