Effectenspiegel-Aktienmarkt-täglicher-Börsenbericht.jpg
@GettyImages

Börsenbericht – DAX schafft Wende

Sah es zum Handelsstart noch nicht danach aus, schaffte der DAX zum Wochenschluss überraschenderweise doch ein minimales Plus. Grund sind die wieder sinkenden Ölpreise und Kursgewinne des Schwergewichts SAP. Zwar gelang dem dt. Leitindex zum Wochenschluss zunächst kein nachhaltiger Sprung über die runde Marke bei 25.000 Punkten, aber immerhin war sie zuletzt wieder in Reichweite. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Der Konflikt im Nahen Osten und die anhaltenden KI-Sorgen beherrschen weiterhin das Börsengeschehen. US-Präsident Donald Trump setzte die Angriffe auf den Iran in der 13. Nacht in Folge fort und versucht im Konflikt um die Straße von Hormus den Druck zu erhöhen. Verschärft wurde die Lage zuletzt noch von Angriffen der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer. Die geopolitischen Spannungen zwischen Washington und Teheran schüren die Sorge vor neuen Belastungen für die Weltwirtschaft und einer steigenden Inflation, während Anleger zugleich die hohen Bewertungen vieler KI-Unternehmen zunehmend kritisch hinterfragten. Hinzu kamen gemischte Berichte über die hohen Investitionen in KI von den US-Schwergewichten, die Anleger nun einordnen müssen. Immerhin hatte isch der Ölpreis zuletzt wieder etwas beruhigt. Nachdem er am Donnerstags erstmals seit Mai wieder über 100 $ geklettert war, rutschte er zwischenzeitig wieder darunter. 

Atoss Software hat dank eines guten Cloud-Geschäftes Umsatz und Gewinn im 2. Quartal gesteigert. Die Erlöse legten auf rund 51,8 (45,8) Mio. € zu. Das Ebit stieg von 15,4 auf 18,1 Mio. €. Die Prognose für das laufende Jahr bekräftigte Atoss und erwartet weiter eine Ebit-Marge von mindestens 34 %. Der Umsatz soll 210 bis 215 Mio. € erreichen. Für das kommende Jahr stellte das Management weiteres Wachstum in Aussicht. Die Erlöse sollen auf 235 bis 245 Mio. € klettern. Ende Januar hatte das Unternehmen rund 245 Mio. € in Aussicht gestellt. Die Ebit-Marge soll "jedenfalls" 35 % erreichen.

Das Versicherungsschwergewicht Allianz plant sein Geschäft in Asien mit einer Übernahme in Singapur auszubauen. So will der DAX-Konzern das HSBC-Lebensversicherungsgeschäft übernehmen und gleichzeitig eine langjährige Vertriebskooperation mit der britischen Großbank eingehen. Der Preis für den Versicherer HSBC Life Singapore und die Kooperation liege bei umgerechnet 2 Mrd. €. Die Übernahme soll in der 1. Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen sein.

Basierend auf den konsolidierten Zahlen weist BB Biotech auf Halbjahressicht einen Gewinn nach Steuern von 430 (–341) Mio. CHF. Das 2. Quartal wies dabei einen Gewinn von 451 (–100) Mio. CHF aus. Das Management hat zudem die Dividendenpolitik mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2026 angepasst. Das Unternehmen strebt künftig eine jährliche Dividendenrendite von 3-5 % an und ersetzt damit die bisherige feste Ausschüttungspolitik.

Die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Bros. durch den Konkurrenten Paramount ist per Gerichtsbeschluss bis Mitte August auf Eis gelegt worden. Richterin Araceli Martinez-Olguin verlängerte damit ihre erst vor wenigen Tagen verfügte Zwangspause um weitere zwei Wochen. Auslöser für die Auszeit war die Klage von 12 US-Bundesstaaten, die den mehr als 100 Mrd. $ schweren Deal kippen wollen. Sie verlangen zunächst eine langfristige einstweilige Verfügung gegen den Abschluss der Übernahme. Die verlängerte Auszeit bis zum 17. August sei nötig, um über Anträge der Parteien rund um die einstweilige Verfügung zu entscheiden, erläuterte die Richterin.

