New York – Die starke Nachfrage aus der Elektronikindustrie beflügelt das Geschäft des weltgrößte Industriegasekonzerns auch im 2. Quartal. Der Umsatz des amerikanisch-deutschen Unternehmens sprang in den 3 Monaten um 9 % auf 9,3 Mrd. $ nach oben. Mit Elektronik-Herstellern, zu denen auch die Chipindustrie zählt, machte Linde allein 18 % mehr Umsatz. Am stärksten wuchs der Umsatz in der Region Asien-Pazifik mit 13 %. Auf dem größten Markt Amerika und in Europa waren es jeweils 7 %. Auch der operative Gewinn verbesserte sich auf 2,55 (2,35) Mrd. $ und der Nettogewinn fuhr auf 1,93 (1,77) Mrd. $ vor.
Mit einem der weltgrößten Chip-Konzerne kommt Linde derweil gleich zweifach ins Geschäft: Für dessen Fabrik in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona baut und betreibt Linde für 1 Mrd. $ zwei weitere Luft-Zerleger und liefert Stickstoff, Sauerstoff und Argon. Das Joint Venture Linde LienHwa investiert zudem 800 Mio. $ in Taiwan, um den selben Kunden mit Gasen zu beliefern. Linde-Chef Sanjiv Lamba sagte, der Konzern habe nun im Gase-Geschäft einen Auftragsbestand von 8,1 Mrd. $, in der Anlagenbau-Sparte – die bei München sitzt– kommen Aufträge über weitere 3,0 Mrd. $ hinzu.
Linde grenzte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr indes ein: Das Ergebnis je Aktie soll 2026 zwischen 17,70 und 17,90 $ liegen, 8 bis 9 % höher als im vergangenen Jahr. Bisher lag die Untergrenze bei 17,60 $. Dafür seien nun Investitionen von 5,5 bis 6,0 Mrd. $ geplant, 500 Mio. $ mehr als bisher.
Trotz der starken Ergebnisse gab der Kurs von Linde zunächst nach. Davon lädt man sich nicht abschrecken – der Wert ist eine solide Halteposition; (B+).