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US-Intervention in Venezuela drückt Ölpreis

Die Gefangennahme von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro durch die USA hat die Ölpreise am Montag sinken lassen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich genauso wie die US-Sorte WTC zum Wochenauftakt . Analysten zufolge dürfte ein Regierungswechsel in dem südamerikanischen Opec-Land eher zu sinkenden Preisen führen. Eine Aufhebung der Sanktionen könnte die Produktion um mehrere Hunderttausend Barrel pro Tag erhöhen.

US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme Maduros angekündigt, dass die Vereinigten Staaten zunächst die Kontrolle über das Land mit den weltweit größten Ölreserven übernehmen würden. Das US-Embargo für venezolanisches Öl bleibe in vollem Umfang in Kraft. Die Ölförder- und Raffinerieanlagen in Venezuela wurden bei dem US-Einsatz am Wochenende nicht beschädigt. An den Märkten wird darüber debattiert, inwieweit eine kurzfristige Unterbrechung der Ölversorgung durch die Unruhen letztlich durch einen längerfristigen Angebotsschub durch eine höhere venezolanische Produktion aufgewogen wird.

Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt. Dem Londoner Energy Institute zufolge besitzt Venezuela mit 303 Mrd. Barrel rund 17 % der weltweiten Reserven und liegt damit vor dem Opec-Anführer Saudi-Arabien. Die Ölförderung liegt jedoch wegen Missmanagement, mangelnder Investitionen und der Sanktionen nur bei einem Bruchteil der Kapazität. Der Großteil der Reserven ist Schweröl aus dem Orinoco-Gürtel in Zentralvenezuela. Dessen Förderung ist nach Angaben des US-Energieministeriums teuer, aber technisch relativ einfach.

Venezuela ist Gründungsmitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). In den 1970er Jahren produzierte das Land bis zu 3,5 Mio. Barrel pro Tag, was damals mehr als sieben Prozent der weltweiten Ölförderung entsprach. Die Produktion ist seitdem zurückgegangen. In den 2010er Jahren fiel sie unter z2 Mio. Barrel pro Tag und lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich rund 1,1 Mio. Barrel täglich.

Das Ölkartell Opec und seine Verbündeten in der Gruppe Opec+ hatten am Sonntag beschlossen, ihre Fördermenge beizubehalten. Analysten beobachten zudem die Reaktion des Irans.