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News aus der US-Bankenbranche

Die größte US-Bank JPMorgan Chase hat angesichts stark gesunkener Kreditrisiken einen überraschend kräftigen Gewinnsprung im
2. Quartal verbucht. Die gesamten Erträge der Bank gingen zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 8 % auf 30,5 Mrd. $ zurück. Mit rund 11,9 Mrd. $ verdiente das Untrenehmen nach Steuern jedoch rund zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Das lag jedoch auch an der Auflösung einer Risikovorsorge in Höhe von gut 2,3 Mrd. $. Konzernchef Jamie Dimon sprach von soliden Ergebnissen über alle Geschäftsbereiche hinweg und zeigte sich auch für das restliche Jahr zuversichtlich, da sich der wirtschaftliche Ausblick weiter verbessere.

JPMorgan Chase lässt man angesichts der mehr als guten Kursperformance einfach im Depot weiterlaufen; (B+). 

Geringere Rückstellungen für Kreditausfälle haben der Bank of America einen deutlich höheren Gewinn beschert. Das Ergebnis fiel im 2. Quartal mit 9,2 Mrd. $ mehr als zweieinhalb Mal so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Bei den Erträgen musste die Bank of America hingegen einen Rückgang um 4 % auf 21,5 Mrd. $ hinnehmen. Dies lag vor allem am anhaltend niedrigen Zinsniveau.

Die Bank of America bleibt auf der Watchlist; (A–). 

Mit einem Gewinn nach Steuern von gut 5,4 Mrd. $ strich Goldman Sachs ihren zweithöchsten Quartalsgewinn überhaupt ein. Ein Jahr zuvor hatten hohe Rückstellungen für drohende Kreditausfälle und eine Einigung in der milliardenschweren Korruptions- und Geldwäscheaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB den Gewinn von Goldman Sachs auf 197 Mio. $ einbrechen lassen. Die Nettoerträge legten im Jahresvergleich um 16 % auf fast 15,4 Mrd. $ zu. Während die Erträge im Kapitalmarktgeschäft sprudelten, musste das Unternehmen im Handelsgeschäft einen Rückgang um fast ein Drittel hinnehmen. Vorstandschef David Solomon zeigte sich zwar zufrieden mit dem Geschäftsbericht, warnte jedoch auch vor weiteren Herausforderungen bei der Überwindung der Coronapandemie.

Goldman Sachs ist eine mehr als gute Halteposition. Allerdings auch kein Schnäppchen mehr; (B).    

Das US-Bankhaus Citigroup hat im 2. Quartal wegen gesunkener Kapitalrücklagen für ausfallbedrohte Kredite wieder signifikant besser verdient. Bis Ende Juni schrieb die Bank unterm Strich einen Gewinn von 6,2 (1,1) Mrd. $. Das Tagesgeschäft lief indes nicht besonders rund. Insgesamt gingen die konzernweiten Erträge um 12 % auf 17,5 Mrd. $ zurück. Vor allem das Kreditkartengeschäft schwächelte weiter. Zudem belasteten niedrige Zinseinkünfte, ein Einbruch im Handelsgeschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und steigende Ausgaben das Geldhaus.

Die Citigroup bleibt im Depot eingebucht; (B+). 

Eine signifikant reduzierte Risikovorsorge hat Wells Fargo im vergangenen Quartal wieder einen Gewinn beschert. In den drei Monaten bis Ende Juni verdiente der Finanzkonzern 6 Mrd. $. Vor einem Jahr hatten hohe Rückstellungen für drohende Kreditausfälle in der Coronapandemie noch einen Verlust von –3,8 Mrd. $ verursacht. Obwohl die Kreditvergabe an Verbraucher und Unternehmen deutlich sank und das Geschäft wegen der niedrigen Zinsen derzeit wenig lukrativ ist, steigerte Wells Fargo die konzernweiten Erträge um knapp 11 % auf 18,3 Mrd. $ Das lag an niedrigeren Kosten sowie am starken Investmentbanking.

Wells Fargo hat sich aus seinem Tief wieder herausgearbeitet. Doch die langfristigen Belastungen dürften die Bank auch in den kommenden Quartalen noch begleiten. Daher bleibt der Wert auch weiterhin nur etwas für spekulative Investoren; (B). 

Starke Zuwächse im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung haben Morgan Stanley im 2. Quartal zu wesentlich mehr Erlösen und Gewinn verholfen. Die gesamten Einnahmen der Bank legten um 8 % auf 14,8 Mrd. $ zu. Unterm Strich verdiente das Geldhaus in den drei Monaten bis Ende Juni 3,5 Mrd. $. Das waren 10 % mehr als vor einem Jahr. Vorstandschef James Gorman sprach von einem „weiteren sehr starken Quartal“. Dem Finanzkonzern spielte zuletzt der Boom bei Börsengängen, Fusionen und Übernahmen in die Karten.

Morgan Stanley läuft und läuft und läuft; (B+). 

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