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Technologie und Digitalisierung im Trend

Die Berichtssaison läuft hierzulande auf Hochtouren – so auch bei den Technologie- und Digitalisierungsunternehmen. Der ES nimmt diese an dieser Stelle einmal genauer unter die Lupe.

 

Wie bereits angekündigt, ist Süss MicroTec mit einem deutlichen Umsatzplus von 46,1 % auf 93,5 Mio. € in das Geschäftsjahr 2024 gestartet (vgl. ES 17/24). Der Auftragsbestand i.H.v. 456,9 (364,0) Mio. € erreichte in den 3 Monaten bis Ende März einen neuen Rekordwert. Zwei Drittel des Auftragseingangs von 98,3 (94,9)
Mio. € entfielen dabei auf den Bereich Advanced Backend Solutions. Nach Steuern sprang das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von 3,0 Mio. € im Vorjahr deutlich auf 10,4 Mio. € an. „Wir wollen die anspruchsvollen Zeitpläne unserer Kunden erfüllen und deren Kapazitätsaufbau zur Herstellung von Halbleitern für KI-Anwendungen ermöglichen. Das abgelaufene Quartal war das umsatzstärkste Auftaktquartal in unserer Unternehmenshistorie und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, dieses Ziel zu erreichen“, so CEO Burkhardt Frick. Kein Wunder also, dass der Konzern die Guidance für 2024 nochmals bekräftigt hat. So soll der Umsatz in einer Bandbreite von 340 bis 370 (304) Mio. € und die Ebit-Marge bei 10 bis 12 (9,1) % landen.

Süss MicroTec behält man langfristig im Depot; (B+).

Auch wenn der Auftragseingang bei Stemmer Imaging mit 33,1 (36,1) Mio. € im Vergleich zum Vorjahr rückläufig war, spürte der Bildverarbeitungsspezialist im Vergleich zum Q3 und Q4 2023 bereits wieder eine Erholung. Nichtsdestotrotz setzte der Umsatz zwischen Januar und März auf 27,5 Mio. € zurück, nach einer besonders starken Entwicklung mit Erlösen i.H.v. 40,4 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Ebitda brach derweil auf 4,1 (7,4) Mio. € ein. Unterm Strich stand mit 2,2 Mio. € ebenfalls weniger in den Büchern. Im Vorjahr verbuchte der Konzern noch einen Gewinn von 4,6 Mio. €.

Auf Jahressicht werden weiterhin Erlöse von 140 bis 157 (146,3) Mio. € sowie ein Ebitda in der Bandbreite von 24 bis 31 (27) Mio. € in Aussicht gestellt.

Wenigstens beim Auftragseingang scheint sich bei Stemmer Imaging eine erste Erholung einzustellen. Angesichts der positiven Aussichten kann man hier noch einige Stücke einsammeln; (A–).

Der Cyber-Security-Spezialist secunet security ist wie erwartet in das Geschäftsjahr 2024 gestartet. Dank einer soliden Nachfrage aus dem öffentlichen Sektor kletterte der Umsatz insgesamt auf 57,6 (55,2) Mio. €. Im Segment Business fielen die Erlöse indes zurück. Als Grund nannte das Unternehmen eine schwache Nachfrage aus dem Gesundheitsbereich. Hier stellen viele Unternehmen auf die Telematikinfrastruktur 2.0 um und das bisherige Konnektorgeschäft läuft aus. Eine geringere Materialaufwandsquote sorgte für eine Verbesserung des Ebit auf –5,6 (–6,2) Mio. €. Weitere Angaben machte das Unternehmen derweil nicht.

Da der Jahresbeginn im Rahmen der Erwartungen verlief, hat der Vorstand die Ziele für 2024 bekräftigt. Auf Jahressicht wird mit Erlösen von 390,0 (393,7) Mio. € gerechnet. Das Ebit soll sich bei 42 Mio. € einfinden, nach 43 Mio. € im Vorjahr.

Bei secunet security bleibt man an Bord; (B+). 

Mit einen Umsatzplus von 38,7 % auf 440,6 Mio. € hat Cancom die ersten 3 Monate des laufenden Jahres abgeschlossen. Eine gute Entwicklung im Bereich „International“ konnte eine schwächere Nachfrage hierzulande abfedern und schob das Ebitda auf 30,4 (24,1) Mio. €. Unterm Strich hielt sich der Gewinn mit 10,1 Mio. € auf Vorjahresniveau. Vor allem der deutliche Abbau der Lagerbestände sorgte beim operativen Cashflow für einen Sprung auf 56,3 (–43,6) Mio. €. Die Ziele für 2024 wurden nochmals bestätigt (mehr dazu lesen Sie hier).   

