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Neues aus den USA

Trotz Pandemie hat sich der Krankenversicherer UnitedHealth im vergangenen Jahr besser geschlagen als erwartet. Dabei konnte der Konzern seinen Umsatz um 6 % auf 257 Mrd. $ erhöhen. Besonders stark wuchsen die Erlöse bei der Dienstleistungstochter Optum, die ein Umsatzplus von mehr als einem Fünftel erreichte. Das Unternehmen steigerte seinen Gewinn nach Steuern um 11 % auf 15,4 Mrd. $. Im Jahr 2021 will Optum das Geschäft weiter ausbauen. Aber auch im klassischen Krankenversicherungsgeschäft erwartet UnitedHealth Zuwächse. Im neuen Jahr will das Unternehmen den Gewinn je Aktie auf 16,90–17,40 $ steigern. Im vergangenen Jahr legte er auf 16,03 $ zu.

UnitedHealth überzeugt auch in Coronazeiten; (B+). 

Der Streamingdienst Netflix hat auch im letzten Quartal des Jahres 2020 mit einem Anstieg der zahlenden Abonnenten um 8,5 Mio. auf knapp 204 Mio. einen neuen Rekord markiert. Die Erlöse legten im Q4 um mehr als 20 % auf 6,6 Mrd. $ zu. Der Gewinn nach Steuern fiel mit 542 (587) Mio. $ jedoch etwas geringer aus als im Vorjahr. Netflix stemmt sich u.a. mit hohen Investitionen gegen Wettbewerber, die dem Marktführer Konkurrenz machen. Der Ausblick auf das laufende 1. Quartal fiel daher relativ verhalten aus. Allerdings zeigte sich der Konzern auch bei bisherigen Prognosen immer stets zurückhaltend. Netflix stellt daher „nur noch“ einen Zuwachs von 6 Mio. auf knapp 210 Mio. Nutzer in Aussicht.

Netflix bewegt sich auf Rekordniveau. Auch bei den Netflix/Morgans Stanley/Citi-OS  dürfte bald vermehrt zugeschaltet werden; (A–).

Die chinesischen Wettbewerbsbehörden haben dem amerikanischen Netzwerkausrüster Cisco grünes Licht für die Übernahme des US-Herstellers optischer Komponenten Acacia gegeben. Bereits 2019 wollte der Konzern die insgesamt 4,5 Mrd. $ schwere Übernahme tätigen. Die übrigen Wettbewerbshüter stimmten dem Kauf bereits zu.

Damit baut Cisco sein Geschäft weiter aus. Dabeibleiben; (B+). 

Die im Zuge der Coronapandemie gesunkene Nachfrage hat dem angeschlagenen Ölfeldausrüster Halliburton einen höheren Verlust eingebrockt. Im Gesamtjahr 2020 weitete der Konzern seinen Nettoverlust auf –2,95 (–1,13) Mrd. $ aus. Der Umsatz fiel auf 14,45 (22,41) Mrd. $ zurück.

Bei Halliburton bleibt man weiterhin auf Abstand; (B). 

Der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble ist im 2. Quartal stärker gewachsen als erwartet und hebt vor diesem Hintergrund seine Prognose an. Dabei profitierten die US-Amerikaner vor allem von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Wasch- und Reinigungsprodukten. Der Umsatz stieg insgesamt um 8 % auf 19,7 Mrd. $. Organisch lag das Wachstum ebenfalls bei 8 %. Auch beim Ergebnis blieb unter dem Strich mehr hängen als angepeilt. Der Nettogewinn kletterte um 4 % auf 3,85 Mrd. $. Im lfd. Gesamtjahr sollen die Erlöse organisch um 5–6 % zulegen, nach zuletzt erwarteten 4–5 %. Damit erhöhte das Unternehmen bereits zum zweiten Mal seine Umsatzprognose. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um 8–10 % zulegen, nach 5,12 $ im Vorjahr. Zuvor war Procter & Gamble von einem Plus von 5 bis 8 % ausgegangen. Jedoch rechnet P&G angesichts des Impfstarts mit einer sinkenden Nachfrage nach Reinigungsmitteln im laufenden Jahr.

Procter & Gamble bietet langfristig auch weiterhin Kaufkurse; (A–).

Unter anderem dank sprudelnder Einnahmen im Investmentbanking konnte Goldman Sachs im 4. Quartal einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen. Unterm Strich verdiente das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Dezember 4,5 Mrd. $ und damit ganze 135 % mehr als im Vorjahr. Im Gesamtjahr 2020 stieg der Nettogewinn um 12 % auf 9,5 Mrd. $. Die Umsatzerlöse fielen mit 44,56 (36,55) Mrd. $ ebenfalls besser aus. Einen konkreten Ausblick auf das lfd. Jahr gab die Großbank zwar noch nicht aus, angesichts der weltweiten Börsen-Rallys dürfte sich der Bereich Investmentbanking jedoch weiterhin gut entwickeln.

