London – Beim britischen Öl- und Gaskonzern geht es gerade rund: Ende Juli teilte Konzernchefin Meg O‘Neill mit, die Nordsee-Assets des Ölkonzerns zum Verkauf zu stellen. Nun kündigte sie die Trennung vom vor vier Jahren für 4,1 Mrd. $ zugekauften US-Biogasgeschäft Archaea an. Für die Vereinfachung des Portfolios müsse die Werthaltigkeit der Assets die zentrale Rolle spielen, nicht Stimmungen oder die Geschichte des Unternehmens, so die Managerin. „Wir machen nicht das beste aus unseren Möglichkeiten. Unsere Performance ist in den vergangenen Jahren unseren eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden – und schon gar nicht denen unserer Aktionäre“, so O‘Neill. Der Konzern befindet sich derzeit mitten im Umbau, der auch vom aktivistischen Investor Elliott forciert wird. In den vergangenen Wochen hat BP die Raffinerie in Gelsenkirchen veräußert, den Verkauf des Einzelhandelsgeschäfts in Österreich vereinbart und angekündigt, das Nordsee-Geschäft in Großbritannien zu verkaufen.
Die hohen Ölpreise haben BP derweil im 2. Quartal infolge des Iran-Krieges einen Gewinnsprung beschert. In den 3 Monaten bis Ende Juni betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn rund 5,7 Mrd. $, das war doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
BP befindet sich mitten in der Neuaufstellung. Allerdings müssen die Briten zunächst beweisen, dass dieser auch Früchte trägt. Abwarten! (B).