Paris_Eifeturm.jpg
@GettyImages

Aktuelle Meldungen aus Frankreich

Auch in Europa ist die Berichtssaison in vollem Gange. Den EuroStoxx bewegten in den vergangenen Tagen vor allem Unternehmensmeldungen aus Frankreich. Der ES wirft einen genaueren Blick auf ausgewählte Werte.

Der französische Baustoffkonzern Saint Gobain hat den Deal zur Übernahme seines australischen Konkurrenten CSR für eine Milliardensumme unter Dach und Fach gebracht. Insgesamt hat Saint Gobain rund 4,5 Mrd. AUD auf den Tisch gelegt. „Saint Gobain glaubt, dass ein Zusammenschluss mit CSR für beide Gruppen attraktiv wäre“, hieß es von Unternehmensseite. Die geplante Übernahme steht vollständig im Einklang mit der Strategie der Franzosen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass dieses Geschäft zu erhöhtem Wachstum und einer Wertsteigerung für die Aktionäre von Saint-Gobain führen wird und attraktive Möglichkeiten für beide Belegschaften bietet“, sagte Konzernchef Benoit Bazin. Die Übernahme soll in der 2. Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Saint Gobain hat bisher eine beachtliche Kurs-Performance hingelegt. Die Aktie bleibt im Depot entsprechend „verbaut“; (B+). 

Die Hotelkette Accor hat 2023 ein Rekordergebnis erzielt, wobei das Ebitda zum ersten Mal die Marke von 1 Mrd. € überschritten hat. Angetrieben von einer soliden Nachfrage konnte das Unternehmen damit die ursprünglichen Prognosen für das vergangene Jahr erfüllen oder übertreffen. Die Gruppe verzeichnete einen Umsatz von rund 5,06 Mrd. €, was einem Anstieg von
18 % auf vergleichbarer Basis entspricht. Nach Steuern stand zudem ein Gewinn von 633 (402) Mio. € in der Bilanz.

„Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe in allen Segmenten und Regio-nen ein Wachstum“, so CEO Sébastien Bazin. Trotz der nach wie vor komplexen geopolitischen Lage zeigt sich Accor zuversichtlich für das neue Jahr. Die bevorstehenden Großereignisse wie die Olympischen Spiele in Paris oder die Fußball Europameisterschaft in Deutschland dürften das Wachstum weiter vorantreiben, so Bazin.

2023 eröffnete Accor 291 Hotels mit 41.000 Zimmern, was einem Nettowachstum von 2,4 % entspricht.

Seit Jahresbeginn gibt Accor richtig Gas. Angesichts der durchaus vielversprechenden Aussichten kann man sich bei dem Hotelkonzern nochmal einbuchen; (A–). 

Trotz eines angespannten Marktumfelds konnte der Mischkonzern Bouygues sein Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 fortsetzen. Dank einer robusten Entwicklung in allen Geschäftsbereichen, außer dem Immobiliensegment, kletterte der Umsatz auf 56,02 (44,32) Mrd. €. Operativ stand mit 2,4 Mrd. € ebenfalls mehr in den Büchern, nach 2,0 Mrd. € in 2022. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sprang dabei um 67 % auf 1,04 Mrd. € an. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr gab der Vorstand bisher zwar nicht, kündigte jedoch bereits an, dass der Bereich Immobilien auch in 2024 weiter vor Herausforderungen stehen wird. Auf Konzernebene soll der Umsatz dennoch auch in 2024 weiter zulegen.

Die Aktionäre sollen an der positiven Entwicklung mit einer um 0,10 € höhere Dividende von 1,90 € je Aktie teilhaben (Quellensteuer beachten!).

Bouygues kann sich derzeit auch kurstechnisch behaupten. Hier dreht man weiter seine Runden; (B+). 

Effizienzmaßnahmen sowie Preiserhöhungen in der Industriesparte ließen den Gewinn des französischen Gase-Herstellers Air Liquide im vergangenen Jahr anwachsen. Unternehmenschef Francois Jackow zeigte sich optimistisch, in den kommenden Jahren zudem noch profitabler zu wirtschaften. 2023 stieg der Umsatz währungsbereinigt um 3,7 % auf gut 27,6 Mrd. €. Inklusive des starken Rückgangs der Energiepreise sowie negativer Währungseffekte ging der Umsatz aber um 7,8 % zurück. Unter dem Strich verdienet der Konzern mit rund 3,1 Mrd. € knapp 12 % mehr als ein Jahr zuvor. Für das abgeschlossene Jahr sollen zudem 3,20 € je Aktie als Dividende ausgezahlt werden, das sind 8,5 % mehr als ein Jahr zuvor (Quellensteuer beachten!).

Im lfd. Jahr will Unternehmenschef Jackow die Betriebsmarge weiter steigern und den um Sondereffekte bereinigten Nettogewinn bei konstanten Wechselkursen vergrößern. Im vergangenen Jahr lag der bereinigte Überschuss bei 3,3 Mrd. €.

Air Liquide gibt gerade erst richtig Gas. Hier bleibt man investiert; (B+).

