Seoul – Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat für das 3. Quartal einen operativen Gewinn von 107,4 Bill. Won, was einem Anstieg um fast das Neunfache entspricht, und einen Umsatz von 195 Bill. Won prognostiziert. Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren kann die Branche den Bedarf derzeit nicht decken. Die Nachfrage erstreckt sich dabei über KI-Hochleistungsspeicher (HBM) hinaus auch auf herkömmliche DRAM- und NAND-Bausteine, die in PCs und Smartphones zum Einsatz kommen. Die Angebotslage wird sich Samsung zufolge frühestens 2027 entspannen. Um die hohen Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten abzusichern, strebt der Konzern langfristige Lieferverträge mit Betreibern von Rechenzentren an. Insidern zufolge kann er darüber hinaus dank der weltweit knappen Produktionskapazitäten in der Chip-Auftragsfertigung höhere Preise verlangen. Analysten erwarten daher, dass diese Sparte bereits im kommenden Jahr und damit früher als geplant profitabel wird.
Der Boom ist für Samsung jedoch ein zweischneidiges Schwert. Während die Halbleitersparte von den hohen Preisen profitiert, erhöhen sich zugleich die Kosten für die eigenen Sparten für Smartphones und Unterhaltungselektronik. Dies drückt dort auf die Gewinnmargen. Ein stärkerer südkoreanischer Won könnte zudem die im Ausland erzielten Einnahmen bei der Umrechnung geschmälert haben. Samsung will im laufenden Jahr die Rekordsumme von umgerechnet 73 Mrd. € an seine Aktionäre ausschütten. Die Beschäftigten profitieren ebenfalls vom aktuellen Erfolg. Sie hatten sich im Frühjahr deutlich erhöhte Bonuszahlungen erstritten.
Detaillierte Geschäftszahlen will das Unternehmen am 29. Oktober vorlegen. Diesen Tag behalten Anleger daher ganz genau im Auge; (B+).