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Neues vom heimischen Parkett

Während die Berichtssaison in den USA ihren Höhepunkt erreicht hat, nimmt sie hierzulande gerade erst richtig Fahrt auf. Neben den großen DAX-Konzernen haben auch einige Unternehmen aus der Zeiten Börsenreihe ihre Bücher geöffnet. Dabei gab es sowohl positive Überraschungen als auch Ernüchterung bei dem einen oder anderen. 

Indus Holding hebt Ausblick an; (B+):

Die weltweit anhaltend angespannte Versorgungslage bei Wolframcarbid und der dadurch bedingte extreme Materialpreisanstieg führten bei dem größten Unternehmen des Segments Materials Solutions zu einem stärkeren Umsatzanstieg als bislang erwartet. Ersten Berechnungen zufolge kletterte der Umsatz im 1. Halbjahr auf 965,2 (836,6) Mio. €. Das bereinigte Ebita dürfte dabei auf 123,5 (56,1) Mio. € zulegen (Bericht: 12. August). Aufgrund der anhaltend starken Entwicklung blickt der Vorstand der Beteiligungsholding zuversichtlicher auf das laufende Jahr. Beim Umsatz werden nun 1,90 bis 2,10 (zuvor: 1,85–2,05) Mrd. € in Aussicht gestellt. Das bereinigte Ebita soll sich in der Bandbreite von 220 bis 260 (bisher: 160–190) Mio. € einfinden. 

H&R meldet Gewinnsprung; (B+):

Dank höherer Einsatzstoffpreisen aufgrund der Entwicklung am Persischen Golf schloss das Spezialchemieunternehmen das 2. Quartal vorläufigen Berechnungen zufolge mit einem Umsatzsprung auf 400,3 (307,3) Mio. € ab. Das Ebitda landete bei 62,5 (17,8) Mio. €. Auch das Ebit vervielfachte sich auf 49,9 (3,1) Mio. €. Das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis schaffte mit 37,7 (–1,6) Mio. € den Turnaround. Der vollständige Bericht wird am 14. August veröffentlicht. 

Aumovio Vergleich belastet; (A–):

Nachdem eine juristische Auseinandersetzung mit BMW mit einem Vergleich beigelegt werden konnte (s.S.28), wird dieser sich jedoch negativ auf die Ergebnisse auswirken. Nach bisher untestierten Zahlen beläuft sich der bereinigte Umsatz im 2. Jahresviertel auf 4,244 Mrd. €. Das bereinigte Ebit wird voraussichtlich bei 50,0 Mio. € landen. Ohne den Vergleich hätten die Erlöse bereinigt 4,307 Mrd. € und das bereinigte Ebit 152,0 Mio. € erreicht. Der endgültige Bericht wird am 6. August vorgestellt (nach Redaktionsschluss). Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen nun mit einer bereinigten Ebit-Marge von 3,0 bis 4,0 (bisher: 3,5–5,0) %. Beim bereinigten Umsatz werden nun 17,0 bis 17,5 (zuvor: 17,0–18,5) Mrd. € anvisiert. 

Hella meldet Licht und Schatten; (B+):

Das zum französischen Autozulieferer Forvia gehörende Unternehmen konnte die Umsätze in den ersten 6 Monaten stabil halten, verdiente aber weniger. Währungsbereinigt setzte der Konzern demnach 1,6 % mehr um, unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte blieben die Erlöse indes mit 3,97 Mrd. € stabil. Operativ fuhr der Lichttechnikspezialist mit 214,3 (237,0) Mio. € weniger ein. Unterm Strich erwirtschaftete Hella mit 98,9 (69,9) Mio. € indes mehr. Trotz der gemischten Entwicklung hält das Management weiterhin an den Jahreszielen fest.

