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Berichtssaison voll in Fahrt

Während die Berichtssaison in den USA ihren Höhepunkt bereits erreicht hat und in dieser Woche langsam aber sicher ein Ende findet, nimmt die Zahlenflut hierzulande kein Ende. Auch zuletzt haben wieder einige Unternehmen ihre Bücher geöffnet und über das 1. Halbjahr berichtet. 

Rational meldet starkes Halbjahr; (B+):

Der Großküchenausrüster hat im 2. Quartal 14 Mio. € an unberechtigt verlangten Einfuhrzöllen in den USA erstattet bekommen und damit auch auf Halbjahressicht mehr verdient. Der Umsatz stieg in den ersten 6 Monaten um 6 % auf 641,5 Mio. €. Vor allem der Markt Lateinamerika entwickelte sich mit 10 % Umsatzwachstum zweistellig, während Deutschland und Europa jeweils um 9 % zulegten. Das Ebit verbesserte sich auf 469,9 (153,4) Mio. € und nach Steuern stand ein Gewinn in Höhe von 132,3 (120,3) Mio. € in den Büchern. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden nochmals bekräftigt.

Leifheit erwartet weniger; (B+):

Der Haushaltswarenhersteller mustte in der 1. Jahreshälfte aufgrund der Konsumzurückhaltung, vor allem im Non-Food-Bereich, einen Umsatzrückgang von 5,8 % auf 116,3 Mio. € verkraften. Das Ebit brach dabei auf –2,7 (2,0) Mio. € ein und unterm Strich sah der Konzern mit –2,4 (1,0) Mio. € ebenfalls rot. Für das Gesamtjahr rechnet Leifheit nun mit einem leichten Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr (232,6 Mio. €) und einem ausgeglichenem Ebit (Vj.: 10,0 Mio. €). 

Westwing Einmaleffekte belasten; (B+):

Der Onlinemöbelhändler steigerte in den ersten 6 Monaten des Jahres das Bruttowarenvolumen (GMV) auf 261 (229) Mio. €. Der Umsatz fuhr dabei auf 233,1 (207,1) Mio. € vor. Einmaleffekte drückten indes das bereinigte Ebitda auf 15,0 (15,3) Mio. € und unterm Strich sah das Unternehmen mit –1,5 Mio. € sogar rot. Im Vergleichszeitraum stand noch ein Gewinn in Höhe von 4,2 Mio. € in der Bilanz. An der Guidance für das laufende Jahr wurde derweil nicht gerüttelt. 

Fraport mit Licht und Schatten; (B+):

Auch wenn das Passagieraufkommen streikbedingt und aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage in Frankfurt stagniert, entwickelten sich die restlichen von Fraport betriebenen internationalen Flughäfen weiter positiv. Auf Halbjahressicht kletterten die Erlöse auf 2,07 (1,99) Mrd. € und das Ebitda hob auf 582,3 (561,2) Mio. € ab. Bilanzielle Effekte, insbesondere im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der neuen Terminal-Gebäude in Lima und Frankfurt drückten den Konzerngewinn indes auf 51,6 (98,6) Mio. €. Für 2026 erwartet der Frankfurter Flughafenbetreiber ein Ebitda von rund 1,5 (1,4) Mrd. €. Bei den Passagierzahlen in Frankfurt lautet die Zielvorgabe inzwischen auf 63,2 Mio. und damit das Vorjahresniveau, statt 65 bis 66 Mio. Gäste.  

SGL Carbon bestätigt Ausblick; (B+):

Die fehlenden Umsätze aus der Beendigung von nicht profitablen Geschäftsaktivitäten haben dem Graphit-Spezialisten in den vergangenen 6 Monaten einen Erlöserückgang auf 394,2 (453,2) Mio. € eingebrockt. Hinzu kam eine geringere Nachfrage im Bereich Graphite Solutions und eine schwächere Auftragslage in der Process Technology. Das bereinigte Ebitda gab konzernweit auf 69,8 (72,5) Mio. € nach. Unterm Strich schaffte SGL dank geringerer Restrukturierungsaufwendungen derweil mit 12,3 (–30,9) Mio. € den Turnaround. Für 2026 wird weiterhin mit einem Umsatzrückgang auf 720,0 bis 770,0 (850,2) Mio. € sowie einem bereinigten Ebitda zwischen 110 und 130 (135) Mio. € gerechnet. 

