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US-Ticker

Beim Fitnessanbieter Peloton ist die Aufholjagd bereits vorbei. In dem Ende September abgeschlossenen 2. Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich zwar um 6 % auf 805,2
Mio. $. Unterm Strich machte Peloton jedoch einen Verlust von –376 Mio. $, nach einem Gewinn von 69,3 Mio. $ ein Jahr zuvor. Auf dem Ergebnis lasten u.a. höhere Logistikkosten. Auch senkte der Konzern im August den Preis des ursprünglichen Modells seines Trainigs-Bikes, was die Kunden danach verstärkt kauften. Nun nimmt das Unternehmen auch seine Prognose für das lfd. Jahr zurück. Demnach rechnet das Management nur noch mit Erlösen zwischen 4,4–4,8 Mrd. $, 3 Monaten zuvor war man noch von 5,4 Mrd. $ ausgegangen. Noch im Corona-Jahr 2020 gehörte Peloton zu den großen Erfolgsgeschichten. Während Fitness-Studios geschlossen blieben, kauften sich viele der teuren vernetzten Trainings-Bikes.    

Bei Peloton wurden bereits erste Gewinne abgesichert. Angesichts der aktuellen Lage kann jedoch auch beim Restbestand über einen Ausverkauf nachgedacht werden; (B–).

Beim Ferienwohnungs-Vermittler Airbnb zeigt sich das Nachholpotenzial der Tourismusbranche in voller Stärke. Im 3. Quartal legten die Erlöse um fast 70 % auf 2,2 Mrd. $ zu. Damit setzte der Konzern sogar 36 % mehr um als im Vergleichszeitraum 2019 vor der Pandemie. Der Nettogewinn betrug 834 Mio. $ und fiel damit ganze 280 % höher aus als im Vergleichszeitraum. Airbnb hatte die Erwartungen zwar vor 3 Monaten noch gedämpft und wegen neuer Coronawellen der besonders ansteckenden Delta-Variante vor neuen Belastungen und Rückschlägen für die Tourismus-Branche gewarnt. Doch die Aufholjagd dürfte so schnell nichts mehr stoppen.   

Airbnb ist zurück in der Erfolgsspur. Hier kann man sich durchaus einmal einmieten; (A–). 

Die anhaltend gute Nachfrage lässt den Chipkonzern Qualcomm deutlich positiver auf das kommende Vierteljahr blicken. Der Gewinn je Aktie werde demnach im 1. Quartal bei 2,90 bis 3,10 $ je Aktie liegen. Der Umsatz dürfte sich bei 10,0–10,8 Mrd. $ einfinden. Im jüngst abgelaufenen 4. Quartal war der Umsatz um 12 % auf 9,3 Mrd. $ angestiegen. Der Gewinn nach Steuern fiel hingegen unter dem Strich um 5 % auf 2,9 Mrd. $ zurück. Qualcomm ist u.a. stark im Geschäft mit 5G-Modems, mit denen die kalifornische Firma zum Beispiel Apples iPhones versorgt. Außerdem kommen auch die Chips vieler Smartphones mit Googles Betriebssystem Android von Qualcomm.   

Qualcomm ist und bleibt eine mehr als gute Halteposition; (B+). 

Pfizer ist mit seinem Partner BioNTech vor allem wegen des Corona-Vakzins in aller Munde. Doch auch außerhalb der Impfstoffbranche kann der Konzern überzeugen. Zwischen Juli und September konnte Pfizer den Umsatz auf 24,1 Mrd. $ mehr als verdoppeln. Unter dem Strich kam ein Gewinn von 8,1 Mrd. $ heraus. Im Vorjahresquartal waren es knapp 1,5
Mrd. $ gewesen. Das Management um Konzernchef Albert Bourla hob entsprechend seine Jahresziele ein weiteres Mal an. So soll sich der Umsatz 2021 nun im Vergleich zum Vorjahr auf 81 bis 82 Mrd. $ nahezu verdoppeln. Dabei rechnet Pfizer mit einem noch größeren Beitrag des Vakzins als bisher, da inzwischen weitere Liefervereinbarungen mit Abnehmerländern getroffen worden seien.

