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Neues aus Frankreich

Der französische Hotelkonzern Accor hat wegen der Coronavirus-Krise einen millionenschweren Sparplan angekündigt. Die Gruppe will bis 2022 die laufenden Kosten um 200 Mio. € senken. Das Unternehmen war im 1. Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht. Insgesamt stand nach Steuern ein Verlust von –1,5 Mrd. €. Die Erlöse fielen mit 1,01 Mrd. € ganze 52,4 %. Geschäftsführer Sébastien Bazin sprach angesichts der Pandemie von einem „heftigen und beispiellosen“ Schock für die Hotelindustrie. Im Zuge des Sparplans würden zudem rund 1.000 Stellen abgebaut.    

Die Hotelbranche gehört zu den am schwersten getroffenen Branchen in der Coronakrise. Accor hat daher noch einen langen Weg vor sich; (B). 

Die Großbank Credit Agricole hat im 2. Quartal unter den Virus-Auswirkungen gelitten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Gewinn um mehr als ein Fünftel auf 954 Mio. €. Allerdings wurde mit einem noch härterem Rückgang gerechnet. Für mögliche Kreditausfälle legte die Bank 842 Mio. € zurück. Die um Sondereffekte bereinigten Erträge konnte die Bank bei 5,19 (5,18) Mrd. € stabil halten.

Beobachten; (B). 

Coronabedingte Sonderkosten haben in den ersten 6 Monaten auf der Bilanz des Versicherers Axa gelastet. Die Erlöse gingen um 2 % auf 52,4 Mrd. € zurück. Der Überschuss sank derweil um 39 % auf 1,4 Mrd. €. Zudem werde es in diesem Jahr keine Dividendenzahlung an die Aktionäre mehr geben, um das Geld im Haus zu halten. Damit entgeht den Investoren die Anfang Juni noch in Aussicht gestellte Nachzahlung von 70 Cent je Anteil. Der Konzern hatte damals die 2019er-Dividende von 1,43 Euro auf 73 Cent gekürzt und angekündigt, den Rest vielleicht im 4. Quartal auszuschütten. Eine detaillierte Prognose auf den kommenden Jahresverlauf gab das Unternehmen nicht.   

Axa behält man im Auge; (B). 

Engie kämpfte im 1. Halbjahr wie die meisten Unternehmen mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Unter dem Strich verzeichnete der Versorger zwar eine schwarze Null. Jedoch erzielte das Unternehmen im Vorjahr hier ein Ergebnis von 2,1 Mrd. €. Der Umsatz nahm um rund 9 % auf 27,4 Mrd. € ab. Für 2020 geht das Management trotz Erholung in der 2. Jahreshälfte von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. Demnach dürfte der bereinigte Nettogewinn 2020 zwischen 1,7–1,9 Mrd. € liegen. 2019 hatte Engie hier 2,7 Mrd. € erzielt.

Engie musste einen herben Kursrückschlag verbuchen. Investoren bleiben daher hier auch vorerst weiter in der Beobachterrolle; (B). 

Société Générale kommt nicht aus den roten Zahlen. Nachdem die Bank zum Jahresauftakt vor allem wegen der coronabedingt erhöhten Risikovorsorge für Kreditausfälle leicht im Minus steckte, kam im
2. Quartal eine Abschreibung auf das Kapitalmarktgeschäft dazu. Weil die Bank zudem weiteres Geld für gefährdete Kredite zurücklegte, fiel ein Verlust von knapp –1,3 Mrd. € an. Vor einem Jahr hatte das Institut noch
1 Mrd. € verdient. Die Erträge gingen um 16 % auf 5,3 Mrd. € zurück. Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 traut sich die Großbank indes nicht zu.

Societe Generale hatte bereits vor der Coronapandemie mit einigen Baustellen zu kämpfen. Daher bleibt der Wert auch weiterhin uninteressant; (B). 

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