Nachdem die Zinssorgen verflogen sind, statt nun der Beginn der Berichtssaison an. Der dt. Leitindex konnte gestern den 5. Gewinntag in Folge abschließen und hielt sich zuletzt weiter über der 16.000 Punkte-Marke. Mit einem Sprung über 16.200 Zähler wäre der Weg frei zu einem neuen Allzeithoch. Aktuell scheinen Anleger negative Meldungen weitestgehend zu ignorieren. In den USA beginnt vor dem Wochenende die Berichtssaison traditionell mit den Zahlen wichtiger Banken. Die Großbanken Wells Fargo, Citigroup und JPMorgan öffnen als erste in der Finanzbranche ihre Bücher. Das Bild dürfte gemischt sein. Einerseits helfen den Instituten die gestiegenen Zinsen, da die Kunden für ihre Kredite mehr bezahlen müssen. Andererseits lahmt aber auch die Nachfrage nach Darlehen. Zudem ist das für die Banken lukrative Geschäft mit Übernahmen, Fusionen und Börsengängen zurückgegangen. An der Wall Street schloss der Dow Jones gestern 0,1 % höher auf 34.395 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq rückte 1,6 % auf 14.138 Zähler vor. Der S&P 500 verbesserte sich um 0,8 % auf 4.510 Stellen.
Der Parfümeriekonzern Douglas könnte im kommenden Jahr an die Börse zurückkehren. "Private-Equity-Firmen wie unser Hauptgesellschafter CVC planen in der Regel mit einem Zeithorizont von 5 bis 7 Jahren, ehe sie wieder aussteigen", sagte Douglas-Chef Sander van der Laan in einem Interview. "CVC ist bei Douglas seit 2015 engagiert und damit wohl in der zweiten Phase des Investments, wenn man die Corona-Jahre abzieht." Douglas war 2013 nach einem Übernahmeangebot des Finanzinvestors Advent und der Eigentümerfamilie Kreke von der Börse genommen und 2017 mehrheitlich an die Private-Equity-Gesellschaft CVC verkauft worden.
Aktien von Nokia sind zuletzt nach einer Gewinnwarnung erneut unter Druck geraten. Der Titel setzte damit seinen Abwärtstrend fort. Zuletzt hatten die Finnen ihren Umsatzausblick für 2023 auf 23,2 bis 24,6 Mrd. € gesenkt. Zuvor wurden 24,6 bis 26,2 Mrd. € in Aussicht gestellt.
Der Elektroautomarkt in China ist Mercedes Benz-Technikchef Markus Schäfer zufolge derzeit im Volumensegment hart umkämpft. "Der Preiskampf läuft in China besonders im Volumensegment dramatisch", sagte Schäfer bei einer Online-Diskussionsrunde. Selbst die staatlichen chinesischen Traditionshersteller BAIC und SAIC, Joint-Venture-Partner von Mercedes-Benz und Volkswagen, hätten zu kämpfen an dem Markt, der zurzeit von BYD geführt werde. Mercedes-Benz selbst sei auf das Premium- und Luxussegment fokussiert, allerdings sei der Marktanteil der Marke am stark wachsenden chinesischen E-Automarkt "verschwindend gering". Einschließlich Verbrennermodellen käm der Konzern in seinem Segment auf 10 bis 12 % Anteil.
Eine Abstufung belastete zu Handelsstart den Kurs von Brenntag. Obwohl der Chemiekonzern bisher von der schlechten Stimmung der Branche relativ unbehelligt blieb, wurde Brenntag auf "Underweight" herabgestuft.
Unter den Nebenwerten profitierten zwischenzeitig die Anteile von Knorr-Bremse von einem Kaufvotum der Barclays Bank. Eine positive Studie von Morgan Stanley zu Telefonica Deutschland verhalf den Aktien des Telekomanbieters ebenfalls zu einem Kursplus.