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Neues aus den USA

Die allgemein hohe Nachfrage nach alternativen Energien hat Solaredge im vergangenen Jahr nochmals Schub verliehen. Mit Erlösen von 1,36 Mrd. $ verzeichnete der Anbieter von Photovoltaik-Anlagen sogar einen neuen Rekord im Bereich Solartechnologie. Die Gesamtumsätze beliefen sich in 2020 auf 1,46 (1,43) Mrd. $. Unter dem Strich machten sich indes Investitionskosten leicht bemerkbar. Hier ging der Gewinn von 146,55 Mio. auf 140,32 Mio. $ zurück. Für das lfd. Quartal gibt sich das Unternehmen jedoch optimistisch und peilt einen Umsatz von 385–405 (358,1) Mio. $ an.

Solaredge fliegt in Richtung Sonne. Wem der Höhenflug jedoch zu heiß wird, kann über erste Gewinnmitnahmen nachdenken; (B+).

Zwar boomen die Onlineverkäufe bei Walmart, doch hohe Kosten und Ausgaben verhageln die Bilanz. Im Geschäftsjahr 2020 steigerte der Einzelhandelskonzern zwar den Umsatz um 6,7 % auf 559,2 Mrd. $. Der Gewinn ging nach Steuern indes um 9,2 % auf 13,5 Mrd. $ zurück. „Unser Geschäft ist stark und wir machen es durch gezielte Investitionen noch stärker, um das Wachstum zu beschleunigen“, so Konzernchef Doug McMillon. Für 2021 gab Walmart einen verhaltenen Geschäftsausblick ab. So erwartet das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis einen leichten Rückgang. Konkrete Angaben machte Walmart indes nicht.

Der eingeschlagene Weg von Walmart ist vielversprechend. Daher bleibt man hier weiter dabei; (B+).

Durch die allgemein hohe Nachfrage aufgrund des Homeoffice-Trends und durch den laufenden 5G-Ausbau hat der Chipzulieferer Applied Materials im jüngst abgelaufenen 1. Quartal einen um 24 % auf 5,16 Mrd. $ erhöhten Umsatz verzeichnet. Nach Steuern  erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 1,13 Mrd. $, nach 892 Mio. $ im Vorjahr. Für das lfd. 2. Quartal peilt Applied weiteres Wachstum an. Der Umsatz dürfte bei etwa 5,39 Mrd. $ liegen.

Applied Materials bleibt auf der Watchlist; (A–). 

Höhere Marketing- und Rohstoffkosten haben Freshpet im vergangenen Geschäftsjahr etwas tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. Zwar konnte der Tiernahrungsexperte seinen Umsatz in 2020 auf 318,8 (245,9) Mio. $ verbessern. Nach Steuern fiel der Verlust mit –3,19 (–1,43) Mio. $ allerdings höher aus. Das lag vor allem an den coronabedingt höheren Fleischpreisen. Dennoch blickt das Unternehmen positiv auf das lfd. Jahr und visiert ein Umsatzplus von gut 35 % auf bis zu 430 Mio. $ an.

Freshpet bleibt langfristig ein vielversprechendes Investment; (B+).

Einen höhere Nachfrage nach Landmaschinen hat Deere & Co im 1. Quartal beflügelt. Die Umsätze gingen um 19 % auf 9,11 Mrd. $ nach oben. Noch deutlich schneller beschleunigte sich das Ergebnis nach Steuern. Hier standen mit 1,22 Mrd. $ ganze 137 % mehr in den Büchern. Vor dem Hintegrund der mehr als erfreulichen Entwicklung im Startquartal, hebt der Traktoren und Co. Hersteller seinen Ausblick auf das lfd. Jahr an und visiert nunmehr einen Gewinn nach Steuern von 4,6–5 (2,75) Mrd. $.

Deere hat sich aus seinem Coronatief wieder befreit und startet richtig durch. Hier fahren Investoren erstmal weiter mit; (B+). 

Für den Versicherer AIG war das Jahr 2020 mehr als herausfordernd. Entsprechend stand nach Steuern ein Verlust von –5,97 Mrd. $ in der Bilanz, nach einem Gewinn von 3,32 Mrd. $ im Vorjahr. Der Fehlbetrag resultiert jedoch hauptsächlich aus dem Verkauf von Fortidue Re an Carlyle und T&D Holdings im vergangenen Juni. Wegen covidbedingter Schäden musste der Versicherer darüber hinaus 1,1 Mrd. $ aufwenden. Das Gesamtjahr hat AIG mit einem Umsatz von 44,62 Mrd. $ abgeschlossen. Dies entspricht einem Minus von 10,06 % gegenüber dem Vorjahr.

Bei AIG bleibt man erst einmal am Seitenrand; (B). 

Wegen der Rechtstreitigkeiten im Zusammenhang mit Asbestfunden in Talkumpulver hat Johnson & Johnson 2020 gut 3,9 Mrd. $ zurückgestellt. Das ist fast doppelt so viel, wie das Unternehmen im November für Vergleichszahlungen bei Babypuder-Urteilen ankündigte. Johnson & Johnson sieht sich in den USA mit rund 25.000 Klagen konfrontiert, dass das mit Asbest versetzte Talkum in dem Babypuder Krebserkrankungen verursacht habe. Ein finales Urteil steht bislang allerdings noch aus.

J&J bleibt dennoch eine mehr als gute Halteposition; (B+). 

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