Zürich – Dass ein Pharmakonzern in der Forschung und Entwicklung binnen weniger Tage gleich zweimal einen schweren Rückschlag vermelden muss, kommt eher selten vor. Erst entpuppte sich ein potenzielles neues Medikament zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Flop. Kurz danach gab das Unternehmen bekannt, dass auch ein neuer Wirkstoff gegen eine vergleichsweise häufige vererbte Muskelerkrankung (ALS) nicht die erhoffte Wirksamkeit zeige. In einem Schreiben erklärte Novartis, dass der TREM2-Stabilisator und -Aktivator die gesteckten Ziele in der Phase-II-Studie "Astrals" verfehlt habe.
Damit steigt die Zahl der klinischen Rückschläge für Novartis innerhalb der letzten drei Wochen auf vier. Zunächst musste der Konzern drei Todesfälle in Studien zu seinem Autoimmun-CAR-T-Therapeutikum hinnehmen. Dann folgten Forschungsrückschläge in einer Phase-III-Studie im kardiovaskulären Bereich und bei einem neuromuskulären Behandlungskandidaten aus der 12-Mrd. $-Übernahme von Avidity Biosciences.
Novartis wurde angesichts der Misserfolge deutlich abgestraft. Allerdings sollten sich Anleger nicht vorschnell verunsichern lassen – die Schweizer haben nach wie vor eine durchaus aussichtsreiche Produktpipeline. Erst einmal abwarten; (B+).