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Neues aus Frankreich

In den 3 Monaten bis Ende September steigerte der Luxusmodeanbieter Hermés die Erlöse um 31 % auf rd. 2,4 Mrd. €. Auf die mögliche Abschwächung des Geschäfts in China angesprochen, erklärte Finanzchef Eric du Halgouët, dass die Entwicklung der Kundenfrequenz und der durchschnittliche Einkaufskorb im vergangenen Quartal nach oben zeigten. Hintergrund ist, dass Chinas Präsident Xi Jinping Mitte August ein hartes Durchgreifen gegen „übermäßigen“ Reichtum im Land angekündigt hatte und damit vor allem Luxus-Aktien auf Talfahrt geschickt hat. Konkrete Ergebniskennzahlen gibt das Unternehmen traditionell zum Quartal nicht aus.   

Hermés läuft und läuft und...ist allerdings auch an der Börse purer Luxus; (B).

Der Kosmetikgigant L‘Oreal hat seinen Wachstumskurs auch im 3. Quartal fortgesetzt. Dabei profitierte der Konzern u.a. von der anhaltenden Erholung im Schönheitsmarkt und dem Verkauf von teureren Produkten. Insgesamt sprang der Umsatz um 14 % auf 8 Mrd. €. Dabei entwickelten sich insbesondere der nordamerikanische sowie der chinesische Markt robust. Auf vergleichbarer Basis - also ohne die Effekte von Wechselkursveränderungen oder Zu- und Verkäufen - nahmen die Erlöse um gut 13 % zu. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 stieg der vergleichbare Umsatz sogar um fast 15 %.   

L‘Oreal bleibt im Depot; (B+). 

Der Wachstumskurs des Reifenherstellers Michelin ist auch in den ersten 9 Monaten nicht zu stoppen gewesen. Die Umsätze stiegen um 15,6 % auf 17,2 Mrd. €. Dies lag vor allem an Preiserhöhungen. Im Berichtszeitraum wurden 14,8 % mehr Reifen verkauft, allerdings ist hier bereits eine leichte Nachfrageabschwächung zu erkennen. Das Unternehmen agiere in einem zunehmend schwierigerem Umfeld, das geprägt ist von Engpässen und Unterbrechungen in der Lieferkette, steigenden Rohstoff-, Logistik- und nun auch Energiekosten sowie ein Arbeitskräftemangel insbesondere in Nordamerika und in einem geringeren Maße auch in Europa.   

Michelin schaut man sich einmal genauer an; (A–). 

Das kürzlich abgelaufene 3. Quartal war für den Medienkonzern Vivendi das erste seit der Abspaltung seiner lukrativen Musiksparte UMG. Der Umsatz legte auf 2,48 Mrd. € zu, von 2,17 Mrd. € im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem organischen Wachstum von 10,3 %. Dabei profitierten die Franzosen vor allem von guten Geschäften seiner Tochter Canal+. Alleine hier wurden Erlöse von 1,47 Mrd. € erzielt.   

Vivendi bleibt auch nach der UMG-Abspaltung ein reizvolles Investment; (A–). 

Die wieder anziehende Nachfrage hat Air Liquide im jüngst abgelaufenen Quartal beflügelt. Der Umsatz stieg um 17,2 % auf rd. 5,8 Mrd. €. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Schwankungen von Währungskursen und Energiepreisen, stiegen die Erlöse um 7,1 %. Das Unternehmen profitierte dabei von der fortgesetzten wirtschaftlichen Erholung und guten Geschäften in der Gesundheitsbranche. So versorgt Air Liquide etwa den Gesundheitssektor mit Sauerstoff. Gut lief es auch im Elektronikgeschäft. Die beiden Bereiche sorgten für Rückenwind der größten Sparte Gas & Services, die 96 % der Umsätze ausmacht. An seiner Jahresprognose hält der Konzern fest: Demnach will der Konzern den bereinigten Gewinn sowie die operative Marge steigern. Details nannten die Franzosen hier jedoch ebenfalls erneut nicht.

Den Air Liquide-Bestand lässt man in aller Ruhe weiterlaufen; (B+).   

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