Europas größter Softwarehersteller SAP kommt trotz des schwierigen Marktumfelds gut voran mit dem Abschluss von Cloud-Aboverträgen. Der in den kommenden 12 Monaten zu erwartende Umsatz mit diesen Verträgen legte bis Ende Juni im Jahresvergleich um 27 % auf 22,9 Mrd. € zu. Damit legte das Wachstum im Vergleich zum 1. Quartal wieder zu. Im Juli hatte SAP die Übernahmen von Dremio und Prior Labs abgeschlossen. Bei beiden kleineren Einheiten dürften im 2. Halbjahr Verluste auflaufen, sagte Finanzchef Dominik Asam. Die Übernahmen seien auch der alleinige Grund für den beim Ergebnis geänderten Ausblick. So geht das Management beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern währungsbereinigt dieses Jahr nur noch von einem Wachstum zwischen 13 und 17 % aus. Klein hatte zuvor noch 14 bis 18 % anvisiert.

Der Medizintechnikhersteller GE Healthcare rechnet für das 2. Quartal mit einem Umsatzwachstum zum entsprechenden Vorjahreszeitraum von 5,7 % auf 5,3 Mrd. $. Beim Gewinn je Aktie rechnet der Konzern mit einem größeren Wachstum als zuvor. Detaillierte Zahlen will GE Healthcare am kommenden Mittwoch vorstellen. Anlass für die überraschende Vorstellung von Eckdaten war die Mitteilung über einen Wechsel an der Spitze des Finanzressorts. 

Der Autobauer VW hat im 2. Quartal noch etwas weniger verdient als im ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum. Zudem wurde der Umsatzausblick gekappt. Statt ein Umsatzplus von bis zu 3 % gegenüber dem Vorjahr erwartet CEO Oliver Blume nun 2026 nur noch im besten Fall eine stabile Entwicklung, es könnte aber auch bis zu 3 % weniger erlöst werden. Im 2. Quartal fuhr der Umsatz um 2 % auf 82,4 Mrd. € vor. Das operative Ergebnis fiel jedoch um rund ein Zehntel auf 3,47 Mrd. € zurück. Unter dem Strich ging es sogar um rund ein Drittel auf nur noch 1,54 Mrd. € Gewinn zurück.

Der Pharmakonzern Sanofi muss einen Rückschlag bei der Suche nach einem Nachfolger für den Kassenschlager Dupixent hinnehmen. Die Franzosen teilten mit, dass sie die klinische Entwicklung von Amlitelimab zur Behandlung moderater bis schwerer atopischer Dermatitis (Neurodermitis) einstellen. Die bisher vorliegenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten rechtfertigen eine weitere Entwicklung des Mittels in dieser Indikation nicht

Die boomende Nachfrage nach Halbleitern im Zuge des KI-Booms haben dem Chipkonzern Intel Rückenwind gegeben. Im vergangenen Jahresviertel sprang der Umsatz im Jahresvergleich um ein Viertel auf 16,1 Mrd. $ an. Es war das schnellste Umsatzwachstum seit Jahren. Beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf Intel die Analystenerwartungen ebenfalls: Er war mit 0,42 $ doppelt so hoch wie im Schnitt erwartet. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von –11 Mrd. $ in den Büchern. Grund hierfür seien jedoch buchhalterische Wertberichtigungen auf treuhänderisch gehaltene Aktien, die im Austausch für Milliardensubventionen an die US-Regierung übergeben werden sollen, hieß es.

Derweil sorgten fehlende Eckdaten von Adidas vor den anstehenden Halbjahreszahlen für schlechte Stimmung bei Adidas. In der kommenden Woche stellt der Sportartikelhersteller seine Ergebnisse vor, Analysten hatten im Vorfeld aber mit vorläufigen Zahlen gerechnet.