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Börsenbericht – Alle Auge auf Davos

Zur Wochenmitte richtet sich die Aufmerksamkeit der Börsianer nach Davos. Auch auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz wird bleibt der Grönland-Konflikt mit der anstehenden Rede von US-Präsident Donald Trump das beherrschende Thema. Die Sorge vor einem Handelskrieg und der Zollschock vom Wochenende sitzen nach wie vor tief und auch nach zwei schwachen Handelstagen dürfte der DAX zur Wochenmitte weiter deutliche Schwankungen verzeichnen. Nachdem die Wall Street am Montag feiertagsbedingt geschlossen war, gaben auch die Leitindizes der US-Börsen nach. Damit bleiben die Vorgaben für den dt. Leitindex schwach. Am Wochenende drohte der US-Präsident Donald Trump all jenen europäischen Ländern Strafzölle an, die sich seinem Streben nach Grönland widersetzen und sich stattdessen an die Seite Dänemarks stellen. Betroffen davon sind Deutschland, Dänemark, Schweden, Frankreich, die Niederlande und Finnland sowie Großbritannien und Norwegen. Trump hatte erklärt, dass für die acht Länder ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 % gelten sollen, die ab dem 1. Juni dann sogar auf 25 % steigen könnten. Kurz danach teilte Trump zusätzlich gegen Präsident Emmanuel Macron aus und drohte wegen der zögerlichen Haltung Frankreichs, dem Friedensrat für den Gazastreifen beizutreten, mit Zöllen von 200 % auf Wein und Champagner. Neben Aktien gerieten aber auch US-Staatsanleihen und der US-Dollar unter Druck. Normalerweise gelten diese Anlagen in Krisenzeiten als "sichere Häfen" und ein Marktteilnehmer verwies darauf, dass sich ein generelles “Sell-America”-Thema angezeichnet habe. Diese Unsicherheit trieb jedoch Gold und Silber weiter an. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf die heute anstehende Rede von US-Präsident Donald Trump.  

Mit seinem Geschäftsausblick enttäuschte der US-Mischkonzern 3M zeitweise die Anleger – der höher als von Analysten erwartete Gewinn konnte darüber nicht hinweghelfen. Der Hersteller von Klebeband, Post-it-Notizzetteln und Elektrowerkzeugen übertraf im 4. Quartal 2025 mit dem bereinigten Gewinn je Aktie die Erwartungen der Analysten. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein bereinigter Gewinn je Aktie zwischen 8,50 und 8,70 $ erwartet. Der Mittelwert liegt damit unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 8,61 $. Auf das Geschäft von 3M drücken derzeit verhaltene Konsumausgaben, insbesondere in den USA.

Eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Pharmariesen Pfizer gab den Aktien des Impfstoffherstellers Novavax vorübergehend Auftrieb. Pfizer erhalte im Rahmen der Vereinbarung Zugang zu Novavax' Impfstoffverstärker "Matrix-M", teilten die Unternehmen mit. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der in einigen Impfstoffen eingesetzt wird, um eine stärkere Immunreaktion hervorzurufen. Im Gegenzug erhalte Novavax im ersten Quartal eine Vorauszahlung von 30 Mio. $. Zudem habe der Konzern Anspruch auf Meilensteinzahlungen von bis zu 500 Mio. $.

Novo Nordisk investiert in das kanadische Biotechunternehmen Aspect Biosystems und stellt Geld für die Entwicklung von kurativen Medikamenten zur Behandlung von Diabetes zur Verfügung. Die beiden Unternehmen erweitern damit ihre bestehende Partnerschaft. Novo Nordisk und Aspect Biosystems hatten bereits 2023 eine Kooperation zur Entwicklung krankheitsmodifizierender Behandlungen für Diabetes und Adipositas vereinbart. Nun hat Aspect die Rechte an Engineering-Technologien von Novo Nordisk erworben und wird die Entwicklung, Herstellung sowie Vermarktung von Zelltherapien für Diabetes leiten, wie beide Unternehmen mitteilten. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.

Die Dt. Börse steht nach Informationen von Bloomberg kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung zum Kauf des europäischen Fonds-Technologieunternehmens Allfunds für rund 5,3 Mrd. €. Verhandlungen mit Allfunds hatte der deutsche Börsenbetreiber am 27. November öffentlich gemacht. Bloomberg berichtet nun unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass eine Einigung noch in der laufenden Woche bekannt gegeben werden könnte. 

Der französische Automobilhersteller Renault wird künftig mit dem französischen Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard bei der Herstellung von Drohnen zusammenarbeiten. "Auf Ersuchen des französischen Verteidigungsministeriums wurde die Renault Group eingeladen, ihre Expertise zur Entwicklung einer französischen Drohnenindustrie beizusteuern", hieß es von dem Unternehmen. Die Renault Group verfüge über gefragte Kompetenzen bei Entwurf, Industrialisierung und Massenproduktion von High-Tech-Objekten unter gleichzeitiger Kontrolle von Qualität, Kosten und Fristen.

