Nach einem zunächst verhaltenen Handelsstart hat der dt. Leitindex am Mittag kurzzeitig einen neuen Rekordwert markiert. Die Aussicht auf eine Pause bei Zinserhöhungen in den USA sorgt für weitere Kauflaune bei den Anlegern.
Das bisherige Allzeithoch des DAX wurde gegen Mittag mit 16.332 Zählern haarscharf um einen Punkt überboten. Nach einem verhaltenen Handelsstart hatte sich der Index bis zum Mittag immer weiter nach oben bewegt. Vor allem die Aussicht auf eine Zinspause der US-Notenbank Fed sorgte für Kauflaune. Um 20 Uhr deutscher Zeit wird der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erwartet. Eine große Mehrheit der Marktteilnehmer und Ökonomen rechnet damit, dass die Währungshüter nach zehn Zinserhöhungen in Folge zunächst eine Zinspause einlegen werden. Ein deutlicher Rückgang der Inflation in den USA im Mai, der gestern gemeldet wurde, bestärkt die Beobachter in dieser Ansicht. Auch an den US-Börsen sieht zunächst nach Kursgewinnen aus.
Der DAX-Konzern Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Passagier- und Frachtjets. Zwischen 2023 und 2042 würden weltweit voraussichtlich 40.850 neue Verkehrsmaschinen benötigt, hieß es vom Unternehmen. Das sind 1.360 Maschinen mehr, als das Unternehmen vergangenes Jahr für die folgenden zwei Jahrzehnte vorausgesagt hatte. Hauptgrund sei eine verstärkte Erneuerung der Flotten durch weniger spritdurstige Maschinen.
Der Reisekonzern TUI profitiert in Deutschland trotz der hohen Inflation von einer kräftigen Nachfrage. Man blicke auf eine starke Sommersaison "und in den letzten Wochen erstmals auch wieder mit Gästezahlen über dem Jahr 2019", sagte Deutschland-Chef Stefan Baumert. Deshalb habe TUI in einigen Zielgebieten nochmal Kontingente nachbestellt.
Die Papiere von Wacker Neuson legten ebenfalls leicht zu. Der Baumaschinenhersteller will das Wachstumstempo in den kommenden Jahren hochhalten und profitabler werden. Bis 2030 soll der Konzernumsatz auf 4 Mrd. € wachsen und eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von über 11 % erreicht werden.
Der Passagierverkehr am Frankfurter Flughafen hat sich im Mai weiter von der Coronapandemie erholt. Fraport zählte im abgelaufenen Monat an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz rund 5,1 Mio. Passagiere und damit 12,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit lag das Aufkommen aber dennoch 17,5 % unter dem Vor-Pandemie-Niveau im Mai 2019. Im Cargo-Geschäft ging das Aufkommen an Fracht und Luftpost im Mai aber erneut zurück.
Die Mega-Übernahme des Videospiele-Machers Activision durch Microsoft liegt vorübergehend auf Eis. Ein US-Richter gab einem Antrag der US-Kartellbehörde FTC statt, die Übernahme per einstweiliger Verfügung vorläufig auszusetzen. Der Schritt sei notwendig, um den Status quo aufrechtzuerhalten, während die Klage der FTC anhängig sei. Ohne die gerichtliche Verfügung hätte Microsoft das 69-Mrd.-$-Geschäft bereits zum Wochenende abschließen können. Die Behörde befürchtet, dass die Transaktion dem Wettbewerb schaden könnte.
Die Titel der Software AG sanken derweil leicht ab. Der Technologieinvestor Silver Lake streicht angesichts bislang mauer Akzeptanz die Mindestannahmeschwelle von 50 % plus einer Aktie in seinem Übernahmeangebot für die Darmstädter. Mit dem Schritt verlängert sich die Frist zur Annahme des Angebots um zwei Wochen bis zum 28. Juni.