Pfizer lässt man in aller Ruhe weiterlaufen; (B+).

Under Armour hat seine Prognose für das lfd. Jahr dank guter Geschäfte erneut erhöht. So dürfte der Umsatz 2021 um etwa 25 % steigen. Zuvor hatte der Sportartikelhersteller ein Plus im niedrigen 20 %-Bereich in Aussicht gestellt. Der Gewinn soll ebenfalls stärker ausfallen als geplant. Das operative Ergebnis soll mit 425 Mio. $ deutlich über der bisherigen Prognose von 215 bis 225 Mio. $ liegen. Im 3. Quartal nahmen die Umsätze um 8 % auf 1,5 Mrd. $ zu. Getrieben wurde das Wachstum von den Regionen Südamerika, Asien-Pazifik sowie dem europäischen Wirtschaftsraum (EMEA), die alle im zweistelligen Prozentbereich zulegten. Das Nettoergebnis stieg von 38,9 Mio. $ im Vorjahr auf 113,4 Mio. $.   

Under Armour sportelt sich Stück für Stück aus seinem Kurstief. Dennoch sollte man hier die kommende Entwicklung erst noch ein wenig aus der Ferne beobachten; (B+). 

Der Biotechkonzern Amgen blickt optimistischer auf die Entwicklung im lfd. Jahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte bei 16,50–17,10 $ liegen. Zuvor war Amgen von 16–17 $ ausgegangen. Im 3. Quartal legte der Umsatz um 4 % auf 6,7 Mrd. $ zu. Nach Steuern ging der Gewinn indes leicht um 7 % auf 1,88 Mrd. $ zurück. Dies lag u.a. an negativen Preisentwicklungen bei Medikamenten.   

Amgen muss derzeit einen deutlichen Kursverlust hinnehmen. Angesichts der durchaus guten Langfristaussichten sollten Investoren ihren Bestand jedoch nicht vorschnell aus der Hand geben; (B+). 

Nach der schwierigen Marktlage des Taxi-Geschäfts während der Coronapandemie erholt sich das Geschäft von Uber stetig weiter. Im 3. Quartal steigerte das Unternehmen die Erlöse um ganze 72 % auf 4,8 Mrd. $. Das Hauptgeschäft mit Fahrdienstvermittlungen, das während der Pandemie zeitweise fast zum Erliegen gekommen war, feierte mit einem Buchungsanstieg um 67 % ein starkes Comeback. Zudem florierten die Liefer-Services um den Essensbringdienst Uber Eats weiter. Unterm Strich fiel dennoch ein Verlust von –2,4 Mrd. $ an, was jedoch vor allem an einer 2 Mrd. $ schweren Belastung durch bilanzielle Neubewertungen lag. Besonders die stark im Wert gesunkene Beteiligung am chinesischen Rivalen Didi schlug negativ zu Buche.   

Auch wenn die Geschäfte bei Uber wieder Fahrt aufnehmen, muss der Konzern  erst beweisen, dass sein Konzept auch nachhaltigen Erfolg erzielen kann. Daher lautet hier nach wie vor die Devise: Nicht zusteigen; (B). 

Mit einem Umsatz von 6,64 (5,67) Mrd. $ sowie dem Gewinn nach Steuern in den ersten 9 Monaten in Höhe von 2,14 (1,69) Mrd. $ konnte Activision Blizzard zunächst weiter überzeugen. Das Highlight war erneut die anhaltend starke Performance des „Call of Duty“-Franchises. Sogar gegenüber dem Coronajahr konnte Activision die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf 119 Mio. verbessern. Selbst eineinhalb Jahre nach dem Release von „Call of Duty: Warzone“ bleiben laut Management die Spielerzahlen des Franchises auf Konsole und PC auf dem Niveau des Vorjahres, während sie Mobile sogar zulegten. Für Unmut bei den Investoren sorgten jedoch Verschiebungen lang erwarteter Fortsetzungen. Sowohl „Diablo 4“ als auch „Overwatch 2“ wurden auf einen unbestimmten Termin im Jahr 2023 verschoben.