Puma und McLaren Racing sind eine "mehrjährige weltweite Partnerschaft" eingegangen. Ab 2026 wird Puma dabei die Team-Ausrüstung sowie Replika- und Lifestyle Kollektionen für McLaren Racing entwerfen, wie der Sportartikelhersteller mitteilte. 

Das zum Schweizer Roche-Konzern gehörende US-Biotech-Unternehmen Genentech investiert rund 2 Mrd. $ in eine neue Produktionsanlage im US-Bundesstaat North Carolina und verdoppelt damit seine ursprüngliche Investition. Die Anlage in Holly Springs soll 2029 in Betrieb gehen und Medikamente für Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas herstellen.

Der Diagnostikkonzern Qiagen zieht Gerüchten zufolge neues Übernahmeinteresse auf sich und prüft neben anderen strategischen Optionen auch einen möglichen Verkauf. Das DAX-Unternehmen arbeite mit Beratern zusammen, während der Aufsichtsrat das Interesse von potenziellen Bietern prüfe, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Qiagen habe in den vergangenen Wochen mit mehreren möglichen Käufern gesprochen, darunter strategische Investoren aus den USA. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium und es sei nicht sicher, ob sie zu einem Verkauf führen würden. 

Der Sportartikelhersteller Lululemon hat den Online-Verkauf einer neuen Kollektion ausgesetzt. Der Konzern hat nach eigenen Angaben den Online-Verkauf der Kollektion "Get Low" vorübergehend eingestellt, geht aber davon aus, die Produkte bald wieder anbieten zu können. Dem Vernehmen nach folgt die Entscheidung auf Kundenbeschwerden. 

Derweil setzten die neu entflammten Sorgen über die Geo- und Handelspolitik die Aktien der US-Kreuzfahrtanbieter unter Druck. Die Kurse von Norwegian Cruise Line Holdings, Carnival und Royal Caribbean gaben zeitweise deutlich nach.

Der Erfolg der finalen Staffel "Stranger Things" und des neuen Films der Krimireihe "Knives Out" haben Netflix zu einem überraschend starken Quartalsergebnis verholfen. Mit dem Ausblick enttäuschte der Streamingdienst am Markt allerdings. Der Umsatz werde im laufenden Vierteljahr voraussichtlich bei etwa 12,16 Mrd. $ und der Gewinn bei 0,76 $ je Aktie liegen. Analysten hatten mit 12,19 Mrd. $ beziehungsweise mit 0,81 $ je Aktie gerechnet. Im Abschlussquartal wuchsen die Erlöse um rund 17 % auf 12,05 Mrd. $. Der Überschuss lag bei 0,56 $ je Aktie. Die Basis hierfür sei der anhaltende Kundenzustrom. Die Zahl der Nutzer habe die Marke von 325 Mio. überschritten.

United Airlines hat dank einer starken Nachfrage von Geschäftsreisenden und wohlhabenden Kunden einen optimistischen Ausblick gegeben. Für das 1. Quartal stellte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 1,00 bis 1,50 $ pro Aktie in Aussicht. Auch im abgelaufenen 4. Quartal übertraf die Airline die Gewinnerwartungen. Unter dem Strich stand ein bereinigter Gewinn je Aktie von 3,10 $ in den Büchern. Der Umsatz kletterte um 4,8 % auf 15,4 Mrd. $. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet United mit einem bereinigten Gewinn zwischen 12,00 und 14,00 $ je Aktie. 

Die US-Kartellbehörde FTC hat angekündigt, nach ihrer Niederlage im Kartellverfahren gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta in Berufung zu gehen. Ein US-Bezirksgericht hatte im November die Klage der Federal Trade Commission (FTC) zurückgewiesen, die Meta Platforms unterstellt, durch die Übernahmen von Instagram und WhatsApp ein illegales Monopol aufgebaut zu haben. Die FTC erklärte, der Richter James Boasberg habe zu Unrecht entschieden, dass die Behörde nachweisen müsse, dass Meta auch heute noch ein Monopol innehat. 

Der österreichische Baustoffkonzern Wienerberger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei steigenden Umsätzen einen leichten Ergebnisrückgang verbucht. Das Ebitda sank auf rund 753 (760) Mio. €. Der Umsatz legte auf 4,6 (4,5) Mrd. € leicht zu. Das Unternehmen bekam nach eigenen Angaben den starken Rückgang im Wohnungsneubau in den meisten Märkten in Nordamerika und Europa zu spüren. Die Bereiche Infrastruktur und Dachsysteme hätten sich dagegen stabil entwickelt oder seien sogar leicht gewachsen. Die endgültigen Ergebnisse für 2025 will der Konzern am 18. Februar veröffentlichen.