R. Stahl Maßnahmen greifen; (B):

Zwar blieb auch auf Halbjahressicht die Investitionsbereitschaft der Kunden hinter den Erwartungen zurück, die Ziele für das laufende Jahr hat der Experte für Explosionsschutz dennoch bestätigt (vgl. ES 17/26). Der Auftragseingang sank in den ersten 6 Monaten auf 145,8 (165,8) Mio. € und der Umsatz um 3,7 % auf 145,6 Mio. €. Die Maßnahmen zur Kostenoptimierung sorgten indes für einen Anstieg des Ebitda vor Sondereffekten auf 12,7 (8,9) 
Mio. €. Unterm Strich konnte der Verlust auf –2,7 (–5,0) Mio. € reduziert werden.   

Surteco Group Nachfrage schwächelt; (B+):

Unter anderem die Einstellung des Geschäfts mit Imprägnaten sowie negative Währungseffekte haben dem Spezialisten für Oberflächentechnologie auf Halbjahressicht einen Umsatzrückgang auf 420,8 (436,3) Mio. € eingebrockt. Das bereinigte Ebitda stieg um 5 % auf 53,2 Mio. €. Der Konzernfehlbetrag konnte auf –3,0 (–5,5) Mio. € eingedämmt werden. Da auch weiterhin nicht mit einer nennenswerten Belebung der Nachfrage gerechnet werden kann, werden weiterhin Erlöse in der Spanne von 780 bis 830 (821,2) Mio. € anvisiert. Das bereinigte Ebitda soll sich bei 70 bis 90 (80,2) Mio. € einfinden. 

Amadeus Fire spürt schwaches Marktumfeld; (B+):

Ein weiterhin schwieriges konjunkturelles Umfeld und die spürbare Zurückhaltung von Unternehmenskunden bei der Personalvermittlung belasteten die Ergebnisentwicklung in den ersten 6 Monaten. Während der Umsatz um 8 % auf 171,7 Mio. € nachgab, sank das operative Ebita auf 3,5 (6,4) Mio. €. Unterm Strich rutschte der Personaldienstleister sogar mit –3,6 (0,7) Mio. € in die roten Zahlen. Aufgrund der bisherigen Entwicklung hat der Vorstand die Ziele für 2026 korrigiert: Die Erlöse sollen nun zwischen 350 und 365 (zuvor: 362–394) Mio. € landen. Das operative Ebita wird zwischen 17 und 23 (bisher: 20–31) Mio. € erwartet. 

Pfeiffer Vacuum bestätigt Ziele; (B):

Der Vakuumpumpen-Spezialist hat das 1. Halbjahr mit einem Umsatz von 425,4 (419,9) Mio. € abgeschlossen. Vor allem die bessere Entwicklung in der Halbleiterindustrie konnte die Schwäche in anderen Märkten abfedern. Nach Steuern stand ein Gewinn in Höhe von 25,9 (18,4) Mio. € in der Bilanz. Da sich ein Teil der Aufträge in das kommende Jahr verschieben könnte, hält das Unternehmen an seinen ausgegebenen Zielen fest. Diese sehen einen Umsatz auf Vorjahresniveau (850,1 Mio. €) sowie eine Ebit-Marge in der Spanne von 7 bis 8 (10,7) % vor. 

Elmos Semiconductor wächst weiter; (B+):

Eine anhaltend hohe Nachfrage hat dem Halbleiterhersteller in den ersten 6 Monaten ein Umsatzplus von 15,4 % auf 314,5 Mio. € beschert. Das operative Ebit fuhr dabei auf 75,8 (55,7) Mio. € vor und nach Anteilen Dritter stand ein Gewinn in Höhe von 47,3 (46,1) Mio. € in den Büchern. Für 2026 wird weiterhin ein Erlöseplus von 12 % , +/–2 % in Aussicht gestellt (2025: 582,6 Mio. €). Die operative Ebit-Marge soll sich zwischen 23,0 und 26,0 (21,8) % einfinden. 

Verbio liefert erste Ergebnisse; (B):

Ersten Berechnungen zufolge haben unter anderem höhere Absatzpreise dem Hersteller von Bio-Ethanol im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende Juni) einen Ebitda-Anstieg auf 192 (14) Mio. € beschert. Damit wurden die selbst gesteckten Ziele von 160 bis 180 Mio. € übertroffen. Für den 24. September ist das vollständige Zahlenwerk angekündigt.