Adler Modemärkte AG

Die Adler Modemärkte AG verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatzrückgang von 243,1 auf 236,0 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür waren neben der anhaltenden Schwäche im textilen Einzelhandel auch die planmäßige Reduzierung der Anzahl der Modemärkte. Trotzdem konnte das EBITDA von 24,1 auf 25,1 Mio. Euro gesteigert werden. Bei der Liquidität ergaben sich deutliche Verbesserungen. Diese legte allein im zweiten Quartal von 25,9 auf 54,5 Mio. Euro. Angesichts der bisherigen Entwicklung bestätigt der Vorstand die Ziele für das Gesamtjahr. Bedingt durch die Standortbereinigungen wird der Umsatz unter 500 Mio. Euro gesehen. Inklusive der Effekte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 sieht der Vorstand das operative EBITDA in der Größenordnung von 73 bis 78 Mio. Euro. Inklusive der Einmalaufwendungen aus den Standortbereinigungen erwartet das Management ein EBITDA von 64 bis 69 Mio. Euro.(ES - 23.7.2019 - 12:00 Uhr)

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Mensch und Maschine Software SE

Die Mensch und Maschine Software SE erzielte im ersten Halbjahr 2019 ein Umsatzwachstum von 27 Prozent auf 120,2 Mio. Euro. Rein organisch belief sich das Wachstum dabei auf 20 Prozent. Die Umsätze aus eigner Software wuchsen um 34 Prozent auf 37,5 Mio. Euro. Im Bereich Systemhaus legten die Umsätze um 24 Prozent auf 82,7 Mio. Euro zu. Beim EBIT auf Konzernebene verzeichnete die Gesellschaft sogar einen Zuwachs auf 13,98 Mio. Euro. Davon entfielen auf die eigene Software 9,23 Mio. Euro und auf das Segment Systemhaus 4,75 Mio. Euro. Beim Ergebnis nach Steuern kam die Gesellschaft um 31 Prozent auf 8,32 Mio. Euro voran. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich in diesem Zeitraum von 0,39 auf 0,49 Euro. Angesichts der guten Entwicklung in der ersten Jahreshälfte hob das Management das Wachstumsziel beim Umsatz von 15 bis 20 Prozent auf nun 20 bis 24 Prozent an. Das Nettoergebnis sieht das Management unverändert bei 89 bis 95 Cent je Aktie.(ES - 22.7.2019 - 13:00 Uhr)

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Pfeiffer Vacuum Technology AG

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2019 erzielte die Pfeiffer Vacuum Technology AG einen Umsatz von 157,4 Mio. Euro. Das EBIT belief sich dabei auf 14,7 Mio. Euro und blieb somit deutlich hinter dem Vorjahreswert von 20,3 Mio. Euro zurück. Ein ungünstiger Produkt-Kundenmix sowie weitere Investitionen belasteten das Ergebnis, so dass die EBIT-Marge lediglich bei 9,3 Prozent lag. Zudem hatte die Gesellschaft noch negative Effekte aus Währungsumrechnungen zu verkraften. Durch den geplanten deutlichen Anstieg der Investitionen in der zweiten Jahreshälfte wird das EBIT weiterhin belastet bleiben. Der Vorstand rechnet aber im zweiten Halbjahr mit einer Verbesserung der Dynamik in den Kundenmärkten. Auf dieser Basis rechnet der Vorstand im Gesamtjahr mit einem Umsatz zwischen 640 und 660 Mio. Euro sowie einer EBIT-Marge zwischen 11 und 14 Prozent.ES - 20.7.2019 - 10:00 Uhr)

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Optionsscheine

Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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