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Ölpreis steigt auf über 100 $ angesichts drohender US-Blockade

Die Ankündigung der US-Blockade in der Straße von Hormus hat die Ölpreise am Montag über die Marke von 100 $ getrieben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund 8 % auf 102,80 $ je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI stieg um 8,6 % auf 104,88 $ Zuvor waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des Krieges gescheitert. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin am Sonntag an, die Marine werde die strategisch wichtige Meerenge blockieren. Das US-Zentralkommando teilte mit, die Blockade des gesamten Schiffsverkehrs zu und von iranischen Häfen werde am Montag um 16.00 Uhr (MESZ) beginnen. Damit steht eine zweiwöchige Feuerpause auf dem Spiel.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Sonntag, jedes militärische Schiff, das sich der Straße von Hormus nähere, werde als Verletzung der Waffenruhe betrachtet und hart und entschlossen bekämpft. Trump räumte am Sonntag gegenüber dem Sender Fox News ein, dass die Öl- und Benzinpreise bis zu den Kongresswahlen im November hoch bleiben könnten. Dies gilt als seltenes Eingeständnis der möglichen politischen Folgen seiner Entscheidung von vor sechs Wochen, den Iran anzugreifen.

Aus Sorge vor der US-Blockade meiden Öltanker neuesten Schifffahrtsdaten zufolge bereits zunehmend die Straße von Hormus. Ein unter maltesischer Flagge fahrender Supertanker kehrte am Sonntag vor der Durchfahrt um und ankerte im Golf von Oman. Das Schiff sollte eigentlich irakisches Rohöl für Vietnam laden. Zwei pakistanische Tanker sowie ein Schiff unter liberianischer Flagge fuhren am Sonntag hingegen in den Golf ein.

Die jüngste Entwicklung könnte massive Auswirkungen auf den Ölmarkt haben. Die USA würden nun auch die verbleibenden iranischen Öllieferungen von bis zu 2 Mio. Barrel pro Tag durch die Meerenge blockieren. Dies werde die ohnehin bestehenden Versorgungsengpässe weiter verschärfen.

Der Ölpreis bleibt damit auch in dieser Woche im Fokus der Anleger. Angesichts der angespannten Lage und der nicht verlässlichen Aussagen der US-Regierung dürfte sich hieran auch vorerst nichts ändern.