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Übernahmewelle geht 2022 weiter

Für Übernahme-Experten großer Unternehmen in Deutschland war 2021 ein anstrengendes Jahr - und an dem Stress wird sich so schnell nichts ändern. Es gebe keinen Grund, warum die Fusionswelle im neuen Jahr abebben sollte, sagt Patrik Czornik von der US-Bank JPMorgan. Bis 15. Dezember wurden Fusionen und Übernahmen (M&A) mit deutscher Beteiligung im Wert von 238 Mrd. $ abgewickelt, wie aus Daten des Finanzinformationsanbieters Refinitiv hervorgeht. Damit war 2021 das zweitbeste Jahr seit der Finanzkrise 2007/08. Auch in den letzten Wochen sei mehr los gewesen als in anderen Jahren. "Wir erwarten, dass diese Dynamik im nächsten Jahr anhalten wird und möglicherweise sogar noch zunimmt", sagt Tibor Kossa, Co-Chef des M&A-Geschäfts im deutschsprachigen Raum bei Goldman Sachs.

"Es geht wohl so weiter", konstatiert auch Michael Ulmer, Partner bei der Wirtschaftskanzlei Cleary Gottlieb in Frankfurt. Vor dem Hintergrund der Transformation verschiedenster Bereiche des Wirtschaftslebens, des Trends hin zu 'Corporate Clarity' und der Schlagkraft der Finanzinvestoren wird der M&A-Markt in Deutschland auch im Jahr 2022 Stärke zeigen.

Betrachtet man deutsche Firmen nur als Übernahmeobjekte, war 2021 sogar das beste Jahr seit der Jahrtausendwende. 167 Mrd. $vgaben Käufer für Unternehmen hierzulande aus, so viel wie seit 1999 nicht. Deutsche Unternehmen sind besser durch die Krise gekommen als erwartet. "Deutschland ist ein attraktiver Markt. Hier gibt es viele Perlen in der Industrie", erklärt JPMorgan-Banker Czornik den Boom. Dabei war - weltweit gesehen - die klassische Industrie 2021 nicht der Favorit der Käufer. Gefragt waren stattdessen Unternehmen aus der Technologie- und der Gesundheitsbranche. 

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