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Amazon kauft Roomba-Hersteller iRobot

NEw York – Amazon will seine Rolle im vernetzten Zuhause mit dem Kauf der für ihre Roboter-Staubsauger bekannten Firma iRobot ausbauen. Mit einem Kaufpreis von 61 $ je Aktie wird iRobot inklusive ausstehender Schulden insgesamt mit rund 1,7 Mrd. $ bewertet. Amazon will die Summe bar zahlen, wie die Unternehmen bekanntgaben. Der Mitgründer und bisherige iRobot-Chef Colin Angle soll zudem an Bord bleiben. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen dem Deal allerdings noch zustimmen. 

Bekannt ist iRobot vor allem für seine selbstfahrenden Roomba-Sauger. Neuere Modelle erstellen dabei mit Hilfe von Kameras einen 3D-Scan des Haushalts und sollen dank künstlicher Intelligenz zum Beispiel auf dem Boden liegenden Kabeln ausweichen. 

Amazon hat ebenfalls schon seit einiger Zeit große Pläne für den Einsatz von Robotern im vernetzten Zuhause. Gerätechef Dave Limp prognostiziert, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren jeder Haushalt mindestens einen Roboter haben werde. Im vergangenen Herbst stellte der Konzern einen Roboter mit dem Namen "Astro" vor, der auf Rädern durch ein Zuhause fährt. Mit seinen Kameras kann er zum Beispiel die Rolle einer Alarmanlage übernehmen und kann auf Sprachbefehle über Amazons Sprachassistentin Alexa reagieren. 

Mit iRobot bekäme Amazon nun auf einen Schlag jahrelange Erfahrung und Forschung bei Haushaltsrobotern unter sein Dach. Die Firma wurde 1990 von 3 Forschern eines Informatiklabors der US-Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet und ging 2003 an die US-Technologiebörse Nasdaq. Ein Jahr zuvor brachte iRobot den automatischen Staubsauger Roomba heraus, der auch als Katzentransporter in vielen viralen Internetvideos auftaucht. 

Im vergangenen Quartal sank der iRobot-Umsatz im Jahresvergleich um gut 30 % auf 255,35 Mio. $. Der Quartalsverlust weitete sich auf –43,42 Mio. $ nach –2,76 Mio. $ ein Jahr zuvor aus. Die Firma verwies unter anderem auf niedrigere Bestellungen von Einzelhändlern in der unsicheren Wirtschaftslage und die Dollar-Stärke.

Keine Frage: An Amazon führt kein Weg vorbei; (A–).