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DAX unter Druck

Die Aussicht auf eine anhaltende geldpolitische Straffung der US-Notenbank Fed sorgte zuletzt für Zurückhaltung bei den Anlegern. Zuletzt näherte sich der DAX wieder der 16.000 Punkte-Marke – nun muss sich zeigen, ob sie hält. Es sei noch "ein langer Weg", bis das Ziel einer Inflationsrate von 2,0 % erreicht werde, hatte Fed-Chef Jerome Powell bei einer Anhörung im US-Kongress gesagt. Fast alle Mitglieder in dem für die Zinspolitik zuständigen Gremium rechneten Powell zufolge damit, dass bis zum Jahresende weitere Anhebungen angemessen sein dürften. Die Aussichten auf zwei weitere Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte seien "eine ziemlich gute Schätzung", wohin die Zentralbank steuert, wenn die Wirtschaft ihren derzeitigen Kurs beibehalte, erklärte Powell. Heute stehen in Norwegen, der Schweiz und in Großbritannien Notenbankentscheidungen auf der Agenda. Die Signale von US-Notenbankchef Jerome Powell für weitere Zinserhöhungen haben den Anlegern gestern auch an der Wall Street die Laune verdorben. Der Dow Jones schloss 0,3 % tiefer auf 33.951 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq gab 1,2 % auf 13.502 Zähler nach und der S&P 500 büßte 0,5 % auf 4.365 Stellen ein. 

Nach der Schieflage der Credit Suisse fordert die Schweizerische Nationalbank (SNB) Maßnahmen zur Vermeidung solcher Probleme in Zukunft. "Diese Maßnahmen müssen die Widerstandsfähigkeit der Banken stärken, um einen Vertrauensverlust zu verhindern und eine breite Palette wirksamer Optionen zur Stabilisierung, Sanierung oder Abwicklung einer systemrelevanten Bank im Falle einer Krise sicherzustellen", hieß es im Finanzstabilitätsbericht der SNB. Die Erfahrung mit der Credit Suisse zeige die Notwendigkeit einer Überprüfung des Too-Big-to-Fail-Regelwerkes, um ein frühzeitiges Eingreifen zu ermöglichen. Die Credit Suisse musste im März im Rahmen einer staatlich orchestrierten Notübernahme durch den größeren Rivalen UBS gerettet werden.

Ein enttäuschender Gewinnausblick des US-Paketdienstleisters FedEx belastete zwischenzeitig die Aktie der Dt. Post. FedEx hat im 4. Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Die Ergebnisse seien durch eine schwächere Nachfrage belastet worden und dies habe geplante Kostensenkungen überlagert, hieß es am Markt. 

Die Lufthansa verkauft ihren Zahlungsspezialisten AirPlus für 450 Mio. € an die schwedische Bank SEB. "Nach den bereits erfolgten Vereinbarungen – zur Veräußerung der LSG-Gruppe im April und jüngst für eine Beteiligung an ITA – ist der Verkauf von AirPlus der nächste große Schritt in der Strategie der Lufthansa Group, sich künftig auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren", so Lufthansa-Finanzchef Remco Steenbergen. Es werde erwartet, dass der Verkauf einen positiven Effekt auf die operative Marge und die Kapitalrendite der Lufthansa haben wird.

Der IT-Dienstleister Cancom will in den nächsten 12 Monaten eigene Aktien zurückkaufen. Vom 3. Juli bis Ende Juni 2024 sollen bis zu gut 3,85 Mio. eigene Aktien am Markt erworben werden, teilte das Unternehmen mit. Dabei würden insgesamt bis zu 9,92 % des derzeitigen Grundkapitals über die Börse gekauft.