Siemens gehört zu den führenden Unternehmen, die die Automatisierung in der Industrie voranbringen. Dies ändert sich auch im KI-Zeitalter nicht, denn der Konzern hat auf der Hannover Messe einen KI-Agenten für Ingenieure mit dem Namen „Eigen“ vorgestellt.
Das System soll Entwicklungs- und Automatisierungsprozesse in der Industrie deutlich beschleunigen und teilweise eigenständig übernehmen. Nach Angaben des Unternehmens kann der Einsatz solcher KI-Agenten die Effizienz im Engineering um bis zu 50 % steigern.
Dabei unterscheidet sich “Eigen” durchaus von bisherigen KI-Anwendungen. Denn währedn bislang KI-Systeme vor allem unterstützend arbeiten, übernimmt der neue Agent komplette Aufgabenketten eigenständig. Er plant Arbeitsschritte, führt sie aus, überprüft Ergebnisse und passt Prozesse iterativ an. Damit entwickelt sich industrielle KI von einem Assistenzwerkzeug hin zu einem aktiven Akteur innerhalb technischer Systeme.
In Pilotprojekten wurde der sogenannte „Eigen Engineering Agent“ bereits bei mehr als 100 Unternehmen weltweit getestet. „Für uns ist das ein großer Moment“, sagte Siemens-Vorstand und -Technologiechef Peter Körte. „Wir wollen Zehntausende Kunden gewinnen.“ Das System habe das Potenzial, sich sehr schnell durchzusetzen. Es sei sehr einfach zu installieren und zu bedienen, daher sei es auch für kleinere Unternehmen interessant. Siemens hatte bereits einen „Industrial Copilot“ vorgestellt. Der Assistent wird unter anderem beim Pilotkunden Schaeffler eingesetzt. Der Erfolg am kommerziellen Markt lässt sich bislang schwer einschätzen.
Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum zentralen Wettbewerbsfaktor der Industrie. Auf der Hannover Messe 2026 steht das Thema im Mittelpunkt, während Unternehmen verstärkt auf KI setzen, um Produktivität zu steigern und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Studien zeigen, dass bereits knapp die Hälfte der Industrieunternehmen KI-Agenten einsetzt oder deren Einführung plant. Der bisherige Einsatz findet vor allem in der IT oder im Backoffice statt. Bei der Automatisierung der Fertigung waren es bei einer Befragung im vergangenen Jahr gerade einmal 6 % Im größeren Stil werden sie fast noch gar nicht eingesetzt rund um Entwicklung und Fertigung.
Siemens gehört zu den Big Playern der Industrie. Vor allem mit Blick auf die zukünftige Entwicklung könnte der KI-Agent zu einem Vorteil Siemens werden; (B+).