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Neues aus den USA

Der Krankenversicherungs- und Datenanalysekonzern UnitedHealth hat im vergangenen Quartal mehr verdient als erwartet. Insgesamt legten die Umsatzerlöse auf 62,1 (60,6) Mrd. $ zu. Nach Steuern verdoppelte sich das Ergebnis zudem von 3,4 Mrd. auf 6,7 Mrd. $. Das Unternehmen begründete dies u.a. mit der „Verschiebung“ von Behandlungsleistungen im Zuge der Coronapandemie. Der Effekt dürfte sich in den kommenden Quartalen wieder ausgleichen. An seiner Prognose von einem bereinigten Ergebnis je Aktie in Höhe von 16,25–16,55 $ hält der Konzern indes weiterhin fest.     

UnitedHealth ist nicht zu stoppen, jedoch auch kein Schnäppchen mehr; (B+).    

Abott Laboratories hat im 2. Quartal zwar weniger verdient, die Erwartungen der Analysten jedoch übertroffen. Der Umsatz sank im Zuge der Coronapandemie um 8 % auf 7,3 Mrd. $.  Der Überschuss verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp die Hälfte auf 537 Mio. $. Dabei belasteten Abschreibungen auf Akquisitionen sowie Restrukturierungskosten in Höhe von insgesamt 459 Mio. $. Allerdings wurde hier ein schlechteres Ergebnis erwartet. Deutliche Zuwächse im Diagnostikgeschäft, das von der hohen Nachfrage nach Corona-Tests profitierte, konnten die Rückgänge in anderen Bereichen, vor allem der Medizintechnik, indes nicht ausgleichen. Für das laufende Jahr erwartet Abbott ein bereinigtes Ergebnis je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft von mindestens 3,25 $.

Abbott Lab ist einen Blick wert; (A–). 

Lockdown und Co. haben dem Streaming-anbieter Netflix im vergangenen 2. Quartal einen wahren „Run“ beschert. Insgesamt schlossen 10,1 Mio. Neukunden ein Abo ab. Der Umsatz beschleunigte sich um knapp
25 % auf 6,15 Mrd. $. Und auch nach Steuern verbesserte sich der Gewinn mit 720 (271) Mio. $ deutlich. Für das lfd. 3. Quartal visiert das Unternehmen mit einem Umsatz von 6,33 Mrd. $ und einem Ergebnis von 954 Mio. $ zwar erneutes Wachstum an. Allerdings rechnet Netflix „nur noch“ mit einem Neukundenzustrom von 2,5 Mio. Usern.   

Netflix gehört ganz klar zu den Profiteuren der Coronakrise. Die Titel „streamt“ man weiter; (B+). 

IBM muss in der Coronakrise zwar deutliche Abstriche machen, schlägt sich aber dank eines florierenden Cloud-Geschäfts dennoch deutlich besser als erwartet. Im 2. Quartal ging der Umsatz demnach um
5,4 % auf 18,1 Mrd. $ zurück. Der Nettogewinn brach sogar um 46 % auf 1,4 Mrd. $ ein. Trotz der starken Einbußen übertraf das Computer-Dino damit dennoch die Prognosen der Wall-Street. Das lag vor allem an starken Zuwächsen in der lukrativen Cloud-Sparte mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet. Hier legten die Erlöse u.a. Dank einer höheren Nachfrage nach Homeoffice-Tools um fast 30 % zu.

IBM bleibt auf der Beobachtungsliste; (B). 

Apple hat im Streit um die Riesen-Steuernachzahlung von 13 Mrd. € in Irland einen wichtigen Sieg vor dem EU-Gericht errungen. Die Richter in Luxemburg erklärten die Nachforderung der EU-Kommission aus dem Jahr 2016 für nichtig. Es ist ein herber Rückschlag für die Brüsseler Behörde und die zuständige Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die Kommission habe nicht nachweisen können, dass die Steuervereinbarungen von Apple in Irland aus den Jahren 1991 und 2007 eine verbotene staatliche Beihilfe darstellten. Das Urteil dürfte jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht der Schlusspunkt in dem politisch aufgeladenen Konflikt sein. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass der Streit in nächster Instanz vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) weitergeht. Die Kommission hat zwei Monate Zeit, Berufung einzulegen. Vestager hatte Apple im August 2016 aufgefordert, die Milliardensumme in Irland nachzuzahlen, weil das Land dem Konzern eine unzulässige Sonderbehandlung bei den Steuerkonditionen gewährt habe. Irland und Apple wehrten sich dagegen.   

Die Apple-Rally hält weiter an. Mindestens gute Halteposition; (A–).    

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