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US-Firmen öffnen ihre Bücher

Nach einem mehr als guten Quartal gibt sich der Pharmakonzern Johnson & Johnson erneut optimistischer für das lfd. Geschäftsjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun bei 9,77 bis 9,82 $ liegen. Das wäre ein Plus von 22 % gegenüber dem Vorjahr. Auch der Umsatz soll ein wenig besser ausfallen. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern hier nun eine Range von 94,1–94,6 Mrd. $ an statt bislang 93,8 bis 94,6 Mrd. $. Im jüngst abgelaufenen 3. Quartal stieg der Umsatz um 10,7 % auf 23,3 Mrd. $. Vor allem das Geschäft mit pharmazeutischen Erzeugnissen legte dabei zu. Unter dem Strich blieben bei dem Konzern mit fast 3,7 Mrd. $ gut 3,2 % mehr hängen als ein Jahr zuvor.

J&J arbeitet sich langsam aber sicher wieder zurück an die (Kurs)Spitze. Halten; (B+).

U.a. höhere Rohstoffkosten haben Procter & Gamblezum Auftakt des neuen Geschäftsjahres belastet. Zwar konnten die Erlöse im 1. Quartal um 5 % auf 20,3 Mrd. $ zulegen. Der Nettogewinn sank jedoch um 4 % auf rd. 4,1 Mrd. $. Die Prognose bekräftigte das Management und erwartet einen organischen Umsatzanstieg von 2–4 % (Vorjahr: 76,1 Mrd. $). Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll von 5,66 $ um 3–6 % steigen. Dabei werden höhere Kosten für Rohstoffe und Logistik das Wachstum stärker bremsen als zunächst prognostiziert. Die Belastungen bezifferte Procter & Gamble nun auf insgesamt 2,3 Mrd. $, nach zuvor erwarteten gut 1,9 Mrd. $ nach Steuern.   

Procter & Gamble muss aktuell einen kleinen Rücksetzer verbuchen. Langfristig ist der Titel jedoch nach wie vor aussichtsreich; (A–).

Dank eines guten Neukundengeschäfts erzielte der Telekomkonzern Verizonin den 3 Monaten bis September einen um 4,3 % auf 32,9 Mrd. $ verbesserten Umsatz. Ohne die verkaufte Mediensparte Verizon Media entspricht der Zuwachs 5,5 %. Anfang Mai hatte Verizon den Verkauf der Sparte mit bekannten Marken wie AOL und Yahoo für 5 Mrd. $ an die Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management bekannt gegeben. Allerdings behält der Konzern 10 % an Verizon Media. Der Gewinn nach Steuern legte mit 6,6. Mrd. $ um fast die Hälfte zu. Angesichts der guten Entwicklung blickt der Konzern positiv auf das lfd. Jahr. Das Ergebnis je Aktie (EPS) soll 2021 bei 5,35 bis 5,40 $ liegen. Zuvor waren nur 5,25–5,35 $ in Aussicht gestellt worden.

Verizon kann trotz guter Zahlen charttechnisch aktuell nicht überzeugen. Allerdings bleibt der Konzern weiter unter Beobachtung; (B+). 

Trotz weltweitem Halbleitermangel fuhr Tesla im 3. Quartal einen neuen Rekord ein. Der Umsatz wuchs um 57 % auf 13,8 Mrd. $. In den 3 Monaten bis Ende September stieg der Gewinn im Jahresvergleich um 389 % auf 1,6 Mrd. $. Während die Autobranche insgesamt seit Monaten schon unter dem Halbleitermangel und anderen Engpässen in den Lieferketten ächzt, steckte Tesla die Belastungen bislang relativ gut weg. Im 3. Quartal brachte das Unternehmen 241.391 Fahrzeuge an die Kundschaft, gut 73 % mehr als ein Jahr zuvor.

Derzeit scheint nichts die Tesla-Rally stoppen zu können. Wer bereits Positionen im Depot geparkt hat, fährt hier zunächst weiter mit; (B+). 

Mit seinen jüngsten Quartalszahlen konnte IT-Urgestein IBM die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der Umsatz stieg nur leicht um 0,3 % auf 17,6 Mrd. $. Der Bereich mit Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz steigerte die Erlöse um 2,5 % auf 5,7 Mrd. $. Jedoch musste der Konzern Rückgänge von 12 % im Hardware-Bereich verbuchen. Unterm Strich fiel der Gewinn im Jahresvergleich um ein Drittel auf 1,1 Mrd. $ zurück. Hier schlugen die Kosten der Trennung von Kyndryl mit 500 Mio. $ deutlich zu Buche.   

Dennoch bleiben die Langfristaussichten von IBM gut, gerade was Zukunfttechnologien angeht (vgl. ES 41/21). Daher nimmt man das Papier aktuell genauer unter die Lupe; (A–). 

Intelverdient inmitten der globalen Chip-Knappheit deutlich mehr. Der Umsatz legte im vergangenen Quartal bis Ende September um 5 % auf 19,2 Mrd. $ zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 6,8 Mrd. $ übrig – ein Plus von 60 %. Doch bei aller Euphorie wurde auch Intel von der anhaltenden Chip-Knappheit belastet. So sank der Umsatz in der Sparte mit PC-Chips um 2 %.    

Intel bietet aktuell keine Kaufreize; (B). 

U.a. die „Spendielaune“ vieler Kunden hat den Kreditkartenanbieter American Expressim jüngst abgelaufenen 3. Quartal zu weiterem Wachstum verholfen. Die Erlöse wuchsen um ein Viertel auf 10,9 Mrd. $. Das Vorjahresergebnis war allerdings stark von der Pandemie belastet. Unter dem Strich verdienten die Amerikaner 1,8 Mrd. $ und damit rd. 70 % mehr als vor einem Jahr. Inzwischen hat sich die US-Wirtschaft weitgehend von der Krise erholt. Im vergangenen Quartal profitierte American Express nach eigenen Angaben besonders von höheren Ausgaben für Konsumgüter und Dienstleistungen. Zudem spielt dem Konzern das Comeback des Gastgewerbes und Reiseverkehrs in die Karten, da etwa bei Hotel- und Flugbuchungen besonders häufig Kreditkarten gezückt werden.

American Express läuft und läuft und...; (B+).

 

Vor allem dank einer mehr als gut laufenden Diagnostiksparte erzielte der Laborausrüster Abbott Lab im 3. Quartal einen um 1,4 Mrd. auf 10,9 Mrd. $ verbesserten Umsatz. Allein die Diagnostiksparte (u.a. Coronatests) legte dabei um ganze 47 % zu. Nach Steuern konnte sich das Ergebnis mit 2,1 (1,2) Mrd. $ beinahe verdoppeln. Entsprechend optimistisch gibt sich der Konzern für das restliche Geschäftsjahr. Hier peilt die Gesellschaft nun ein Ergebnis je Aktie von 5,00–5,10 $ an, was einem Zuwachs von gut 38 % entsprechen würde.

Abbott Lab wird eingesammelt; (A–). 

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