Die Unicredit macht ihr Kaufangebot für die Commerzbank offiziell, nach dem eine ao Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung zugestimmt hat. Die italienische Großbank, die bereits knapp 30% der Commerzbank-Anteile kontrolliert, will sich bis zum Ablauf des 16. Juni weitere Anteile an dem DAX-Konzern sichern. Am Angebot für die Commerzbank selbst hat sich gegenüber der Ankündigung von Mitte März nichts geändert. UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Das ist weniger als die Commerzbank-Papiere derzeit an der Börse wert sind. Die neuen UniCredit-Aktien sollen den Commerzbank-Aktionären im Tausch angeboten werden.
UniCredit-Vorstandschef Andrea Orcel geht es mit dem Angebot vor allem darum, die Beteiligung an der Commerzbank auf mehr als 30 % zu steigern, um danach freie Hand für weitere Aktienkäufe zu haben. Bisher hält UniCredit 26,77 % an der Commerzbank und hat Zugriff auf weitere 3,22 %. Zudem will Orcel den Commerzbank-Vorstand um Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch bringen. "Die Bieterin ist für einen Dialog mit der Commerzbank weiterhin offen, auch wenn sie dies nicht für ein wahrscheinliches Szenario hält, da die Commerzbank mitgeteilt hat, dass sie keine Grundlage für einen Dialog sieht", heißt es dazu im Prospekt. Die Commerzbank-Führung lehnt weiterhin das Vorgehen ab und spricht von einer feindlichen Übernahme.
Die Commerzbank-Aktie ist vor diesem Hintergrund unverändert eine gute Halteposition; (B+).