Zürich/London – Die beiden Bergbaukonzerne Glencore und Rio Tinto loten erneut eine Fusion zum weltgrößten Unternehmen der Branche aus. Das kombinierte Unternehmen hätte einen Börsenwert von rd. 260 Mrd. $. Derzeit geht es jedoch primär um eine mögliche Zusammenlegung einiger oder aller Geschäftsbereiche. Eine Option ist, laut Unternehmensangaben, eine Übernahme von Glencore durch Rio Tinto im Zuge eines Aktientauschs. Es ist jedoch offen, ob es am Ende zu einer Einigung komme.
Es ist bereits der zweite Anlauf für eine Annäherung innerhalb von gut einem Jahr. Ende 2024 hatte Glencore Rio Tinto angesprochen, eine Einigung gab es damals nicht. Einem Insider zufolge wurden die Gespräche Ende 2025 wieder aufgenommen. Seit dem ersten Versuch hat sich bei Rio Tinto einiges geändert. Unter dem neuen Vorstandschef Simon Trott, der im August sein Amt antrat, will sich der Konzern schlanker aufstellen und sich von weniger wichtigen Vermögenswerten trennen. Beide Unternehmen richten ihren Fokus zunehmend auf Kupfer.
Rio Tinto ist der weltgrößte Eisenerzförderer und kommt auf eine Marktkapitalisierung von 142 Mrd. $. Glencore wird mit 65 Mrd. $ bewertet. Der Unternehmenswert, der auch die Schulden berücksichtigt, würde bei mehr als 260 Mrd. $ liegen. Gemäß den britischen Übernahmeregeln hat Rio Tinto bis zum 5. Februar Zeit, ein formelles Angebot für Glencore abzugeben oder zu erklären, dass es den Vorstoß nicht fortsetzen wird.
Dass die beiden Konzerne einen zweiten Fusionsversuch anstreben, kam am Markt durchaus positiv an, wie die jüngsten Kurs-Rallys von Glencore und Rion Tinto zeigen. Aktionäre gehen den neuen Anlauf entsprechend erstmal weiter mit; (B+).