Europas zweitgrößter Versicherer Axa will in den kommenden Jahren sein Gewinnwachstum unter anderem durch Prozessautomatisierungen und Kostensenkungen beschleunigen. Im vergangenen Jahr machte sich die Strategie bereits positiv bemerkbar. Demnach legten die Gesamterträge auf 102,74 (101,84) Mrd. € zu. Netto erzielte Axa einen Gewinn von 7,19 (5,06) Mrd. €. Im Zeitraum 2024 bis 2026 solle der Gewinn jährlich um 6–8 % steigen. Der 2023 ausgelaufene Dreijahresplan sah Zuwachsraten von 3–7 % vor.

Der Vorstand kündigte zudem an, bis zu 75 % des Gewinns in bar an die Aktionäre auszuschütten. Der vorherige Plan sah eine Dividende in einer Spanne von 55 bis 65 % vor. Dies führt 2023 zu einer Dividende von 1,98 € je Aktie, und damit einem Plus von 16 % (Quellensteuer beachten!).

Mit Axa ist das Depot nach wie vor gut abgesichert; (B+).

Die französische Supermarktkette Carrefour hat im vergangenen Jahr die starke Abwertung des argentinischen Peso zu spüren bekommen. Der Umsatz stieg 2023 im Jahresvergleich zwar um 2,3 % auf 83,3 Mrd. €, auf Basis konstanter Wechselkurse wäre es ein Plus von 12 % gewesen. Der operative Gewinn fiel indes um 4,7 % auf 2,26
Mrd. €. Neben der Peso-Schwäche belasteten hier Kosten im Zusammenhang mit der Integration der Grupo Big ins Brasilien-Geschäft. Aufgrund des Verkaufs des Taiwan-Geschäfts und geringerer Lagerbestände ging der Nettogewinn jedoch auf 1,66 (1,35) Mrd. € nach oben.

Zwar versucht sich Carrefour derzeit wieder an einem Erholungsversuch, allerdings wartet man hier die weitere Entwicklung zunächst ab; (B).

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz des Lebensmittelgiganten Danone auf vergleichbarer Basis um 7 % auf 27,62 Mrd. €. Das Plus hatte der Konzern, der hinter Marken wie Alpro, Evian und Aptamil steckt, allerdings primär Preiserhöhungen zu verdanken. Der bereinigte operative Gewinn legte in 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % auf 3,48 Mrd. € zu. Unter dem Strich ging der Gewinn indes um 8,1 % auf 881 Mio. € zurück, weil sich Danone mit Verlusten aus Russland zurückzog und Abschreibungen fällig wurden. Zudem schlugen Wertminderungen im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung des Biomilch-Geschäfts in den USA negativ zu Buche. Die Dividende soll dennoch um 5 % auf 2,10 € je Aktie steigen und damit den Rekordwert von 2019 erreichen (Quellensteuer beachten!). Allerdings geben sich die Franzosen für das lfd. Jahr etwas verhaltener. Auf vergleichbarer Basis soll der Umsatz zwischen 3–5 % zulegen.

Danone ist auch in herausfordernden Zeiten eine gute Halteposition; (B+). 

„Auch im Jahr 2023 bewies Imerys in einem komplexen Marktumfeld seine Widerstandsfähigkeit und Agilität. Unsere Hauptmärkte haben möglicherweise einen Tiefpunkt erreicht und wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Hebel nutzen, um den Umsatz künftig zu steigern, unterstützt durch kürzliche Kapazitätserweiterungen und innovative mobile und nachhaltige Energieprodukte“, so CEO Alessandro Dazza bei der Zahlenvorlage für 2023.

Vor allem die schwächelnde Baubranche machte den Franzosen massiv zu schaffen. Denn der Konzern bietet u.a. mineralische Komponenten für Produkte wie Dachziegel, Fliesen und Pflastersteine. Entsprechend fielen die Umsätze im Gesamtjahr 2023 auf 3,79 (4,28) Mrd. € zurück. Operativ sank das Ebitda mit 633 Mio. € um 12,2 %. Noch deutlicher ging es nach Steuern gen Süden. Hier sackte der Gewinn auf 237 Mio. € und damit um ganze 78,4 % ab.

Die angespannte Marktlage zeigt sich auch bei Imerys. Allerdings sollten Investoren hier nicht vorschnell das Handtuch werfen; (B+).

Die Hotelkette Accor hat 2023 ein Rekordergebnis erzielt, wobei das Ebitda zum ersten Mal die Marke von 1 Mrd. € überschritten hat. Angetrieben von einer soliden Nachfrage konnte das Unternehmen damit die ursprünglichen Prognosen für das vergangene Jahr erfüllen oder übertreffen. Die Gruppe verzeichnete einen Umsatz von rund 5,06 Mrd. €, was einem Anstieg von
18 % auf vergleichbarer Basis entspricht. Nach Steuern stand zudem ein gewinn von 633 (402) Mio. € in der Bilanz.

„Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe in allen Segmenten und Regionen ein Wachstum“, so CEO Sébastien Bazin. Trotz der nach wie vor komplexen geopolitischen Lage zeigt sich Accor zuversichtlich für das neue Jahr. Die bevorstehenden Großereignisse wie die Olympischen Spiele in Paris oder die Fußball Europameisterschaft in Deutschland dürften das Wachstum weiter vorantreiben, so Bazin. 2023 eröffnete Accor 291 Hotels mit 41.000 Zimmern, was einem Nettowachstum von 2,4 % entspricht.

Seit Jahresbeginn gibt Accor richtig Gas. Angesichts der durchaus vielversprechenden Aussichten, kann man sich bei dem Hotenkonzern nochmal einbuchen; (A–).