Activision Blizzard kann auch weiterhin nicht überzeugen; (B). 

Bei PayPal nimmt der Corona-Boom langsam aber sicher ab. In den drei Monaten bis Ende September kletterten die Erlöse zwar weiter um 13 % auf 6,2 Mrd. $. Der Gewinn nach Steuern legte um 6 % auf 1,1 Mrd. $ zu. Trotz des deutlichen Umsatzanstiegs flaute das Wachstumstempo gegenüber den Vorquartalen spürbar ab und lag unter den Markterwartungen. Positiv dürfte sich jedoch eine Kooperation mit Amazon entwickeln. Der weltgrößte Onlinehändler will US-Kunden ab 2022 Zahlungen über die Paypal-Tochter Venmo erlauben.

Bei PayPal ergibt sich derzeit eine durchaus interessante Nachkaufchance; (A–).

Selbstgemachtes und Individuelles liegt voll im Trend. Kein Wunder, dass die Plattform Etsy ihren Wachstumskurs auch in den ersten 9 Monaten ungehindert fortsetzen konnte. Der Umsatz legte auf 1,61 (1,11) Mrd. $ zu. Unter dem Strich verbesserte sich das Ergebnis ebenfalls deutlich von 200,71 Mio. $ im Vorjahr auf 331,95 Mio. $. Und auch für das lfd. 4. Quartal gibt sich das Unternehmen durchaus optimistisch und visiert einen Umsatz in den Bandbreite von 660–690 Mio. $ an. Das wären gut 10 % mehr als noch im Vorjahr.   

Etsy lässt man einfach weiterbasteln; (B+).

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Datentransfers- und -speichersystemen hat Dropbox im jüngst abgelaufenen Quartal weitere Zuwächse beschert. Die Umsatzerlöse verbesserten sich in den ersten 9 Monaten auf 1,59 (1,41) Mrd. $ zu. Noch besser lief es beim Ergebnis nach Steuern. Hier schnellte das Ergebnis von 89,5 Mio. $ im Vorjahr auf 211,2 Mio. $ an.   

Dropbox speichert man erstmal ab; (B+).

Kellogg wird seinen Aktionären am 15. Dezember 2021 eine Quartalsdividende in Höhe von 0,58 $ je Aktie ausbezahlen. Das Besondere: Es ist die 388. Quartalsdividende, die der Konzern aus Battle Creek in Michigan seit dem Jahr 1925 an seine Anteilseigner ausgeschüttet. Auf das Gesamtjahrsummiert sich die Dividende auf 2,32 $. In den ersten 9 Monaten erzielte der Cornflakes-Anbieter indes beinahe unveränderte Ergebnisse. Die Erlöse konnte sich zwar mit 10,76 Mrd. $ leicht um 4,4 % verbessern. Unter dem Strich stand mit 1,06 (1,05) Mrd. $ indes ein stabiler Gewinn in der Bilanz.    

Kellogg ist und bleibt ein Dividendengarant; (B+).

Der Impfstoffentwickler Moderna rechnet dieses Jahr mit einem deutlich geringeren Absatz seines Coronaimpfstoffs. Das Unternehmen kappte die Prognose auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen auf 15–18 Mrd. $. Zuvor hatte sie bei rd. 20 Mrd. $ gelegen. Moderna machte u.a. längere Lieferzeiten beim internationalen Versand und vorübergehende Produktionsengpässe wegen des Ausbaus von Kapazitäten für den schwächeren Ausblick verantwortlich. Dennoch liefen die Geschäfte mehr als erfolgreich. Die Erlöse kletterten gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 157 Mio. $ auf 5 Mrd. $. In den drei Monaten bis Ende September betrug der Gewinn unterm Strich 3,3 Mrd. $. Vor einem Jahr hatten hohe Forschungs- und Entwicklungskosten einen Verlust von –233 Mio. $ verursacht.

Dass sich die Impfstoffnachfrage nach und nach „normalisieren“ wird, war klar.  Doch auch Moderna hat neben COVID-19-Mitteln noch durchaus mehr zu bieten; (B+). 

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