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Neues aus den USA

Geschlossene Restaurants und Kinos haben den Getränkegiganten Coca-Cola auch im Schlussquartal belastet. Dennoch gibt sich das Unternehmen langfristig optimistisch. „Wir sind gut aufgestellt, um stärker aus der Krise hervorzugehen“, erklärte Konzernchef James Quincey. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 fielen die Erlöse um 11 % auf 33,0 Mrd. $. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 7,7 Mrd. $ und damit rd. 13 % weniger als im Vorjahr. Einen konkreten Ergebnisausblick traut sich das Unternehmen angesichts der anhaltenden Unsicherheiten weiterhin nicht zu.

MD-Wert Coca-Cola dürfte spätestens nach Corona wieder durchstarten; (A–).

Während das Netzwerkgeschäft weiterhin unter den Sparmaßnahmen der Kunden litt, legte das Software- und Cloudgeschäft von Cisco deutlich zu. Dennoch blieb der Umsatz im jüngst abgelaufenen 2. Quartal mit 12 Mrd. $ auf dem Vorjahresniveau. Der Gewinn nach Steuern verringerte sich mit rd. 2,5 Mrd. $ um 11,6 %. Das Unternehmen stellt für das lfd. Quartal eine Rückkehr auf den Wachstumspfad in Aussicht. Cisco rechnet demnach mit einem Umsatzzuwachs von 4,5–5,5 %.

Cisco bleibt auf der Watchlist; (B+).

Lockdown und Co. haben dem Sportartikelhersteller Under Armour im vergangenen Jahr einen Verlust eingebrockt. Nach einem unerwartet guten Schlussquartal hofft der Konzern allerdings nun im neuen Jahr auf Besserung. 2021 soll wieder steigende Umsätze bringen, im Tagesgeschäft will das Management in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Wegen der anhaltenden Unsicherheit im Zuge der Pandemie schließt das Management aber weitere negative Auswirkungen nicht aus. Im vergangenen Jahr war Under Armour hart von der Pandemie getroffen worden. Zeitweise blieben viele Geschäfte geschlossen, die Kunden hielten sich mit Einkäufen lieber zurück. Die Erlöse des Sportartikelherstellers sanken um 15 % auf 4,5 Mrd. $. Unter dem Strich kam ein Fehlbetrag von rd. –549,2 Mio. $ zusammen. Im Vorjahr hatte UA hier noch einen Gewinn von 92,14 Mio. € verzeichnet.

UA stemmt sich mit aller (Kurs)Macht gegen die Coronakrise. Dennoch sollte man hier erst einmal weiter auf dem Beobachtungsposten bleiben; (B). 

Eigentlich ist es für Twitter ungewöhnlich, so detailliert über seine Nutzerzahlen zu berichten. Angesichts der Sperrung des ehemaligen US-Präsidenten und glühenden Twitter-Anhängers Trump sah sich der Konzern „genötigt“, sich zu äußern. Twitter-Chef Jack Dorsey betonte demnach, der Dienst hänge nicht allein von News und Politik ab. Im vergangenen Vierteljahr beschleunigte sich der Zuwachs bei der Nutzerzahl wieder etwas. Twitter nennt seit einiger Zeit nur noch die Zahl der Nutzer, die der Dienst in seinen eigenen Apps oder in der Web-Version täglich mit seiner Werbung erreichen kann. 2020 erzielte der Kurznachrichtendienst einen Umsatz von 3,72 (3,46) Mrd. $. Nach Steuern drückten coronabedingt fehlende Werbedeals das Ergebnis mit –1,14 Mrd. $ in die Verlustzone. Im Vorjahr generierte Twitter noch einen Gewinn von 1,47 Mrd. $.

Bei Twitter wird mitgezwitschert; (B+).

Lyft hat angesichts anhaltender Belastungen durch die Coronakrise auch zum Jahresende tiefrote Zahlen geschrieben. Im vergangenen Geschäftsjahr gingen die Erlöse insgesamt um 35 % auf 2,4 Mrd. $ zurück. Netto stand auch weiterhin ein tiefrotes Ergebnis von –1,8 (–2,6) Mrd. $ in der Bilanz. Das Unternehmen betonte aber, auf dem Wege der Besserung zu sein. Ab dem 2. Quartal 2021 sei wieder mit Wachstum zu rechnen, das sich dann in der zweiten Jahreshälfte verstärken dürfte, so Finanzchef Brian Roberts.

