Effectenspiegel-agrar-digital
@GettyImages

Hohe Gaspreise lasten auf Yara

Oslo – Der norwegische Düngemittelhersteller Yara leidet unter den hohen Gaspreisen und hat deshalb im 3. Quartal weniger verdient als erwartet. Der Umsatz konnte zwar u.a. dank höherer Preise auf 4,48 (4,11) Mrd. $ gesteigert werden. Das Ebitda fiel jedoch auf 697 (770) Mio. $ zurück. Auch nach Steuern musste Yara einen Gewinnrückgang auf 199 (320) Mio. $ verbuchen. Für die kommenden beiden Quartale rechnet der Vorstand derweil mit weiteren Belastungen. Die Gaskosten dürften im 4. Quartal um 450 Mio. $ und im 1. Quartal 2027 um 445 Mio. $ höher ausfallen als in den jeweiligen Vorjahreszeiträumen.

Erdgas ist ein zentraler Rohstoff für die Düngemittelproduktion. Wegen der teuren Energie hatte Yara bereits im abgelaufenen Quartal die Produktion gedrosselt. Die Ammoniak-Produktion sei um 150.000 Tonnen und die von fertigen Produkten um 115.000 Tonnen gekürzt worden, hieß es. Um die Abhängigkeit von teurem Gas in Europa zu verringern, setzt der Konzern auf eine Übernahme in den USA. "Die Akquisition von Gulf Coast Ammonia wird unsere Abhängigkeit von europäischer Energie nach Abschluss deutlich reduzieren", erklärte Konzernchef Svein Tore Holsether. Yara hatte im Juli den Kauf eines Werks im US-Bundesstaat Texas für 1,3 Mrd. $ vereinbart.

Yara steht auch charttechnisch zuletzt unter Druck. So lange sich an der Situation im Nahen Osten nichts ändert, dürfte auch die Aktie vorerst nicht vom Fleck kommen. Hier braucht es also vor allem Ausdauer und Geduld; (B).