Goldman Sachs bleibt eine mehr als gute Halteposition; (B+). 

Das niedrige Zinsumfeld und höhere Kosten im Zusammenhang mit der Coronakrise haben der Bank of America deutlich zu schaffen gemacht. Die Erträge sanken um
10 % auf 20,1 Mrd. $. Im Schlussquartal fiel das Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Fünftel auf 5,5 Mrd. $ zurück. Bankchef Brian Moynihan zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass sich das Unternehmen von den „dramatischen Folgen“ der Pandemie erholt. Der rege Betrieb an den Finanzmärkten ließ das Handelsgeschäft mit Wertpapieren florieren, doch besonders die wichtige Privatkundensparte spielte deutlich weniger ein. Im gesamten Geschäftsjahr ging das Ergebnis von 27,4 auf 17,9 Mrd. $ zurück.

Trotz Pandemie kann sich die Bank of America kursseitig behaupten; (B+). 

Die wachsende Nachfrage nach Wertpapieren spielte der Großbank Morgan Stanley im vergangenen Jahr in die Karten. Die Erträge wuchsen um rd. 25 % auf 13,6 Mrd. $. In den drei Monaten bis Ende Dezember stieg der Gewinn nach Steuern zudem im Jahresvergleich um mehr als die Hälfte auf 3,4 Mrd. $. Neben der Vermögensverwaltung lief vor allem das klassische Investmentbanking gut, wozu etwa die Betreuung und Beratung von Unternehmen bei Börsengängen oder Anleiheplatzierungen zählt. Hier kletterten die Einnahmen um 46 % nach oben. Im Gesamtjahr nahmen die Erträge um 16 % auf 48,2 Mrd. $ zu. Der Nettogewinn stieg um 22 % auf 11,0 Mrd. $.

Morgan Stanley gibt man nicht aus der Hand; (B+). 

 

Die Schwierigkeiten im klassischen Privatkundengeschäft aufgrund der Coronakrise haben der Bank of New York Mellon im vergangenen Geschäftsjahr etwas zu schaffen gemacht. Die Gesamterlöse blieben 2020 mit 15,81 (16,46) Mrd. $ leicht hinter dem Vorjahreswert. Auch das Nettoergebnis verringerte sich von 4,27 auf 3,42 Mrd. $.   

Die Bank of New York Mellon gehört derzeit nicht zu den reizvollen Titeln; (B). 

Der Chipkonzern Intel konnte in 2020 vom Trend zum Arbeiten und Lernen von zu Hause profitieren und dieses mit einem Rekordumsatz von 77,9 (72,0) Mrd. $ abschließen. Das Nettoergebnis zeigte sich mit 20,9 (21,0) Mrd. $ relativ stabil, dies lag u.a. an den anhaltenden Schwierigkeiten im Bereich mit Rechenzentren. Für das 1. Quartal 2021 peilt der Vorstand einen rückläufigen Umsatz von 18,6 (19,8) Mrd. $ und ein EPS von 1,03 (1,31) $ an.

Intel hat definitiv Potenzial; (A–).

Aufgrund eines schwachen Software-Geschäfts verlor der Umsatz des Computer-Dinos IBM im 4. Quartal 2020 6,5 % auf 20,37 Mrd. $. Den Umsatzrückgang konnte auch das boomende Cloud-Segment mit einem Rekordumsatz von 7,5 Mrd. $ nicht auffangen. Hohe Kosten für den Konzernumbau drückten zudem das Nettoergebnis um 66 % auf 1,3 Mrd. $ gen Süden.

Bei IBM bleibt man dennoch dabei; (B+). 

Zwar musste der Metallkonzern Alcoa im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang auf 9,29 (10,43) Mrd. $ hinnehmen. Nach Steuern verringerte sich der Fehlbetrag jedoch deutlich von –1,13 Mrd. $ im Vorjahr auf –170 Mio. $. Auf bereinigter Basis schaffte es der Konzern mit 49 (–218) Mio. $ sogar aus den roten Zahlen. Für das 1. Quartal 2021 erwartet der Konzern dennoch vor allem im Segment Bauxit (Aluminiumerz), in welchem die Verkaufspreise derzeit fallen, weiterhin schwächere Ergebnisse.

Alcoa ist angesichts der schwierigen Marktlage derzeit keinen genaueren Blick wert; (B). 

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