Zum Jahresauftakt konnte Cancom überzeugen. Auf dem aktuellen Kursniveau steigt man noch zu; (A–).

Dank einer erfolgreich umgesetzten M&A-Strategie ist GFT Technologies positiv in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Die Akquisitionen der deutschen targens GmbH und der kolumbianischen Sophos Solutions haben die Ergebnisse in den ersten 3 Monaten angeschoben. Hinzu kam eine hohe Nachfrage von Banken- und Industriekunden, die den Umsatz insgesamt um 13 % auf 212,4 Mio. € anschoben. Das bereinigte Ebit legte auf 17,2 Mio. € zu und verbuchte damit ein Plus von 6 %. Unterm Strich stand mit 10,6 (10,5) Mio. € ebenfalls etwas mehr in den Büchern. „Unser Unternehmen hat trotz der globalen Herausforderungen einen soliden Start ins Jahr 2024 hingelegt. Auch bei KI und Digitalwährungen sind wir optimal aufgestellt“, so CEO Marika Lulay.

Auf Jahressicht wird mit einem Erlöseanstieg um 15 % auf 905 Mio. € sowie einem bereinigten Ebit von 85 Mio. € gerechnet. Das entspricht einem Wachstum von rund 16 %.

Bei GFT Technologies nutzt man das aktuelle Kursniveau zum Einstieg; (A–).

Zwischen Januar und März konnte Adesso erneut ein Umsatzplus verzeichnen und hat die Ziele für 2024 bestätigt. Im traditionell schwächeren 1. Quartal verbesserte der IT-Dienstleister die Erlöse um 15 % auf 317,1 Mio. €. Höhere Personalkosten, eine gestiegene Steuerquote sowie Investitionen in das Segment IT-Solutions belasteten indes die Ergebnisse. Das Ebitda hielt sich mit 17,8 (17,9) Mio. € in etwa auf Vorjahresniveau. Unterm Strich rutschte Adesso mit –3,3 (2,0) Mio. € sogar in die Verlustzone.

Auf Jahressicht wird weiterhin mit Erlösen von 1,25 (1,14) Mrd. € gerechnet. Das Ebitda soll sich zwischen 110 und 130 (80) Mio. € einfinden.

Das Auftaktquartal ist bei Adesso traditionell ein schwächeres. Trotz des Verlusts wurden die Ziele nochmals bekräftigt. Die Aktie ist unvermindert reizvoll; (A–). 

Der IT-Dienstleister q.beyond arbeitet weiter an der Umsetzung seiner „Strategie 2025“ und sieht erste positive Ergebnisse. Von Januar bis März verbesserte sich der Umsatz leicht auf 47,1 (46,6) Mio. €. Das Ebitda schaffte mit 2,0 (–1,3) Mio. € derweil den Sprung in die schwarzen Zahlen. Unterm Strich konnte das Minus auf –1,1 (–5,0) Mio. € eingedämmt werden. Für 2024 werden weiterhin Erlöse von 192 bis 198 (189) Mio. € und ein Ebitda zwischen 8,0 und 10,0 (5,7) Mio. € erwartet.

q.beyond befindet sich mitten im Konzernumbau. Diesen geht man weiter mit; (B+).

Nach einem positiven Jahresauftakt blickt Deutschlands größtes Systemhaus Bechtle positiv auf den weiteren Jahresverlauf. „Wir sind solide in unser Geschäftsjahr gestartet und sehen Anzeichen für eine steigende Wachstumsdynamik in den nächsten Quartalen. Wir wollen und können im Jahresverlauf an Tempo zulegen“, so CEO Thomas Olemotz. Dank einer guten Entwicklung im Softwarebereich legte das Geschäftsvolumen um 3,4 % auf 1,95 Mrd. € zu. Der Umsatz verlor hingegen um 2,3 % auf 1,5 Mrd. €. Grund hierfür ist eigenen Angaben zufolge der gestiegene Anteil des Softwaregeschäfts am Gesamtvolumen. Hier wird jedoch nur die Höhe der Marge im Umsatz ausgewiesen. Das Ebitda verbesserte sich hingegen auf 116,6 (111,1) Mio. €. Nach Steuern stand mit 58,5 (56,9) Mio. € ebenfalls mehr in den Büchern. Dank geringerer Auszahlungen für Akquisitionen schaffte der Free Cashflow zudem mit 27,1  Mio. € den Turnaround. Im Vorjahreszeitraum landete dieser mit –91,1 Mio. € noch in den roten Zahlen.

Für 2024 bleibt das Management weiterhin zuversichtlich und erwartet sowohl beim Geschäftsvolumen (2023: 7,8 Mrd. €) als auch bei Umsatz (Vj.: 6,4 Mrd. €) und Ergebnis (Ebt ‘23: 374,5 Mio. €) eine deutliche Steigerung.

