Gerresheimer droht wegen einer verzögerten Bilanzvorlage der Rauswurf aus dem Kleinwerteindex SDAX. Die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses für 2025 werde nicht wie geplant bis zum 31. März erfolgen, teilte der Düsseldorfer Verpackungshersteller mit. Als neuen Termin für die Zahlenvorlage strebt der Vorstand nun den Juni an. Die Verzögerung der Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 werde voraussichtlich zu einem Ausschluss der Gerresheimer-Aktie aus dem SDAX führen, hieß es.
Grund für die Verzögerung seien laufende Untersuchungen einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu Geschäftsvorgängen in den Jahren 2024 und 2025, die mehr Zeit in Anspruch nähmen als erwartet, hieß es in der Pflichtmitteilung weiter. In der Folge müssen auch die für April geplante Quartalsmitteilung und die für Juni angesetzte Hauptversammlung verschoben werden. Zudem verhandelt der Konzern mit Kreditgebern über eine Verlängerung der Vorlagefristen.
Gerresheimer steht seit Monaten wegen Zweifeln an der Rechnungslegung unter Druck. Die Finanzaufsicht BaFin hatte zuletzt ihre Prüfungen ausgeweitet und konkrete Anhaltspunkte für Fehler in den Bilanzen gefunden. Dabei geht es unter anderem um "Bill-and-hold"-Geschäfte, bei denen Umsätze zu früh verbucht wurden, sowie um womöglich unterlassene Abschreibungen auf die Schweizer Tochter Sensile Medical. Der neue Vorstand räumte jüngst erstmals ein, dass Mitarbeiter bewusst gegen interne Vorschriften und die IFRS-Regeln verstoßen hätten.
Leider schon wieder schlechte Nachricht bei dem Verpackungshersteller. Bei der Gerresheimer-Aktie braucht man leider immer noch Durchhaltevermögen; (B+).