Nicht zusteigen; (B–). 

Die hohe Nachfrage nach SUVs hat General Motors trotz Pandemie einen versöhnlichen Jahresabschluss beschert. In 2020 musste GM dennoch einen Gewinnrückgang um 4,5 % auf 6,4 Mrd. $ verkraften. Der Umsatz fiel von 137,2 Mrd. auf 122,5 Mrd. $ zurück. Der Autobauer warnte, dass Engpässe bei Computerchips den Betriebsgewinn 2021 um bis zu 2 Mrd. $ drücken könnten. Der Konzern hatte wegen des Chipmangels, der derzeit fast die gesamte Autoindustrie belastet, zuletzt die Produktion in einigen Werken gedrosselt.

Der GM-Kurs fährt aktuell davon. Allerdings sollte man sich gut überlegen, jetzt noch zuzusteigen; (B). 

Die Lockdownmaßnahmen haben Uber auch zum Jahresende stark belastet. Während der Umsatz des von der Pandemie ausgebremsten Hauptgeschäfts um rd. 50 % einbrach, verzeichnete die Liefersparte um den Essensbringdienst Uber Eats ein starkes Wachstum von 130 %. Der Konzern hatte diesen Bereich im vergangenen Jahr kräftig ausgebaut. Dennoch verringerten sich die Erlöse in 2020 um 14 % auf 11,1 Mrd. $. Nach Steuern fuhr der Fahrdienst mit –6,8 (–8,5) Mrd. $ erneut in die roten Zahlen.

Auch wenn sich der Uber-Kurs recht positiv entwickelt, bleibt man hier weiter am Seitenrand geparkt; (B). 

Pinterest hat im vergangenen Geschäftsjahr zugelegt. Entscheidende Treiber waren in einem von der Coronapandemie überschatteten Weihnachtsquartal sowohl Verbesserungen beim Werbeangebot als auch der stark zulegende Online-Handel. Die Zunahme der Erlöse im Bereich der E-Commerce-Werbung war laut Unternehmensangaben sogar kräftiger als das Wachstum im Gesamtgeschäft. Im Schlussquartal schaffte es der App-Betreiber mit einem Gewinn von 207,84 Mio. $ sogar in die schwarzen Zahlen. Und auch das Gesamtjahr verlief erfreulich. Die Erlöse verbesserten sich in 2020 um ganze 48 % auf 1,69 Mrd. $. Netto stand zwar noch immer ein Verlust in den Büchern, dieser konnte sich mit –128,3 Mio. $ jedoch deutlich verringern. Im Vorjahr war hier noch ein Fehlbetrag von –1,36 Mrd. $ angefallen. Einen konkreten Ausblick auf das lfd. Jahr gab das Unternehmen derweil nicht.

Pinterest entwickelt sich hervorragend. Dennoch kann man hier auch über erste Gewinnmitnahmen nachdenken; (B+).

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das beschleunigte Prüfverfahren für den CureVac-Impfstoff eingeleitet. Wie lange die Prüfung dauere, ist bisher unklar. Sobald genug Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen.

Für den Impfstoffentwickler und MD-Wert CureVac beginnt nun die heiße Phase. Wer sich schon Stücke sichern konnte, bleibt dabei; (B+). 

Die Coronapandemie hat iRobot eine blitzsaubere Ergebnisperformance beschert. 2020 erzielte der Saugroboterhersteller einen Umsatz von 1,43 (1,21) Mrd. $. Nach Steuern konnte sich das Ergebnis mit 147,07 Mio. $ ebenfalls deutlich verbessern. Im Vorjahr stand hier noch ein Gewinn von 85,3 Mio. $ in den Büchern. Für das gesamte Jahr 2021 erwartet iRobot einen Umsatz von 1,64–1,68 Mrd. $ und einen Gewinn pro Aktie von 3,00–3,25 (2,19) $.

iRobot fegt weiter durchs Depot; (B+).

U.a. der Streamingtrend hat die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von Sonos noch beschleunigt. Im 1. Quartal 2020/21 erzielte der Musikboxenhersteller einen Umsatz von 645,58 (562,08) Mio. $. Der Gewinn nach Steuern konnte sich mit 132,29 Mio. $ nach 70,78 Mio. $ im Vorjahr beinahe verdoppeln. Entsprechend optimistisch gibt sich das
Unternehmen für den weiteren Jahresverlauf und peilt einen Umsatz von 1,53–1,58
Mrd. $ an. Das entspricht einem Zuwachs von 15–19 % gegenüber dem Vorjahr.