Bastei Lübbe sieht sich auf Kurs; (B):

Obwohl in allen Bereichen die weiterhin angespannte Lage des Buchmarktes zu verspüren war, verzeichnete die Verlagsgruppe in den ersten 3 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2026/27 (per Ende März) ein Umsatzplus auf 24,6 (23,0) Mio. €. Das Ebit gab indes leicht auf 1,1 (1,2) Mio. € nach und der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf 0,7 (0,8) Mio. €. Bei den Zielen für das Gesamtjahr sieht sich das Management auf Kurs. Konkret werden Erlöse zwischen 118,0 und 122,0 (118,4) Mio. € sowie ein Ebit in der Bandbreite von 10,0 bis 12,0 (9,3) Mio. € erwartet. 

Carl Zeiss Meditec belastet; (B+):

Der Medizintechnikkonzern hat in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) vor allem eine schwächere Entwicklung in China zu spüren bekommen. Zudem belasteten ungünstige Wechselkurse. Der Umsatz verlor auf 1,55 (1,60) Mrd. €. Das bereinigte Ebita gab auf 124,5 (177,0) Mio. € nach und unterm Strich sank der Gewinn auf 66,1 (88,1) Mio. €. Für das laufende Geschäftsjahr stehen Erlöse zwischen 2,15 und 2,20 (2,23) Mrd. € auf dem Kurszettel. Die bereinigte Ebita-Marge soll sich zwischen 8 und 10 % einfinden, nach 11,6 % im Vorjahr.  

EnBW verdient weniger; (B):

Weniger Einnahmen unter anderem infolge des geplanten Kohleausstiegs sowie bei Laufwasserkraftwerken wegen Trockenheit haben dem Energieversorger in der 1. Jahreshälfte die Bilanz verhagelt. Während der Außenumsatz af 19,1 (17,5) Mrd. € kletterte, gab das bereinigte Ebitda auf 2,3 (2,4) Mrd. € nach. Der Konzernüberschuss sank um mehr als die Hälfte auf 223,1 Mio. €. Hier machten sich zusätzlich negative Bewertungseffekte bemerkbar. Die Guidance für 2026 hat derweil weiterhin Bestand. 

PWO sieht rot; (B–):

Nach einem schwachen Jahresstart entwickelte sich auch das 2. Quartal des Autozulieferers rückläufig. So gaben die Erlöse in den 3 Monaten auf 127,3 (136,4) Mio. € nach. Das Ebit gab auf 4,5 (7,6) Mio. € nach und unterm Strich rutschte das Unternehmen mit –241 T€ sogar in die Verlustzone. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn in Höhe von 3,7 Mio. € in der Bilanz. Die Guidance für 2026 hat trotz der schwachen Entwicklung weiterhin Bestand.

Lanxess bestätigt Ziele; (B+):

Das Spezialchemieunternehmen hat auch auf Halbjahressicht die negstiven Wechselkurse zu spüren bekommen und einen Umsatzrückgang auf 2,94 (3,07) Mrd. € hinnehmen müssen. Nachdem der Preisdruck in Asien das 1. Quartal belastete, musste der Konzern auch in den ersten 6 Monaten einen Rückgang beim Ebitda vor Sondereinflüssen auf 246 (283) Mio. € verbuchen. Der Konzernverlust wurde derweil auf –194 (–102) Mio. € ausgeweitet. An der Prognose für das Gesamtjahr wurde jedoch nicht gerüttelt. 

Zeal Networks meldet Rekordumsatz; (B+):

Mit einer Bestmarke beim Umsatz hat der Gücksspielkonzern das 1. Halbjahr beendet. In den 6 Monaten kletterten die Erlöse um 20 % auf 121,8 Mio. €. Auch das Ebitda verbesserte sich um 
10 % auf 38,9 Mio. €. Unterm Strich stand ein Gewinn in Höhe von 21,8 (19,5) Mio. € in den Büchern. Für 2026 stehen weiterhin Erlöse zwischen 250 und 260 (218,5) Mio. € sowie ein Ebitda in der Bandbreite von 70 bis 75 (68,8) Mio. € auf der Agenda.