Die Zollsorgen und die Furcht vor einer neuen Zoll-Spirale zwischen den USA und Europa sind zurück. Damit wurde die Rekordjagd vorerst beendet und der DAX rutschte zeitweise wieder unter die wichtige Marke von 25.000 Punkten. Inzwischen pendelt der dt. Leitindex um diese wichtige Marke. Dabei konnte erst in der vergangenen Woche bei 25.507 Zählern eine neue Bestmarke erreicht werden. Grund für die Unsicherheiten ist einmal mehr US-Präsident Donald Trump. Im Streit um Grönland hatte der US-Präsident neue Zölle gegen EU-Länder angekündigt. Am Donnerstag wollen sich Europäische Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel treffen. Es stehen unter anderem Gegenzölle im Wert von 93 Mrd. € im Raum, die bisher zurückgehalten wurden. Der deutsche Maschinenbauverband (VDMA) fordert eine entschlossene Reaktion. "Europa darf sich nicht erpressen lassen", sagte VDMA-Präsident Bertram Kawlath. Der Verband der Automobilindustrie zeigte sich besorgt: "Schnellschüsse führen zu einer Eskalation und einer möglichen Spirale, die nur Verlierer produziert". Damit rückt vor allem das Weltwirtschaftsforums in Davos zur Wochenmitte in den Fokus der Anleger. Dort wird auch US-Präsident Donald Trump erwartet. Die wachsende Unsicherheit trieb derweil die Edelmetalle Gold und Silber auf erneute Rekordstände. Gerade Gold gilt als “sicherer Hafen”. Von der Wall Street kommen derweil heute wenig Impulse, da die US-Börsen aufgrund des “Martin Luther King Day” geschlossen bleiben.
Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat im milliardenschweren Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen Etappensieg errungen. Der Oberste Gerichtshof der USA teilte mit, Bayers Berufungsantrag anzunehmen und sich damit grundsätzlich mit dem Fall zu befassen. Die Entscheidung folgt einer Empfehlung des Generalanwalts der US-Regierung und gilt als entscheidender Schritt für Bayer auf dem Weg zu mehr Rechtssicherheit in dem seit Jahren andauernden Glyphosat-Streit. Eine Entscheidung des Gerichts wird bis zum Sommer erwartet.
Die erneuten Zoll-Drohungen setzten vor allem die Autokonzerne unter Druck. BMW, VW, Mercedes-Benz und Porsche gaben zwischenzeitig nach. Auch die Papiere von Zulieferern wie Continental und Aumovio gerieten unter Druck.
Micron Technology will für 1,8 Mrd. $ eine Chipfabrik in Taiwan kaufen, um die steigende Nachfrage nach Speicherchipprodukten zu befriedigen. Der Boom der Künstlichen Intelligenz hat zu einem Anstieg der Speicherpreise geführt und das Angebot bei einem wichtigen Bauteil verknappt, dass für fast aller Elektronikgeräte benötigt wird. Zuletzt gab das Unternehmen bekannt, dass es eine Absichtserklärung zur Übernahme einer hochmodernen Halbleiterfertigungsanlage von Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp, einem großen Foundry-Unternehmen in Taiwan, unterzeichnet hat. Die 1,8 Mrd. $ teure Investition werde Micron in die Lage versetzen, die weltweit steigende Nachfrage nach Speicherlösungen weiter bedienen zu können, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.
Eine Erholung des China-Geschäfts hat ASM International (ASMI) einen überraschend großen Auftragseingang beschert. Das Volumen der Bestellungen sei nach vorläufigen Berechnungen im abgelaufenen Quartal auf etwa 800 Mio. € gestiegen, teilte der Chipindustrie-Zulieferer mit. Der Umsatz habe mit 698 Mio. € die Markterwartungen ebenfalls übertroffen. Der Chipzuliefer-Branche machen die US-Beschränkungen für Hochtechnologie-Exporte zu schaffen. So dürfen ASMI und der größere Rivale ASML ihre modernste Maschinen-Generation nicht nach China liefern. Die dortigen Kunden greifen daher verstärkt zu älteren Modellen.