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Börsenbericht – DAX erholt

In den USA ist der Startschuss zur Berichtssaison endgültig gefallen und die Anleger müssen die Zahlenflut erst einmal verdauen. Vor allem bei den Tech-Werten liegt der Fokus darauf, ob sich die horrenden KI-Investitionen und ob sich diese auszahlen. Erste Dämpfer gab es bereits: Der E-Autopionier Tesla hat erstmals seit mehr als zwei Jahren aufgrund der Ausgaben für Künstliche Intelligenz und Robotik einen negativen Cashflow generiert. Auch das IT-Unternehmen IBM enttäuschte mit eine gesenkten Umsatzprognose. Da viele Berichte erst nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden hielten sich Anleger an der Wall Street zur Wochenmitte bedeckt. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 0,5 % nach, während der S&P 500 0,1 % verlor. Der Dow Jones trat indes bei 52.218 Punkten mehr oder weniger auf der Stelle. Die verhaltenen Vorgaben von der Wall Street und die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, durch die der Ölpreis weiter ansteigt, machen sich auch hierzulande bemerkbar, traten zuletzt allerdings in den Hintergrund. Anleger zeigten sich zuletzt relativ „entspannt“ und der DAX konnte sich weiterhin über 25.000 Punkten.  

Die italienische Großbank UniCredit hat ihre Gewinnziele hochgeschraubt. Im laufenden Jahr soll der Überschuss auf „deutlich" mehr als 11 Mrd. € steigen, teilte das Geldhaus mit. Bisher war von mindestens 11 Mrd. € die Rede gewesen. Im Jahr 2028 sollen es nun "deutlich" über 13 Mrd. € und im Jahr 2030 "deutlich" über 15 Mrd. € sein. Dabei seien die Ergebnisse der Commerzbank noch nicht zu hundert Prozent eingerechnet. Im 2. Quartal verdiente die UniCredit mit gut 2,9 Mrd. € zwar rund 10 % weniger als ein Jahr zuvor, aber mehr als am Markt erwartet wurde.

Der Pharmakonzern Roche hat im 1. Halbjahr unter den Wechselkursen gelitten. Für das Gesamtjahr wurden die Ziele dennoch bestätigt. In den ersten 6 Monaten erzielte Roche einen Umsatz von 30,4 Mrd. CHF, was einem Minus von 2 % entspricht. Um Wechselkurseffekte bereinigt stand jedoch ein Plus von 6 % in den Büchern. Das operative Kernergebnis fiel um 1 % auf 11,9 Mrd. CHF.

Deutlich besser ist die Stimmung bei Alphabet: Die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren zahlen sich für Alphabet aus. Die Umsätze von Google Cloud stiegen demnach um 82 % auf 24,8 Mrd. $. Der Konzernumsatz legte im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 23 % auf 119,8 Mrd. $ zu. Gleichzeitig vervierfachte sich der Gewinn je Aktie auf 9,11 $. 

Dank einer Erholung in den USA konnte der Lkw-Bauer Daimler Truck wieder Fortschritte verzeichnen und blickt etwas zuversichtlicher auf das laufende Jahr. Das bereinigte Ebit soll bei 3,6 bis 4,1 Mrd. € landen, nachdem bisher jeweils 400 Mio. € weniger erwartet wurden. 

Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat nach einem starken 2. Quartal die Prognose erhöht. 2026 strebt der Konzern jetzt ein Ebit von 1,35 bis 1,55 Mrd. CHF an. Bisher wurde eine Bandbreite von 1,25 bis 1,40 Mrd. CHF in Aussicht gestellt. Damit wäre der Wert maximal auf dem Niveau des Vorjahres gelandet.