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DAX startet Stabilisierungsversuch

Nach einer bisher schwachen Handelswoche startete der dt. Leitindex zum Wochenende einen Erholungsversuch. Nach einer schwungvollen Gegenbewegung sieht es jedoch nicht aus. Trotz des jüngsten Schritts in die Gewinnzone bleibt das charttechnische Bild dennoch weiterhin eingetrübt. Die wichtige Unterstützungszone bei 15.600/15.700 Punkte hat der DAX durchbrochen und damit deuten sich weitere Kursverluste an. Vor allem die Furcht vor weiteren US-Zinserhöhungen belastet den Aktienmarkt. Zu den Zinssorgen gesellen sich in Deutschland auch immer handfestere Konjunkturprobleme: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,2 % weniger her als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. In den USA ist die Arbeitsosigkeit im Juni etwas gesunken. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf 3,6 %, nach 3,7 % im Vormonat, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit dieser Entwicklung gerechnet. Damit liegt die Arbeitslosenquote schon seit einigen Monaten auf einem she niedrigen Niveau. Zahlreiche Arbeitnehmer bleiben dem Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen fern, scheinen aber zuletzt wieder stärker auf Arbeitssuche zu gehen. Darauf deutet ein vergleichsweise solider Stellenzuwachs hin. Viele Unternehmen haben seit längerem Probleme, geeignetes Personal zu finden. Für die US-Notenbank Fed ist die Entwicklung schwierig, weil sie für Lohnauftrieb sorgt. Die ohnehin hohe Inflation kann dadurch zusätzlich angefacht werden. Die erneut entflammten Zinssorgen sorgten an der Wall Street dennoch für Kursrücksetzer. Der Dow Jones schloss 1,1 % tiefer auf 33.922 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,8 % auf 13.679 Zähler nach. Der S&P 500 büßte 0,8 % auf 4.411 Stellen ein. 

Die Aktien der Thyssenkrupp-Tochter Nucera haben beim Börsendebüt des Wasserstoff-Anlagenbauers zugelegt. Der erste Kurs an der Frankfurter Börse wurde am Morgen mit 20,20 € festgestellt. Die Aktien waren zu 20 € ausgegeben worden, etwa in der Mitte der Zeichnungsspanne. 39 % des Emissionsvolumens von 605 Mio. € gingen dabei an die beiden Ankerinvestoren, einen Fonds der französischen Bank BNP Paribas und den saudi-arabischen Staatsfonds PIF. Diese Papiere stehen damit vorerst nicht für den Handel zur Verfügung. Im Streubesitz sind nur knapp 15 % der Nucera-Aktien.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental will sein Werk für Bremssysteme im niedersächsischen Gifhorn bis Ende 2027 aufgeben. Betroffen sei zunächst die Hälfte der derzeit rund 900 Arbeitsplätze. Als Grund nannte der DAX-Konzern den stark gestiegenen Kostendruck in der Automobilindustrie, rückläufige Absatzmärkte und die im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähige Kostenstruktur des Standorts.

Eine Herabstufung belastete vorübergehend den Kurs von United Internet.

Der Autobauer BMW hat im 2. Quartal deutlich mehr Autos verkauft. Insgesamt setzten die Münchner 626.726 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ab, das sind 11,3 % mehr als vor Jahresfrist. Vertriebschef Pieter Nota sprach von einer starken Absatzentwicklung insgesamt und insbesondere bei vollelektrischen Fahrzeugen. Mit 88.289 Fahrzeugen setzten die Münchner mehr als doppelt so viele Elektroautos ab wie im Vorjahr. Ein deutliches Wachstum bei den vollelektrischen Modellen habe sich über alle wesentlichen Regionen hinweg gezeigt.

Die Auslieferungszahlen beim weltgrößten Flugzeugbauer Airbus entwickeln sich weiter positiv. Im Juni wurden 72 Maschinen ausgeliefert, teilte der DAX-Konzern mit. Das ist so viel wie in keinem anderen Monat bislang in diesem Jahr. In den ersten 6 Monaten hat Airbus damit 316 Maschinen ausgeliefert. Um das Ziel von 720 Flugzeugen in 2023 zu erreichen, müssen die Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte also in etwa das Juni-Niveau halten.

Dagegen schob eine Kaufempfehlung den Kurs von Scout24 an. 

Wegen Verlusten in der wichtigen Chip-Sparte brach der Konzerngewinn bei Samsung im Zeitraum April bis Juni um 96 % auf 600 Mrd. Won ein. Dies ist der niedrigste Gewinn in einem Quartal seit 14 Jahren. Im vergangenen Jahr vermeldete das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 14,1 Bill. Won. Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 % auf 60 Bill. Won gesunken sein, hieß es von Konzernseite.

Im abgelaufenen 2. Quartal verbuchte Levi Strauss einen Nettoverlust von –1,6 Mio. $, nach einem Überschuss von 49,7 Mio. $ ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz verlor 9 % auf 1,34 Mrd. $. Levi Strauss war 2019 nach mehr als 30-jähriger Abwesenheit an die Börse zurückgekehrt. Für das Gesamtjahr senkte das Unternehmen seine Prognose. So werden u.a. statt des bisher in Aussicht gestellten Umsatzwachstums von 1,5 bis 3 % nun 1,5 bis 2,5 % Zuwachs anvisiert.