Commerzbank sieht weiterhin rot

Wegen der hohen Kosten für den Stellenabbau und Coronabelastungen rechnet die Commerzbank für das laufende Geschäftsjahr erneut mit einem Verlust. Außerdem zieht das Personalchaos weite Kreise. Inzwischen musste sogar die Hauptversammlung verschoben werden.

 

Der Nettoverlust in 2021 soll immerhin deutlich unter dem Milliardenminus des vergangenen Jahres ausfallen. In 2020 standen wegen Umbaukosten, Abschreibungen auf Firmenwerte und einer deutlich gestiegenen Risikovorsorge unterm Strich –2,9 Mrd. €. Im Tagesgeschäft zumindest will das Institut in 2021 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Es wird jedoch gerade einmal ein operatives Ergebnis im niedrigen dreistelligen Mio.-€-Bereich anvisiert. Der ehemalige Konzernchef Martin Zielke ließ sich dabei sein Ausscheiden aus der Gesellschaft mit einer Abfindung von rd. 3,4 Mio. € versüßen. Innerhalb weniger Tage hatte die Bank außerdem ein weiteres prominentes Aufsichtsratsmitglied verloren. Andreas Schmitz hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Mit Schmitz war der Bank ein potenzieller Kandidat für die Nachfolge von Hans-Jörg Vetter abhanden gekommen, der Anfang des Monats aus gesundheitlichen Gründen als Aufsichtsratschef zurückgetreten war. Nun soll der ehemalige Aufsichtsratschef der DZ Bank, Helmut Gottschalk Chefkontrolleur der Commerzbank werden. Eine kurzfristig anberaumte Hauptversammlung soll über diese Personalie abstimmen.

Mit der Commerzbank ist weiterhin kein Staat zu machen; (B–).

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