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Virus Nr. 7

Coronavirus überspringt Arten- und Ländergrenze

Es ist das siebte seiner Art – Coronavirus Nr. 7 hat die Artengrenze von Tier zu Mensch übersprungen, und die chinesische Landesgrenze ebenfalls. Eng verwandt mit dem Vogelgrippe-Erreger SARS, der 2002/2003 eine Pandemie auslöste und weltweit fast 800 Menschen tötete, ist das Coronavirus weniger aggressiv. Es hat aber inzwischen (Stand Dienstagmorgen) auch schon 106 Todesopfer gefordert. Weltweit wurden mehr als 4.000 Infektionen bestätigt, die meisten in China, davon die Mehrzahl in der Stadt Wuhan mit ihren 11 Millionen Einwohnern, die als Ausbruchsort gilt und inzwischen unter Quarantäne steht. Aktuell sind weitere 14 Metropolen abgeriegelt. Das bedeutet: 45 Millionen Menschen können ihre Stadt nicht verlassen. Die Polizei bewacht Flughäfen und Ausfallstraßen. Schulen und Restaurants sind geschlossen, der Personennahverkehr eingestellt. Außerhalb ihrer Wohnungen müssen die Menschen Schutzmasken tragen. Innerhalb weniger Tage will China in Wuhan drei neue Krankenhäuser mit 1.000 Betten bauen. Das erste soll am 3. Februar fertiggestellt sein. Aus anderen Teilen des Landes wurden rund 1.700 Ärzte und medizinisches Personal nach Wuhan geschickt, ebenso 14.000 Schutzanzüge, 110.000 Paar Handschuhe, Masken und Brillen. Dagegen wollen die USA, Frankreich, Japan und nun auch Deutschland ihre Mitarbeiter in den diplomatischen Missionen sowie weitere Staatsbürger aus Wuhan rausholen. 
Obwohl selbst Metropolen wie Peking und Shanghai die Überlandverbindungen mit Bussen ausgesetzt haben, ist der Erreger mittlerweile in fast jeder Region Chinas aufgetaucht. Inzwischen hat das Coronavirus auch die Landesgrenze übersprungen. Vereinzelt werden Infizierte aus Thailand, Taiwan, Japan, Südkorea, den USA, Vietnam, Singapur, Malaysia, Nepal, Kanada und Australien gemeldet. Außerdem gibt es drei Fälle in Frankreich und seit Montagnacht auch einen Fall in Deutschland (Bayern). Damit ist das Virus nun auch in Europa angekommen. Die Mongolei hat die Grenze zum Nachbarland China vorsorglich geschlossen, Hongkong den Notstand ausgerufen. 
Die gute Nachricht: Die chinesischen Behörden gehen mit der Situation transparenter um als in der Vergangenheit. Die schlechte Nachricht: Es existieren bisher weder Medikamente noch ein spezieller Impfstoff gegen Virus Nr. 7. Wie lange es dauere, bis die Situation unter Kontrolle ist, kann niemand sagen. Der US-Biotechkonzern Gilead prüft derweil, ob sein Produkt gegen Ebola auch gegen das neue Virus wirkt. China testet, ob das HIV-Medikament Aluvia (Kaletra) des US-Konzerns AbbVie zur Behandlung geeignet ist. Weltweit werden diverse antivirale Substanzen in Schnelltests erprobt. 
 

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