Auch wenn Bechtle derzeit noch die Zurückhaltung der Kunden zu spüren bekommt, kann der Wert dennoch überzeugen. Hier sammelt man weitere Stücke ein; (A–).   

Dank eines soliden Kundenzustroms konnte United Internet in den ersten 3 Monaten insgesamt sein Wachstum fortsetzen. Während die Erlöse um 2,2 % auf 1,57 Mrd. € zulegten, verbesserte sich das Ebitda auf 342,1 (318,7) Mio. €. Vor allem das margenstarke Service-Geschäft entwickelte sich weiterhin positiv, wohingegen sich das margenschwache Hardware-Geschäft rückläufig zeigte. Gestiegene Zinsaufwendungen und eine höhere Steuerquote drückten den auf die Aktionäre entfallenden Gewinn indes auf 58,1 Mio. €, nach 73,5 Mio. € im Vergleichszeitraum.

Für 2024 werden weiterhin Erlöse von rund 6,5 (6,2) Mrd. € und ein Ebitda von 1,42 (1,30) Mrd. € in Aussicht gestellt.

United Internet ist mindestens eine gute Halteposition; (B+). 

Bei dem Webhoster und Cloud-Anbieter IONOS lief es im 1. Jahresviertel ebenfalls rund. Die erst Anfang 2023 an der Börse gestartete United Internet-Tochter steigerte in den 3 Monaten ihre Kundenzahl auf 6,26 (6,06) Mio. Umsatzseitig stand mit 373 Mio. € ein Plus von 5,4 % in der Bilanz. Das bereinigte Ebitda fuhr derweil um 22,7 % auf 105,3 Mio. € vor. Aufgrund einer Bewertungsanpassung der Kaufpreisverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Übernahme der Strato AG ging der auf die Aktionäre entfallende Gewinn insgesamt von 55,8 Mio. auf 34,1 Mio. € zurück.

Der Vorstand sieht sich dennoch weiterhin auf Kurs und hat die Jahresziele nochmals bekräftigt. Es wird mit einem Erlöseplus von 11 % (‘23: 1,42 Mrd. €) und einer bereinigten Ebitda-Marge von 28,5 (27,4) % gerechnet.

Bei IONOS läuft es rund – auch kursseitig. Hier bleibt man investiert; (B+).

Die Anlaufkosten für das eigene Mobilfunknetz haben die United Internet-Tochter 1&1 zum Jahresauftakt gebremst. Zwar konnte das margenstarke Service-Geschäft deutlich zulegen, auf Konzernebene traten die Erlöse mit 1,02 Mrd. € jedoch auf der Stelle. Höhere Abschreibungen sorgten zwischen Januar und März derweil für einen Ebit-Rückgang auf 117,9 (133,4) Mio. €. Unterm Strich landete der Gewinn bei 82,7 (94,0) Mio. €.

Auf dieser Basis bekräftigte der Vorstand seine Gesamtjahresziele, welche einen Anstieg der Service-Erlöse um
4 % auf 3,37 Mrd. € sowie ein Ebitda-Plus von 10 % auf 720 Mio. € vorsehen.

1&1 scheint sich aus seinem Kurstief herauszuarbeiten. Daher lautet die Devise: Dabeibleiben; (B+). 

Nach einer Sonderkonjunktur im Vorjahr hat CompuGroup in den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres eine Normalisierung zu spüren bekommen. Zusätzlich machte sich ein Einmaleffekte negativ bemerkbar: Der auf Arztpraxen und Krankenhäuser spezialisierte Softwareanbieter muss sogenannte Konnektoren austauschen. Für die Geräte, mit denen Arztpraxen an das digitale Gesundheitsnetz angeschlossen werden, sind Zertifikate ausgelaufen. Aufgrund des Einmaleffekts ist der Umsatz auf 284,6 (290,8) Mio. € zurückgegangen. Das Ebitda verbesserte sich u.a. dank des Verkaufs des Türkei-Geschäfts auf 60,7 (58,7) Mio. €. Unterm Strich kletterte der Gewinn auf 18,4 (14,5) Mio. €.

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung erwartet CEO Michael Rauch für 2024 ein organisches Umsatzplus von 4 bis 6 %, nach 1,19 Mrd. € im Vorjahr. Das bereinigte Ebitda wird zwischen 270 und 310 Mio. € anvisiert. Im Vorjahr standen hier 265 Mio. € in den Büchern.

Auch wenn CompuGroup mit einem leichten Umsatzrückgang ins Jahr 2024 gestartet ist, können sich die Ergebnisse sehen lassen. Auf dem aktuellen Kursniveau steigt man daher zu; (A–).