New York – Die Suchmaschine Google ist wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung zur Zahlung von 465 Mio. € inklusive Zinsen an die Axel Springer-Tochter Idealo verurteilt worden. Damit gestand das Landgericht Berlin Idealo jedoch bereits deutlich weniger zu als die ursprünglich geforderten 3,3 Mrd. €. Die deutsche Preisvergleichsplattform hatte Google in einer 2019 eingereichten Klage vorgeworfen, dass Nutzern der eigenen Suchmaschine erschwert werde, Links zu dem Idealo-Preisvergleichsdienst zu finden, nachdem der US-Konzern begonnen hatte, ein eigenes Preisvergleichsangebot zu bewerben.
Damals hatte Idealo zunächst eine Entschädigung von 500 Mio. € gefordert, zuletzt aber für den Zeitraum 2008 bis 2023 insgesamt rund 2,7 Mrd. € an Schadensersatz und 600 Mio. € Zinsen gefordert.
Nun kündigte Google an, in Berufung zu gehen. Ein Sprecher teilte mit, man sei mit dem Urteil nicht einverstanden. Die Änderungen, die Google 2017 vorgenommen habe, funktionierten gut, ohne dass die Europäische Kommission eingreifen müsse. Idealo kündigte ebenfalls an, den Rechtsweg weiter zu beschreiten, da der zugesprochene Betrag nur einen Teil des tatsächlichen Schadens widerspiegele.
Gerichtsverfahren stehen bei der Alphabet-Tochter beinahe auf der Tagesordnung – davon lässt man sich nicht abschrecken. Angesichts der Marktmacht der Suchmaschine steigt man auch beim Mutterkonzern keinesfalls aus; (B+).