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Airbus

Ein internationales Schwergewicht hebt ab! Es steht außer Frage, Airbus hat sicherlich noch nicht das Vor-Coronaniveau wieder erreicht. Dennoch kommen die weltweiten Lockerungen schon jetzt in den Orderbüchern an.

Die Luftfahrt zählt zu den Branchen, die durch Corona regelrecht in die Knie gezwungen wurden. Schließlich galt die Globalisierung mit ihrem regen Flugverkehr als der Pandemietreiber schlechthin. Damit wurde der Flugverkehr von heute auf morgen eingestellt. Doch nun scheint das Virus zunächst beherrschbar zu sein, was die Buchungszahlen internationaler Fluggesellschaften steigen lässt. Die Branche schöpft somit zu recht Hoffnung.

Auftragsfront hellt sich deutlich auf

Dies spürt auch der weltweit größte Flugzeughersteller. Nach der Flaute im vergangenen Jahr kann Airbus für die erste Jahreshälfte 2021 wieder aufatmen. Das Unternehmen meldete soeben, 297 Flugzeuge ausgeliefert zu haben. Sicherlich ist noch nicht das Niveau von vor der Coronakrise erreicht, seinerzeit waren es immerhin 389 Auslieferungen. Dennoch, die Zahlen stimmen mehr als optimistisch. Denn gleichzeitig gingen in den ersten 6 Monaten diesen Jahres 165 Neubestellungen ein. Allein die Juni-Daten können sich sehen lassen: Bei 73 neuen Aufträgen wurden 77 Flugzeuge ausgeliefert.

Zweifelsohne haken die Kunden COVID-19 allmählich ab. Ein starkes Signal sendete erst Ende Juni die US-Fluggesellschaft United Airlines, die den größten Auftrag in ihrer Unternehmensgeschichte bei Airbus und dem Rivalen Boeing platzierte. Nach Listenpreis orderte die Airline für mehr als 30 Mrd. $ neue Flieger. Während Boeing zwar mit 200 Stück den größeren Anteil gegenüber Airbus mit nur 70 Flugzeugen absahnte, ist der Auftrag zweifelsfrei als ein Befreiungsschlag zu sehen. Im Übrigen wurde eine derart große Order zuletzt im Jahr 2011 von American Airlines ausgerufen.

Im Mai überraschte Airbus bereits mit seiner Meldung, sich bei seinem Modell A320 für eine Rekordproduktion zu rüsten. Von den Passagierjets der A320- und A220-Reihe könnten Mitte des Jahrzehnts jeden Monat so viele Exemplare fertig werden wie nie zuvor. „Die Luftfahrtbranche beginnt sich von der COVID-19-Krise zu erholen“, betonte Chefpilot Guillaume Faury. Zwischen den Jahren 2023 und 2025 will Airbus bereits wieder auf das Niveau aus der Zeit vor Corona zurückkehren.

Positiver Jahresstart

Schon im Auftaktquartal erhielt Airbus die Starterlaubnis zurück in die Gewinnzone zu fliegen. Zwar verringerte sich noch der Umsatz um 2 % auf 10,5 Mrd. €, doch unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 362 (–481) Mio. € wieder Geld. Neben den Kostensenkungen halfen die positiven Beiträge aus dem Hubschrauber-, Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft.

Um den Herausforderungen und dem Wandel der Branche gerecht zu werden, stellt sich der Konzern neu auf. Insbesondere in Deutschland und Frankreich steht daher der Abbau Tausender Stellen auf der Agenda. Langfristig dürfte die optimierte Struktur durchaus ein Wettbewerbsvorteil sein.

Meilenstein im Zollstreit

Und ein weiterer wichtiger Meilenstein konnte erreicht werden: Sage und schreibe 17 Jahre haben die USA und Europa über die Subventionen für die Luftfahrt gestritten. Gegenseitig warfen sich die Staaten unzulässige Milliardensubventionen vor. An eine Einigung war vor Corona nicht zu denken. Vielmehr verhärteten sich die Fronten mehr und mehr, insbesondere unter der Ägide von Trump. Doch COVID-19 führte zwangsläufig zum Umdenken – zumindest vorerst. Im Juni einigten sich die Regierungen darauf, auf gegenseitige Strafzölle bis zum Jahr 2026 zu verzichten.

Die bereits zügige Kurserholung untermauert die Einschätzung, dass Airbus gestärkt aus der Krise fliegt. Auch wenn das Unternehmen noch die eine oder andere Turbulenz durchqueren muss, ist das Papier ein Top Pick im Sektor. Zwar hat die Pandemie die Branche durchaus stark verändert, den langfristigen Siegesflug der Luftfahrt konnte COVID-19 aber nicht abwürgen.

Airbus erhält im Langfrist-Depot die Landeerlaubnis.

ISIN: NL0000235190
WKN: 938914

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