Sonos kennt derzeit nur eine Richtung. Hier gibt man keine Stücke aus der Hand; (B+).

Nach einem durchaus guten Schlussquartal will PepsiCo auch im lfd. Jahr seinen Wachstumspfad beibehalten. Der Vorstand rechnet demnach aus eigener Kraft mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll zu konstanten Wechselkursen im hohen einstelligen Bereich zulegen (5,52 $). Für das Gesamtjahr ergibt sich ein Umsatzplus von fast 5 % auf 70,4 Mrd. $. Unter dem Strich sank der auf die Aktionäre entfallende Gewinn wegen erhöhter Betriebskosten um knapp 3 % auf
7,1 Mrd. $. Die Dividende soll dennoch um 5 % auf 4,30 $ angehoben werden.

Pepsi dürfte bald wieder in bekannte (Kurs)Höhen aufsteigen; (B+).

Getrieben von der höheren Nachfrage aufgrund der Coronakrise, erzielte Kellogg‘s im abgelaufenen Jahr einen um 1,4 % auf 13,77 Mrd. $ verbesserten Umsatz. Nach Steuern kletterte das Ergebnis von 960 Mio. $ im Vorjahr auf 1,25 Mrd. $. Im lfd. Jahr erwartet Kellogg‘s einen Anstieg des bereinigten Gewinns pro Aktie um etwa 1 %. Gleichzeitig wird jedoch mit weniger Umsatz gerechnet. Das liegt u.a. an dem Verkauf seiner Kekssparte an Ferrero. Wer auf starke Dividendenzahler setzt, ist bei dem Cerealienkonzern dennoch gut aufgehoben. Seit 1954 gibt das Unternehmen kontinuierlich eine Dividende an seine Anleger aus. 2020 kamen so insgesamt 2,28 $ zusammen.

Kellogg‘s wird als eifriger Dividendenzahler gebunkert; (B+).

Dem Domain-Betreiber Verisign hat die Coronakrise und der damit verbundene Online-Boom in die Karten gespielt. Zwar blieben die Erlöse mit 1,27 (1,23) Mrd. $ in etwa auf Vorjahresniveau. Nach Steuern verbesserte sich der Gewinn jedoch von 612,3 Mio. auf 814,9 Mio. $. Hier sorgten vor allem Serviceleistungen für einen deutlichen Schub. Einen detaillierten Ausblick auf das lfd. Jahr gab der Konzern indes vorerst nicht.

Bei Verisign bleibt man eingeloggt; (B+). 

Der Fleischproduzent Tyson Foods konnte sich trotz COVID-19 moderat halten. Das lag auch an der höheren Nachfrage nach fertigen Mahlzeiten. Dennoch blieben die Umsätze im Q1 2020/21 mit 10,46 (10,82) Mrd. $ leicht hinter den Vorjahreswerten. Und auch nach Steuern musste Tyson Foods einen Rückgang von 505 Mio. auf 467 Mio. $ verbuchen. Für das Gesamtjahr visiert das Unternehmen, das seit einiger Zeit auch in Fleischersatzprodukte investiert, einen Umsatz von 42–44 (43,2) Mrd. $ an.

Tyson Foods befindet sich aktuell im Umbau. Anleger brauchen entsprechend derzeit einen langen Atem; (B). 

Der seit Längerem strauchelnde Lebensmittelkonzern Kraft Heinz treibt seinen Umbau voran. Demnach wird u.a. die Marke Planters aus dem Hause Kraft verschwinden. Der Verkaufserlös wird auf 3,35 Mrd. $ taxiert. Zudem biete die Transaktion einen Steuervorteil in Höhe von 560 Mio. $. 2020 verbuchte das Unternehmen zwar einen etwas höheren Umsatz von 26,19 (24,98) Mrd. $. Nach Steuern machten sich jedoch die Verkäufe und die Coronapandemie bemerkbar. Hier fiel der Gewinn mit 356 Mio. $ deutlich geringer aus, als der Vergleichswert von 1,94 Mrd. $. Die vierteljährliche Dividende in Höhe von 0,40 $ je Aktie soll derweil beibehalten werden.

Dennoch bleibt man hier vorerst weiter auf dem Beobachtungsposten; (B). 

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