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Börsenbericht – Unsicherheit nimmt erneut zu

Der DAX gab zu Wochenbeginn, angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten, wieder deutlich nach. Der dt. Leitindex nähert sich damit seinem Niveau vor dem Kurssprung am vergangenen Mittwoch, als eine vorerst beschlossene Waffenruhe im Iran für einen Kurssprung gesorgt hatte. Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende und der daraufhin von US-Präsident Donald Trump angekündigten Seeblockade stiegen die Ölpreise wieder deutlich an. Zeitweise kletterte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent wieder über 100 $. Für heute hat das US-Militär auf Anordnung von Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Die US-Leitindizes hatten nach einer insgesamt starken Woche unterschiedlich geschlossen. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,56 %. Der S&P 500 gab um 0,11 % auf 6.817 Zähler nach. Die Technologiebörse Nasdaq konnte indes um 0,14 % zulegen.

Der Fokus der Anleger dürfte sich diese Woche auch auf die beginnende Berichtssaison in den USA richten. Dort öffnen traditionell zunächst die Banken und Finanzinstitute ihre Bücher. Den Startschuss geben JPMorgan, die Citigroup und Goldman Sachs.

Bei der Lufthansa hat kurz nach Mitternacht ein erneuter Piloten-Streik begonnen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen. Zahlreiche Flüge sollen dadurch ausfallen. Hintergrund der aktuellen Piloten-Streiks sind Tarifkonflikte um die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline. Es ist nach zwei Runden mit Piloten-Streiks und einem Streik des Kabinenpersonals bereits der vierte große Ausstand in diesem Jahr bei Deutschlands größter Fluggesellschaft.

Angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran erholten sich die Kurse der Rüstungskonzerne erneut. Neben Rheinmetall stabilisierten sich auch weitere Titel.