US-Notenbankchef Jerome Powell hat den Spekulationen über eine baldige geldpolitische Lockerung eine Absage erteilt und damit die Anleger verschreckt. Nachdem der DAX zuletzt unter 16.000 Punkte rutschte muss nun das Wochentief bei 15.810 Zählern halten. Dieser wichtige Haltepunkt sollte nicht unterschritten werden, da sonst weitere Kursverluste folgen dürften. Damit hat sich das Allzeithoch der vergangenen Woche als Fehlausbruch an der Oberseite erwiesen. Aus fundamentaler Perspektive sind es in erster Linie Zinssorgen, die aktuell auf den Märkten lasten. US-Notenbank-Chef Jerome Powell sagte vor dem Banken-Ausschuss im Kapitol, dass es angesichts der hartnäckigen Inflation in diesem Jahr "vielleicht noch zwei" Zinserhöhungen geben könnte. Auch die überraschend deutliche Zinserhöhung der Bank of England trägt dazu bei, dass das Zinsthema wieder verstärkt in den Fokus der Anleger rückt. Die britische Notenbank hatte gestern ihren Kampf gegen die hohe Teuerung mit einer unerwartet deutlichen Zinsanhebung um 0,50 Prozentpunkte auf 5,0 % fortgesetzt. Die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen hatte den Indizes an der Wall Street zuletzt zugesetzt. Der Dow Jones schloss kaum verändert auf 33.946 Punkten. Der S&P 500 legte moderate 0,4 % auf 4.381 Zähler zu. Nur die Technologiebörse Nasdaq verbuchte dank Kursgewinnen bei Apple und Amazon größere Aufschläge und rückte rund 1 % auf 13.630 Stellen vor.
Siemens Energy hat wegen anhaltender Probleme bei seiner Tochter, dem Windturbinenbauer Siemens Gamesa, seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2022/23 zurückgezogen. So führen anhaltende Qualitätsprobleme im Landturbinengeschäft zu deutlich höheren Kosten als gedacht. Bereits mehrfach hat Siemens Gamesa den Münchnern inzwischen schon die Planungen verhagelt.
Der Kunststoffkonzern Covestro hat Insidern zufolge einen ersten Übernahmevorschlag des Ölkonzerns Abu Dhabi National Oil (Adnoc) über fast 11 Mrd. € als unzureichend abgelehnt. Doch das scheint noch nicht das letzte Wort gewesen zu sein. Covestro könnte nach Kreisen zufolge zu weiteren Gesprächen bereit sein, wenn ein besseres Angebot auf dem Tisch liegt.
Der Darmstädter DAX-Konzern Merck verhandelt laut Kreisen mit dem chinesischen Farbstoffhersteller Global New Material International über den Verkauf seines Geschäfts mit Farbpigmenten. Das in Hongkong gelistete Unternehmen habe ein verbindliches Angebot abgegeben, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Den Angaben zufolge steht eine Bewertung von rund 1 Mrd. € im Raum. Eine Merck-Sprecherin wollte die Gerüchte auf Anfrage nicht kommentieren.