Nach der sehr schwachen Vorwoche zeichnet sich im DAX in der neuen Woche zunächst eine leichte Stabilisierung ab. Dies ist vor allem mit Blick auf die Putsch-Meldungen aus Russalnd durchaus verwunderlich. Zins- und Konjunktursorgen sowie der Kurseinbruch von Siemens Energy hatten den Leitindex in der Vorwoche unter seine 21- und 50-Tage-Linien zurückgeworfen und damit das Chartbild eingetrübt. Mit dem Ifo-Geschäftsklima steht zum Wochenauftakt zudem der wichtigste Frühindikator für Deutschland an.
Ähnlich wie in der vergangenen Woche standen vor allem die Titel von Siemens und Siemens Energy im Anleger-Fokus. Beide Titel mussten erneut eine Korrektur verbuchen, nachdem in der vergangenen Woche Milliardenbelastungen bei Siemens Energy durch die Tochter Gamesa bekannt wurden.
Für die Aktienkurse von Banken ging es in Anbetracht der trüben Konjunkturaussichten weiter bergab. Mögliche Kreditausfälle und höhere Rückstellungen trüben die Lage. Die für Banken eigentlich positive Entwicklung steigender Zinsen, wodurch die Einnahmen der Kredithäuser steigen, trete derzeit angesichts der Wirtschaftsabkühlung in den Hintergrund. Zu den allgemeinen Wirtschaftssorgen als Belastung für den Bankensektor kommen bei der Commerzbank eigene Probleme hinzu. Die Commerzbank muss für ihre polnische Tochter mBank weitere millionenschwere Belastungen stemmen. So muss die MBank für ihr Schweizer-Franken-Kreditportfolio eine zusätzliche Vorsorge von umgerechnet rund 342 Mio. € treffen. Dies werde das operative Ergebnis der Commerzbank im 2. Quartal in der entsprechenden Höhe belasten.
Nach den Wirren in Russland am Wochenende fielen Rüstungswerte europaweit mit deutlichen Abgaben auf. In Frankfurt sanken Rheinmetall und Hensoldt. Börsianer taten sich hier aber ähnlich schwer mit einer Interpretation der Kursverluste, wie die politischen Kommentatoren beim offenbar gescheiterten Putsch-Versuch durch die Söldnergruppe Wagner am Wochenende in Russland. Einige Anleger rechneten nun offenbar mit einer Entspannung, aber fundamental untermauern lasse sich das kaum.
Das für viel Aufsehen sorgende Abnehmmittel "Wegovy" von Novo Nordisk soll in gut einem Monat auch hierzulande verfügbar sein. "In Deutschland wollen wir es Ende Juli auf den Markt bringen", so der Chef des dänischen Herstellers Novo Nordisk, Lars Fruergaard Jørgenseno. "Wegovy" ist seit Anfang 2022 in der EU zugelassen.