Die deutsche Kranich-Airline kann bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP einsteigen und damit ihr Geschäft mit Lateinamerika ausbauen. Die Lufthansa erhält für rund 1,2 Mrd. € den Zuschlag für bis zu 49,9 % und setzt sich damit im Bieterrennen gegen den Rivalen Air France-KLM durch. Das Angebot der Lufthansa sei 16 % höher gewesen als das von Air France-KLM. "Dies ist die beste Wahl für die Zukunft des Unternehmens und diejenige, die die nationalen Interessen am besten wahrt", sagte Portugals-Ministerpräsident Luis Montenegro. "Wir sichern das Wachstum von TAP – der Flotte, der Passagierzahlen sowie der Destinationen und Verbindungen." Es werde verstärkte Investitionen nicht nur in TAP, sondern in das gesamte portugiesische Luft- und Raumfahrtnetzwerk geben.
In einem ersten Schritt erhält die Lufthansa nach eigenen Angaben 44,9 % an der TAP – für 1,025 Mrd. €. Dieser Anteil könnte auf bis zu 49,9 % steigen – für dann bis zu 1,2 Mrd. €. Dies gilt für den Fall, dass die TAP-Belegschaft ihr Bezugsrecht für 5 % am TAP-Kapital nicht ausübt. Gemäß dem Privatisierungserlass zur TAP kann die portugiesische Regierung ihren verbleibenden Anteil von 50,1 % zu einem späteren Zeitpunkt an die Lufthansa veräußern. Ministerpräsident Montenegro schlug vor, diesen Anteil 2028 in Lufthansa-Aktien zu tauschen. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz sagte, der portugiesische Staat hätte dann etwa einen Fünf-Prozent-Anteil an der Lufthansa.
Für die Lufthansa sind vor allem Verbindungen nach Lateinamerika interessant, insbesondere nach Brasilien. Lissabon soll als Drehkreuz gestärkt werden und die nationale Identität der Airline TAP wie bei anderen Töchtern der Gruppe gewahrt bleiben, hat der Konzern wiederholt erklärt. TAP ist auch wegen ihrer Verbindungen in das portugiesischsprachige Afrika und in die USA attraktiv.
Bei der Lufthansa fliegt man langfristig mit; (B+).